Körperbilder

Juli 22, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Der menschliche Körper fasziniert. Aus ihm heraus erblicken wir die Welt. Ihn sucht unser Auge in der Welt. Für eine Serie von Körperbildern beginne ich mit schwarzer Grundierung und arbeite in die noch feuchte Grundierung zunächst weiß, dann nach und nach weitere Farben ein. Mit Pinsel und Spachtel wird die Farbe – übrigens gewöhnliche Dispersionsfarbe aus dem Baumarkt – in wechselnden Stadien der Trocknung  bearbeitet, teilweise bis an die Grenze der Belastbarkeit des Bildträgers Papier.

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Kugelschreiberbildchen

März 6, 2012 § 2 Kommentare

Der alltägliche Wahnsinn

Februar 4, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Kopf

Kopf

Es ist sicher banal zu sagen, dicht unter der Oberfläche alltäglicher Vertrautheit schlummert der Wahnsinn. Manchmal bedarf es nur einer unbedarft falschen Bewegung, einer harmlos anmutenden Weichenstellung, einer plötzlichen Irritation – und das Harmlose kippt ins Schreckliche. Jegliche Form von Wahrnehmung entsteht erst im Gehirn, auf dichtestem Raum, und so ist die Möglichkeit solchen Umkippens auch nicht weiter verwunderlich. Es gibt viele solcher Phänomene, meist harmlos. Jedes geschriebene Wort, lang genug betrachtet, verliert seine Vertrautheit. Jede Positivform kann im Bruchteil einer Sekunde in die Negativform kippen, Lust in Schmerz etc. Schlimm, wenn das Gehirn aus dem Takt gerät. Wenn uns Angst nicht mehr schützt, sondern auffrisst. Als ein von der Leine sich losreißenden Wachhund. Dann kippt alles Positive ins Negative. Beim Malen ist es oft auch nur eine winzige Verformung, die das Gesicht zur Fratze verzerrt. Und je größer das Format, desto größer die Überraschung, die man beim Malen erlebt. Vertieft ins Malen begreife ich nicht, was da entsteht. Erst mit einem Glas Wein aus der Küche zurückkehrend, fällt der Blick unvoreingenommen auf das Machwerk. Und da der Dilettant nicht Pygmalion ist, verliebt er sich nicht in sein Produkt sondern erschrickt zu tiefst.  Trost spenden alsdann die gewohnt kleinen Formate:

Acryl mit Tapetenkleister gestreckt

Januar 19, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Zwei großformatige Acrylbilder. Unterschiedliche Herangehensweise.  Acrylfarbe trocknet ja schnell und erfordert zügiges Verarbeiten. Das kommt mir durchaus gelegen, denn ich versuche stets, die schwer steuerbare Dynamik grobmotorischer Abläufe im Hochgeschwindigkeitsbereich für den Malprozess fruchtbar zu machen. Kurz gefasst: Verstand: raus, Biodynamik: rein. Denken: aus, intuieren (??): an. (Ergebnis siehe oben). Nichtsdestotrotz möchte ich mir manchmal doch mehr Zeit nehmen zum Entwickeln eines (größeren) Bildes. Natürlich gibt’s Malmittel, Pasten, die man der Farbe beimischen kann um das Trocknen hinauszuzögern. Ist mir aber alles schon zu professionell (hier malt schließlich der Dilettant), und so wählte ich für das folgende Bild einen anderen Weg: Vorzeichnen wie immer in schwarzer Kreide, dann dick Tapetenkleister drüber. Jetzt hat das aufzutragende Acryl alle Zeit der Welt sich zu verteilen und die richtigen Plätze zu finden. Gibt ganz nebenbei auch schöne Struktureffekte, je nach dem in welchem Trocknungsstadium man noch mal rübergeht mit dem Pinsel. Die Vorlage für das folgende Portrait war übrigens die Fotografie einer Frau („Melissa“), die der Peruanische Künstlers Chan Chao als Teil einer Serie in einem Frauengefängnis aufnahm. (s. 100 Artists of Washington D.C. oder: www.gfineartdc.com) Ähnlichkeit mit der abgelichteten Frau stellte sich nicht ein, dafür bekam das Bild einen Touch Richtung Frida Kahlo. Das sind halt die hübschen Überraschungen am Wegesrand…

Schmierblattbildchen contra Großformat

Januar 10, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Immer öfter lasse ich das Schmierpapier liegen und bemale größere Formate. Ich beginne mit grober Vorskizze in Graphit, verdichte mit schwarzer Kreide:

Und male dann mit Acryl aus, wobei die locker aufliegende Kreide teils in die Farbe eingearbeitet wird, teils einfach stehen bleibt und zwischen drin kleine „Lichtpunkte“ aus unbedecktem Papier aufscheinen lässt. Das Bild bekommt dadurch etwas locker Improvisiertes, Unfertiges:

Zum Vergleich hier noch das übliche „Schmierpapierbildchen“

David Foster Wallace

Januar 4, 2012 § Ein Kommentar

Zweiter Versuch

David Foster Wallace

Der Kulturpessimist

Januar 2, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

FRÜHER WAR ALLES BESSER: Hört man oft. Stimmt auch, denn früher konnte man wenigstens sagen: früher war alles besser. Heute wissen wir, dass auch früher Weihnachten nicht immer Schnee lag, und dass man lieber faulende Zähne ihrem Schicksal überließ, anstatt sich der Höllenqual zahnärztlicher Behandlung zu überantworten. Da pflege ich zu sagen: DIE VERGANGENHEIT IST AUCH NICHT MEHR, WAS SIE MAL WAR. Der Kulturpessimist aber schwört auf die Vergangenheit. Warum? Weil er das in seiner Kindheit mühsam Erlernte bewahren möchte. Wer als Kind geschlagen wurde, und es überlebt hat, findet später eine positive Haltung dazu: mir hat’s ja auch nicht geschadet. Und wer mühsam mit Stift auf Papier zu schreiben lernte, ärgert sich als altgedienter Erwachsener über Heranwachsende, die zu faul sind vollständige Sätze zu schreiben und nur noch simsen und chatten (zu faul? Es ist einfach nicht mehr notwendig). Das aber ist erst der Anfang. Die digitale Revolution wird in Kürze sämtliche Errungenschaften analogen Lebens hinwegfegen. Und sie wird uns das Denken abnehmen („Wie komme ich von A nach B? – Da schaue ich doch mal in die Karte. Die intellektuelle Transferleistung vom zweidimensionalen Papier zur Orientierung im dreidimensionalen Gelände hab ich nämlich erlernt.“ Damit ist’s in der nächsten Generation vorbei. Da nimmt mich die Viererbande GOOGLEAPPLEFACEBOOKAMAZON an die Hand und führt mich zum Ziel. Und was das Ziel ist, sagt sie mir auch. Schöne Neue Digitale Welt. Hässliche Alte Analoge Welt. Also doch Kulturpessimist? Ich resümiere: gestern war’s schlecht. Morgen wird’s richtig schlecht. Jetzt ist es genau richtig! So isses. Ich bin nämlich jetzt in einem Alter, wo ich mir die Rosinen heraus picke. Fest analog verwurzelt, hol ich mir Infos aus dem Netz, wenn ich sie brauche. Und wenn ich was reinstellen möchte, blogge ich. Und eigentlich wollte ich ja malen:

Wo bin ich?

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