Am Ufer der Meuse

August 27, 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

 

Nachdem wir ein überaus erquickendes Bad im Fluss genommen hatten, saß ich auf meinem Klappstühlchen am Ufer der Meuse, die Felsen im Rücken, die Füße im Wasser, gegenüber das Château, das iPad auf dem Schoß, und zeichnete die Pflanzen rings herum. Genauer gesagt: ich schnitt die Konturen mit dem Stift aus gescannten Eitemperaklecksereien. Gegen Nachmittag kroch die Hitze vom gegenüberliegenden besonnten Ufer über das grün schimmernde Wasser und infiltrierte den bis dahin einigermaßen kühl feuchten Wald. Zeit für ein zweites Bad. Nota bene: wir waren nicht allein – zwischen den Pflanzen findet sich zwangsläufig das ein oder andere wesensverwandte Motiv…

 

 

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Träumender Faun

August 26, 2016 § 2 Kommentare

Träumener Faun

Sommer.

August 25, 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Été. Finalment. Das Blau des Himmels ein Spagat. Die Wärme befeuert jede Zelle. Der Budda im Garten des Freundes erträgt lächelnd Hitze und Flechten. Abends, wenn die Energie nachlässt, steigt luzides Gelb aus den Feldern, umgarnt das ermattende Blau. Übergang. Im Abendlicht ernten wir Brombeeren.

 

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„Ich will Euch mal in der Gegend hier in Gedanken spazieren führen…“

August 23, 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Wenn wir als Kinder unsere Großeltern besuchten, stand immer ein Besuch bei Onkel Hans auf dem Programm. Er war der ältere Bruder meines Großvaters, damals als Zahnarzt bereits im Ruhestand. Mit Tante Lisel zusammen bewohnte er ein Stadthaus mit hübschem Garten. Man lebte auf größerem Fuß als bei unseren Großeltern. Für uns Kinder gab’s immer erstmal Eis, das in dem Garten, der nicht mit Nachbarn geteilt werden musste, verspeist wurde. Bei einem der Besuche breitete Onkel Hans eine Karte von Europa auf dem Tisch aus, fuhr mit dem Finger einmal quer darüber und zeigte, welche Länder er gesehen hatte. Was er dabei schilderte, machte tiefen Eindruck auf mich. Nicht, dass ich die Hintergründe seiner Erlebnisse verstanden hätte. Doch Tonfall und Inszenierung der Gesamtsituation ließen keinen Zweifel über die Bedeutsamkeit des Erlebten aufkommen. Dass es sich um Kriegeserlebnisse gehandelt hatte, wurde mir erst später bewusst. Ob vom Ersten oder Zweiten Weltkrieg die Rede gewesen war, blieb jedoch lange unklar. Als dann vor Jahren in unserer Familie ein dickes, in Leinen gebundenes Album auftauchte, löste sich das Rätsel.

 

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Neben vielen Zeitungsausschnitten, Bildern, Fotos, Skizzen und eingeklebten Telegrammen enthält dieses Album im Kern die mit der Schreibmaschine abgetippte Korrespondenz zwischen meinem Großonkel an der Front – zunächst Nordfrankreich, später Galizien – und der Familie in der „Heimat“. In diesen Briefen beschreibt er teils ausführlich den Alltag an der Front. Bevor er im Sommer 1915 an der Ostfront in Galizien in einem Gefecht mit Kosaken schwer verwundet wurde – die rückblickende Schilderung dieser Ereignisse in einem im Lazarett geschriebenen Brief ist allein das ganze Buch wert – nimmt er ab November 1914 am Stellungskrieg vor Reims teil. Dort, in dem kleinen Örtchen Courcy, standen wir gestern an genau  der Stelle, wo sich das Regiment in zweiter Linie hinter der Front „eingegraben“ hatte.

