Nochmal: Köpfe.

Dezember 5, 2016 § Ein Kommentar

Der Körper ist Wucht, Masse – und fragil, zart. Er kann im Moment auseinander fliegen, brechen – oder zur Maske erstarren. Um wieviel mehr der Kopf.

 

kopf-tusche-lkjh

 

kopf-tusche-wjrhe

 

kopf-tusche-sekjr

 

kopf-tusche-paose

 

kopf-tusche-gkjhz

 

kopf-tusche-asdf

Drei Köpfe

Dezember 4, 2016 § 2 Kommentare

Tusche auf „Drachenpapier“.

 

kopf-tusche-fkjv

 

kopf-tusche-yslkd

 

kopf-tusche-yxlkf

Tuschen

Dezember 3, 2016 § 2 Kommentare

Der chinesische Laden im Nachbarkiez hält Unmengen eines großformatigen, besonders stabilen und sehr grob gefertigten Papieres auf Lager. Er nennt es Drachenpapier. Vielleicht, weil es sich gefräßig saugend Flüssigkeit einverleibt. Ein sehr aktives Papier also, das ein gewichtiges Wörtchen mitredet im bildnerischen Prozess. Ganz im Unterschied zum iPad etwa, das als willig dienstbares Tool geradezu unterwürfig daherkommt, und über dessen Oberfläche der Zeichenstift flutscht wie einst Hans-Jürgen Bäumler übers Eis. Als Dilettant kracht man da schnell gegen die Bande. Die grob knarzenden Fasern des Drachenpapiers hingegen drehen selber Pirouetten, und was für welche!

 

landschaft-getuscht

 

schwarz-auf-drachenpapier

Torsi II, sowie weitere iTemperacutouts

Dezember 2, 2016 § 7 Kommentare

Fortsetzung meiner iTemperabilder, als Spagat zwischen Eitemperaklecksereien und iPad-Cutout-Malerei. Oder so ähnlich. Zunächst fünf Torsi:

 

torso-slkrj

 

torso-lkjes

 

torso-sdlkr

 

torso-slfkdj

 

torso-aslkj

 

alsdann eine denkende Raucherin,

 

die-denkerin

eine sonnenbeschienene Seherin,

 

figur-uzcd

ein querdenkender Eigenbrödler,

kopf-swkje

 

zwei nicht näher bekannte Stiere auf einer Düne,

 

 

zwei-stiere-auf-duene

 

 

ein als Zeppelin getarntes obskuranimalisches Flugobjekt am sturmzerzaust nächtlichen Himmel,

 

 

zeppelin-vor-nachthimmel-png

 

 

sowie ein narzisstisches Objekt,

 

objekt-vor-spiegel

 

und finalmente zwei Liebende, entschwebend…

 

liebende-eins

 

liebende-zwei

 

liebende-drei

 

 

Die Kuh. Die Kuh!

November 26, 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

kuh-oxydrot

Seine letzte Zigarette

November 25, 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Seine letzte Zigarette

Seine letzte Zigarette

Ich hatte Lust, ihn in die Schulter zu beißen …

November 23, 2016 § 2 Kommentare

Das Herz ist mir schwer, wenn ich daran denke, dass wir morgen das Land verlassen werden, und doch bin ich auf eine überraschende Weise glücklich, furchtlos und ins Leben verliebt…“ Mit diesem Satz endet das Tagebuch einer Sibirienreise: „Das Licht der grünen Steppe“, geschrieben von Brigitte Reimann. Früh erfolgreich als Autorin in einem Land, das längst Geschichte ist. Geschichte ist auch die Sowjetunion, von deren Aufbautaten die Reise 1964 Zeugnis ablegen sollte. Man liest darin aber Sätze wie „Auf der Insel zwischen Birken und braunen Zelten, spielten unsere Männer Volleyball gegen eine Studentenmannschaft. Wie recht hatte der Sibirier, der einen Tost auf die ‚gewichtige Delegation‘ aufbrachte: was kamen da für Bäuche zum Vorschein, wie viele Zentner wogten da übers Feld, zwischen den schlanken braunen Knaben… Wir standen daneben und feixten: ich habe auch eine Theorie über dicke Leute, die sagte ich Nadja, und wir lachten so provokatorisch, daß wir vom Platz verwiesen wurden.“ Das liest sich programmatisch über ihr Leben, denn bei aller Hingabe an die Idee, die sozialistische Gesellschaft mit aufzubauen, und trotz diverser Auszeichnungen, rieb sie sich zunehmend an der Ignoranz der Funktionäre und dem Kunstunverständnis einer Arbeiterschaft, aus der doch der neue Mensch geformt werden sollte. Wie die privaten Turbulenzen stets ins Politische hinüberschwappten, und umgekehrt, kann man in ihren Tagebüchern nachlesen. Die endlosen Sitzungen, Beratungen der Kollektive, Parteigremien, die Arroganz der Macht (Ulbricht), die Speichellecker des Systems, die Avancen älterer Männer, aber auch das subversive Einverständnis mit Gleichgesinnten. Der Alkohol omnipräsent, Musik als Stimulans. Stete Zweifel am eigenen Vermögen, trotz früher Erfolge als Autorin, Abstürze in die Depression – und Liebe. Begehren, Verlangen. Der Weggefährte und Freund Dieter Dreßler fand diese Worte: „Ihr Lebenswille war blanke Lebensgier seit der Zeit der ersten schweren, ihr Leben bestimmenden Krankheit [Kinderlähmung 1947]. Der mögliche frühe Tod schien wie eine sehnsuchtsvolle Angst mit der Lust ihres Lebens verbunden.“ 1961, in zweiter Ehe mit dem Schriftsteller Siegfried Pitschmann zusammenlebend, lernt sie Hans Kerschek kennen – „…ich hatte Lust, ihn in die Schulter zu beißen… Wir analysierten sehr kalt und vernünftig unsere Beziehung und legten die Spielregeln fest – wir wußten schon, daß etwas wuchs, was den Verstand überschwemmte“ –  und beginnt eine jahrelange Affäre, bevor beide ihre jeweiligen Partner verlassen und heiraten. Doch die Ehe endet im Zerwürfnis, mehr noch: Reimann sieht sich nun von Anbeginn an hinters Licht geführt. Für Dieter Dreßler war Kerschek ein von der Stasi auf Brigitte Reimann angesetzter Ehebrecher. Wenige Jahre bleiben ihr bis zum frühen Krepstod, Jahre in denen sie mit ihrem Hauptwerk Franziska Linkerhand kämpft und hadert, ohne es vollenden zu können.

 

Brigitte Reimann, erster Versuch

Brigitte Reimann, erster Versuch

 

Literatur:

Brigitte Reimann: Ich bedaure nichts. Tagebücher 1955 – 1963. Berlin 1997.
-: Alles schmeckt nach Abschied. Tagebücher 1964 – 1970. Berlin 1998.
-: Das grüne Licht der Steppen. Tagebuch einer Sibirienreise. Berlin 1965.
-: Frankziska Linkerhand. Roman. Ungekürzte Neuausgabe. Berlin 1998.
– / Dieter Dreßler: Eine winzige Chance. Blätter, Bilder und Briefe. Berlin 1999.
Brigitte Reimann. Eine Biographie in Bildern. Hg. Margit Bircken und Heide Hampel. Berlin 2004