Im Wald

März 29, 2021 § 5 Kommentare

Ein paar Tage verschnaufen auf dem Grundstück im Vogelsberg. Jedoch: Der Wald nebenan ein Trümmerfeld. Da wurden jüngst großflächig abgestorbene Fichten geschlagen, die Aufräumarbeiten dauern noch an. Das ermöglicht zwar ungeahnte Aus- und Durchblicke, aber wir haben doch schon Pandemie, wozu braucht‘s da zusätzlich die apokalyptisch anmutende Szenerie eines abgestorbenen Waldes? Sprechen die Katastrophen nicht miteinander? Heute du, morgen ich, übermorgen gerne jemand neues? Die Erde als Auslaufmodell. Kann man schon trübsinnig werden. Oder zeichnen.

Dick aufgetragen…

März 24, 2021 § Hinterlasse einen Kommentar

…hab ich hier die Farbe, und insgesondere das Gelb, in der nicht mehr ganz luftdicht verschließbaren Flasche schon halb eingetrocknet, reliefartig aufgesetzt. Noch immer in Weißabstinenz.

Instagram VII

März 20, 2021 § 7 Kommentare

Man stelle sich kurz vor, es hätte Instagram bereits vor 250 Jahren gegeben. Johann Georg Sulzer hätte Fotos seiner exotischen Bäumen gepostet, das ein oder andere auf der Spree vorbei driftende Segelboot abgelichtet und uns vielleicht auch in seinen caucasischen einsamen Wald mitgenommen. Aber wüssten wir heute mehr über die Zeit damals? Sollten sich Menschen in 250 Jahren je heutige Instagram-Fotos anschauen, wüssten sie wahrscheinlich auch nicht mehr über uns. Vielleicht etwas über unsere Träume.

Im Wechsel der Zeiten

März 14, 2021 § Hinterlasse einen Kommentar

Genau da, wo ich jetzt sitze, und aus dem Erkerfenster Richtung Süden blickend jenseits der Spree das von Baldessari 1957 zur ersten Internationalen Bauaustellung im Hansaviertel erbaute Punkthochhaus sehe, und rechts daneben, flacher, den Riegel des 10geschossigen Hauses von Jaenecke/Samuelson, und auf der anderen Erkerseite, nordwärts, den spitzen Turm der Heilandskirche, während vis-à-vis typische Berliner Altbaufassaden den Blick begrenzen – genau hier besaß der Schweizer Gelehrte Johann Georg Sulzer, heute vor allem bekannt als Verfasser seiner Allgemeinen Theorie der schönen Künste, vor zweieinhalb Jahrhunderten ein großes Anwesen, das er unter anderem für eine Plantage zum Anbau exotischer Pflanzen nutzte. Er fühlte sich an diesem Ort damals genauso wohl, wie ich heute, aus freilich ganz anderen Gründen, wie er einem Freund brieflich mitteilte:

Mein Loos ist mir an einer der angenehmsten Stellen, die in der Nähe von Berlin sind, gefallen. Vor meinen Augen, und dicht vor meinem Garten gehen alle Kähne vorbey, die über Hamburg und Stettin nicht nur der Mark Brandenburg, sondern noch anderen Provinzen Wasser zuführen. Aus meinem Bette sehe ich täglich Segel vorbey fahren. Vor und neben mir sind schöne Wiesen und Triften mit weidendem Vieh. Und aus meinem Garten sehe ich die Schaaren der Müßigen Menschen, die sich im Tiergarten vor der Stadt belustigen, doch ohne den Staub, den sie erregen, einzuschlucken. An meinem Rücken fängt nur ein paar hundert Schritte von meinem Garten ein unermeßlicher Wald an, in dem man mit der höchsten Bequemlichkeit zu Fuß oder zu Pferde spazieren kann, und darin sind Hügel und Thäler, so einsam, als sie auf dem Caucasus seyn mögen, und von Vögeln und Eichhörnchen bewohnt.*

Wohl mag die Fantasie mit dem guten Mann ein wenig durchgegangen sein – oder er wollte seinen Freund damit beeindrucken, vor den Toren der großen Stadt mit all ihren Segnungen, zugleich die caucasische Einsamkeit im Rücken und das ländliche Idyll ringsrum, eine bekömmliche Bleibe gefunden zu haben. Aber ein klein wenig neidisch bin ich doch auf den unermeßlichen Wald, der heutzutage geschrumpft zum Volkspark Jungfernheide ein bescheidenes innerstädtisches Dasein fristet. Und auf Caspar-David-Friedrich‘sche Segel, die, längst gestrichen, unterdessen zu Touristengespickten Ausflugsbooten mutierten. Vorbeiziehen sehen aber kann auch ich sie, nur nicht von meinem Bette aus, sondern auf der Erker-Chaiselongue sitzend.

*zitiert nach: Bernd Hildebrandt, 300 Jahre Moabit. Berlin 2018, S. 131

P.S. Sulzers Idylle hatte im 19. Jahrhundert keinen Bestand. Anstelle exotischer Bäume wuchsen Fabrikschornsteine in den Himmel. Der Maschinenfabrikant Borsig errichtete auf Sulzers Grund seine eisenverarbeitenden Anlagen, für sich und seine Familie direkt nebenan eine große Villa samt Park, erweiterte dann um eine dampfgetriebene gigantische Getreidemühle, die 1898 Feuer fing und wochenlang zur Belustigung herbei eilender Berliner brannte. Das passte im Grunde ganz gut, denn der wachsende Wohnungsbedarf konnte nun auch auf dem von Borsig aufgegebenem Gelände gestillt werden. Das so entstandene Wohnquartier hat bis heute Bestand.

Moabiter Nachtstück

März 10, 2021 § 9 Kommentare

Immer noch ohne Weiß. Und warum denn nicht auch mal ein Mondscheinbild. Zwischenzeitlich höre ich, dass Boesner wieder geöffnet hat. Ich könnte also Weiß nachkaufen. Andererseits…

Im Atelier

März 3, 2021 § 3 Kommentare

Im Lockdown kann einem schon mal die Farbe ausgehen. Bei mir gestern das Weiß. Aber oft entsteht Neues aus dem Mangel, und ich probierte eine andere Herangehensweise an das Bild, indem ich das Weiß durch Wasser kompeniserte. Ich trug also stark verwässerte Acrylfarbe Schicht um Schicht auf und beließ alles im Angedeutet-Zart-Hellen. Frühere Bemalungen der Leinwand bleiben gut sichtbar, und auch dieser flüchtige Atelier-Ausschnitt wird nicht überdauern – trotz der irgendwie altbackenen Anmutung.

Stillleben

Februar 24, 2021 § 4 Kommentare

Die britische Malerin Serena Rowe hat mich zu diesem Blumenarrangement inspiriert. Sie betreibt einen wunderbaren Instagram-Kanal: serenaroweart

Im zauberhaften Wald

Februar 19, 2021 § Hinterlasse einen Kommentar

Nach dem zauberhaften Tiergarten nun der zauberhafte Wald. Der Schnee ist geschmolzen, aber die Stämme träumen noch.

Im zauberhaften Tiergarten…

Februar 11, 2021 § 6 Kommentare

…. neulich, nach dem ersten Schnee. Anfrierendes Wasser, azurfarbener Himmel. Am Tiergartengewässer, Nähe Rhododendronhain. Nach einer Fotografie.

Landstrich

Februar 6, 2021 § 8 Kommentare

(Kein Tier. nirgends)

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