So beschreibt Hans die Gegend einem Brief vom 8. Januar 1915:

 

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Blümchenpflücken auf dem Gelände der geplünderten Fabrikbesitzervilla – das mutet angesichts des unfassbaren Kriegsgeschehens beinahe surreal an. Das qualvolle Ausharren in völlig durchnässter Kleidung bei tagelangem Regen im schlammig aufgeweichtem Graben, die Gefechte während der Patrouillengänge – all das wird andernorts ausführlich beschrieben. Anhand der genauen Ortsbeschreibung konnten wir uns einigermaßen orientieren, wenngleich natürlich absolut nichts im Gelände von dem Geschehen vor gut einhundert Jahren zeugt. Die Bahnlinie:

 

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Die Anhöhe von Brimont, Standort der Artillerie:

 

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Der Blick auf Reims von der Anhöhe aus:

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Die Stadt war im September 1914 für kurze Zeit von den Deutschen eingenommen worden, bevor sich die Armee in die Stellungen um Courcy zurück zog. In einer sinnlosen Aktion wurde dann die Kathedrale beschossen und schwer beschädigt. Davon schreibt Hans bezeichnenderweise nichts; erwähnt wird nur die aus Sicht der Deutschen „ruhmreiche“ Gefangennahme einer großen Anzahl französischer Soldaten. In einem späteren Brief beschreibt er den Blick auf die zu diesem Zeitpunkt doch wohl schon ziemlich beschädigte Stadt:

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Eine ja nun in der Tat irgendwie makabre Szene: im Angesicht der bereits halb zerstörten, ehemals (?) wunderschönen Stadt kommt Hans der ursprünglich auf Neapel gemünzte Ausspruch in den Sinn; den metaphorische Tod hier als ganz banale, unmittelbar drohende Realität vor Augen.

Anrührend aber dann doch, was er an anderer Stelle über die kurzfristige Verbrüderung deutscher und französischer Soldaten am Weihnachtstag 1914 von „Schützengraben zu Schützengraben“ hinweg beschreibt:

 

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Wir fuhren dann weiter nach Reims und besichtigten die Kathedrale. Der deutsche Künstler Imi Knoebel schuf  für die Kathedrale großartige Fenster. Ein Geschenk u. a. des deutschen Auswärtigen Amtes und des Künstlers als Geste der Wiedergutmachung für die Beschädigungen im Ersten Weltkrieg. Da hat sich doch einiges zum Guten gewendet seit Onkel Hans‘ Zeiten.

 

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P.S. Das komplette Album findet sich hier.

Auf’m Land

August 19, 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

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Die Hütte im Naturpark Hoher Vogelsberg in der Rückansicht, mit Eiche und Blick übers Tal auf den gegenüberliegenden Hang. Der Oberhessische Bauer ist sehr nachtaktiv, aber die Gegend wirklich reizend. Mit dem Auto geht es bergauf bergab über malerische Landsträßchen. Ein Paradies für Zweiräder, motorisierte vorzugsweise, aber auch Wanderer, Müßiggänger und Stadtflüchtende aller Art.

 

Die Eiche ist wirklich prachtvoll. Mit Tuschestift:

 

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und mit Rohrfeder laviert:

 

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Hübsch auch der Steinhaufen vorm Geräteschuppen:

 

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Inzwischen sind wir weitergezogen und haben WLAN. Voilá!

Auf’s Land

August 12, 2016 § 2 Kommentare

zieht es den Dilettanten. Noch ist nicht klar, ob’s da WLAN gibt, um hier gelegentlich mal nach dem Rechten zu schauen.
Bis bald!

 

Hohes Land

 

Hohes Land

 

Hohes Land

 

 

“ … Schatten auf Schatten, Dämmerung in Dämmerung, senkte da der wolkengrauliche Baum herab. Einzelne Zypressen stechen aus den Oliven hervor, und bilden Gruppen von einer so melancholischen Form und so schwermüthigen Tinten, daß ich ganz verloren in Träumereyen luftige Bilder darunter hinschweben sah, die sich langsam in die fernen Hallen öder Gemäuer verloren …“ *

 

 

Zypressen

 

Zypressen

 

Zypressen

 

Zypressen

 

Zypressen

 

 

 

* Friederike Brun, Tagebuch über Rom. Zürich, 1800-1801.

Klecksen statt Klotzen. Oder: Die große Kleckserei

August 11, 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

 

Kleckserei

So sieht’s aus. Am Ende einer klecksografischen Arbeitssitzung. Da bin ich dann schon ein wenig neidisch auf Menschen an geordneten Arbeitsplätzen wie diesem.

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