Satyr und Hermaphrodit

März 24, 2019 § Hinterlasse einen Kommentar

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Nach der Vorzeichnung

März 21, 2019 § 2 Kommentare

Die Geschichte der Zivilisation ließe sich beschreiben als der fortdauernde Versuch, die Triebhaftigkeit des Menschen in eine Sozialstruktur einzubinden. Die antiken Mythen, wie sie beispielsweise Ovid in seinen Metamorphosen aufgezeichnet hat, sind voller triebgesteuerter Gewalt. Raub und Vergewaltigung(sversuche) sind beherrschende Themen und bildeten später die Blaupause für einen Großteil der abendländischen Bildenden Künste. Mit dem Christentum fand erstmals der Gedanke der Empathie, des Mitleids Eingang in die großen Erzählungen. Doch wenngleich die christlich geprägte Kunst, beispielsweise in der mittelalterlichen Minnelyrik, Ideale von körperlicher Distanz und zeremoniell aufgehobenen Begehrens ausformulierte, blieb eine jeweils gelebte Praxis hinter den Anforderungen zurück. Etwas aber war in Gang gesetzt, und die Suche nach einer gerechteren Welt bestimmt nachhaltig unser Denken. Die Vorzeichnung für mein aktuelles Bildprojekt bezieht sich auf die Gruppe eines Satyrs und eines Hermaphroditen, die ein unbekannter griechischer Bildhauer vermutlich im zweiten vorchristlichen Jahrhundert gestaltet hat, und die sich in einer Reihe römischer Kopien erhalten hat. Als Vorlage für mein Bild dient mir die fotografische Abbildung dieser als  „Dresdner Symplegma“ in der Fachliteratur bezeichneten Gruppe. Und da ich, wie so oft, nach einem ersten Bildentwurf nicht gleich weiß, wie ich weiter vorgehe, und in welche Richtung hin ich das Bild ausarbeiten möchte, gönne ich mir einen Zwischenschritt des Experimentierens in der digitalen Welt. Hier eine mit dem iPad erarbeitete Montage:

 

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Vorzeichnung

März 17, 2019 § 2 Kommentare

Satyr und Hermaphroditzu einem großformatigen (130 x 95cm) Bild nach der fotografischen Abbildung einer griechischen Skulptur (Satyr und Hermaphrodit) auf Übermalung eines älteren Bildes.

In Positur und anderswo (II)

März 11, 2019 § 2 Kommentare

Faule Menschen haben’s schwer. Ich z. B. bin zu faul, meinen Kohlestift anzuspitzen, sodass ich mit immer mehr Kraft und Brachialraffinement dem Papier die Kohle eintreiben, oder – anders herum – dem Stift die Kohle abpressen muss. Unnötig zu sagen, dass die feine Linie vor der rohen Kraft oft genug in die Knie geht, mäandert, wegrutscht, oder sich gar nicht erst materialisiert und nur Einkerbungen Spuren des Gewaltexzesses hinterlassen. Im Grunde ist das mein Ringen mit der Figur, dem Abbild dessen, was in der Natur so leicht und locker daher kommt, auf dem Papier aber wegrutscht. So offenbart sich ästhetisch im Ergebnis der Prozess. In moralischer Hinsicht leiste ich Abbitte dafür, dass jeder aufs Papier gebrachte schöne weibliche Körper – in Posen zumal, die gewisse Reize zur Schau stellen, sie geradezu zu Markte tragen und damit durch implizierte Ökonomisierung abwerten – die abgebildete Person kastriert. Man verzeihe mir diesen schiefen Vergleich, aber doch kommt es mir so vor, dass eine auf ihre Sexualmerkmale reduzierte Frau sich ähnlich fühlt muss wie ein Mann, den man seiner Potenz beraubt – nur eben mit umgekehrten Vorzeichen. Sei‘ drum. Am Ende gibt’s dann etwas Farbe auf die erkratzten Linien. Zum Trost.

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Im Gelb

März 9, 2019 § Hinterlasse einen Kommentar

Dame vor Gelb

Ich mag dieses Gelb. Es thront auf Azurblau, wovon sich ein Rest auf der Stirn erhalten hat. Für den Durchblick.

Kopfstudien

März 8, 2019 § 4 Kommentare

geneigter Kopf 1

KopfhörermannSkeptiker

Am Kopf hängt der Mensch. Er ist die Quintessenz seiner physischen und seelischen Existenz. Das daraus abgeleitete Verb macht ihm definitiv den Garaus. Alles am Körper ließe sich vielleicht ersetzen. Der Kopf, das Gesicht: nicht. Malt man einen Menschen, rückt man ihn zur Gänze ins Bild, oder zoomt heran, stets aber auf den Kopf. Gelegentlich werden nur die Hände abgebildet; sie sprechen vielleicht, nächst dem Gesicht, am markantesten. Meist aber wird hier typisiert: die Hände des Pianisten, des Bauarbeiters etc. In früheren Zeiten glaubte man, aus der Physiognomie Wesens- oder Charaktermerkmale der Person herauslesen zu können. So spricht man noch heute von der „hohen Denkerstirn“. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das alles Unsinn ist. Entledigt man ein Portrait jeglicher „Standesmerkmale“, so lässt sich ein Beruf, eine besondere Eigenschaft o. ä. nicht aus dem Antlitz ablesen. Das ist ja auch der Grund, warum im klassischen Portrait aller größte Sorgfalt auf die Ausgestaltung der Attribute, insbesondere der Kleidung und hier etwa teurer Stoffe verwandt wurde. Vermutlich waren die gefragtesten Portraitmaler gerade die, die hier die größte technische Brillanz an den Tag legten. Für mich ist in meinen Kopfstudien die Physis einfach Ausdrucksträger. Denn so oder so – das Leben hinterlässt Spuren auch, und gerade, im Gesicht.

Mann mit roter Fliege

März 5, 2019 § 7 Kommentare

Im Nachlass eines sehr lieben Menschen fand sich eine analoge Canon A1. Den belichteten, aber noch in der Kamera steckenden Film ließ ich neulich entwickeln, und auch wenn die Bilder nichts wirklich Überraschendes ans Licht brachten, boten sie doch Einblicke in eine längst versunkenen Zeit. Nun nehme ich die Canon gelegentlich in die Hand und knipse Dinge, seltener Menschen, in meiner Umgebung. Dabei begeistert mich noch jedes Mal der Moment des Auslösens, dieses satte Klackkks. Mechanik at it‘s best. Dann weiß ich, das Bild ist sicher im Kasten. Ist nach längerer Zeit ein Film voll, lasse ich mich vom Ergebnis überraschen und scanne den entwickelten Negativfilm.  Ab hier beginnt die digitale Welt, und doch umgibt die Bilder die Aura des Besonderen, Dinglichen. So will es mir jedenfalls scheinen.

 

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