Höllensturz II

August 16, 2017 § Ein Kommentar

 

 

 

„Prinzessin von Urbino“

August 13, 2017 § 6 Kommentare

 

 

Unter der Inventarnummer 78 befindet sich in der Skulpturensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin eine Büste mit dem Titel „Prinzessin von Urbino“. Im 19. Jahrhundert als Renaissance-Arbeit erworben und Desiderio da Settignano zugeschrieben, gilt das Werk unterdessen als Nachschöpfung des 19. Jahrhunderts. Meine Kohlezeichnung des Profils setzte ich auf einen weit ausschwingenden Klecks, wie immer verflossene Eitempera…

Höllensturz I

August 12, 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neues aus dem Bode-Museum

August 8, 2017 § 8 Kommentare

Noch immer beschäftigen mich die Skulpturen im Bode-Museum. Tusche auf Eitempera auf Makulaturpapier.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausgetrickst

August 6, 2017 § 5 Kommentare

Der Raucher

 

Wer mal wieder jemanden so richtig quarzen sehen will, muss keine alten Filme gucken. Es gibt einen neuen „Künstlerfilm“ – die haben ja gerade Konjunktur – und dieser hier lohnt sich:  Final Portrait. Es geht um Giacometti, der mit einem  – es wird sein letztes sein – Portrait nicht fertig wird. Am Ende greift der Portraitierte zu einem Trick, um dem Künstler aus einer Schleife, der er nicht mehr Herr wird, herauszuholen. Sehenswert!

 

(Das Bild ist eine übermalte Postkarte ohne Bezug zu Giacometti)

Gradationskurven am Großen Stern

August 3, 2017 § 4 Kommentare

 

Neulich abends durchquerte ich den Tiergarten. Am Großen Stern war die Sonne untergegangen, der Himmel stemmte sich farbenprächtig gegen die aufziehende Dunkelheit. Ich beschloss, mit meiner kleinen Kamera ein paar Fotos zu machen und stelle sie, um verwackelungsfrei länger belichten zu können, auf den Boden. Radler, Jogger, Fußgänger, Touristen umrundeten die Siegessäule und kreuzten meine Linse. Ihre Flüchigkeit fand vor meinem Chip keine Gnade. Nun steckt in einem (digitalen) Foto ja viel mehr, als man mit bloßem Auge erkennen kann. Ich spielte also am PC mit den Gradationskurven und verhalf dem (untergegangenen) Himmel zu einem zweiten, überraschend pastellfarbigen Frühling. Zugleich zogen Algorithmen scharfe Kanten, wo verhuscht radelnde Schatten abgelichtet worden waren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Kreuz mit dem Schloss

Juli 31, 2017 § 11 Kommentare

 

 

Früher. Stand da ein Schloss inmitten Berlins. Immer schon, war auch niemand groß gefragt worden, war einfach da. Saß der Kaiser drin und beschützte von dort aus die Welt. Na gut nicht die ganze, aber doch nicht wenig davon, z. B. bis runter nach Südwestafrika. Wollte dann mehr davon, überhaupt bisschen mit den Muskeln spielen, gabs ein Hauen und Stechen mit den anderen, ging dann leider schief. Große Enttäuschung, kamen andere und wollten es der Welt mal so richtig zeigen. Ging noch schiefer, alles kaputt, Trümmer. Das Schloss stand noch, allerdings ramponiert, so dass wieder andere, die diesmal alles richtig richtig und mit dem ganzen im Schloss geherrscht habenden Ungeist ein für alle mal Schluss machen wollten das Ungetüm kurzerhand abrissen. Bauten einen Palast stattdessen, für die einfachen Leute, denen nun alles zugute kommen sollte, ging auch wieder schief. Stand der richtige Palast nun im falschen Land, musste auch abgerissen werden. Und nun: Wiese, weite Fläche, viel Luft, Platz für Leute, Nachdenken, Entspannen, Warten, Utopie, Nichts. Großartige Sache. Dumm aber für die Mächtigen, die sich vor Vakuen fürchten,  gerne Haufen setzen, vorzugsweise aus Stein oder heutzutage aus Beton. Musste viel Beton her, und, ganz wichtig, Schloss von außen, weil irgendwie schön und dann aber bitte auch mit Kaiser drin. Bis jemand merkte, dass es keinen mehr gab. Was also rein? Anderen Helden, am besten älter weil besser vermittelbar in schließlich aufgeklärten Zeiten. Die Brüder von Humboldt, Alexander von Humboldt insbesondere, guter Mann, sogar total beliebt in Lateinamerika. Und was in der Welt an Insignien von beschützten Potentaten und überhaupt allerlei schmuckem Zierat so zusammengeklaubt worden war, soll nun unter dem Sigel einer weltumarmenden FriedeFreudeEierkuchenShow dem Volk präsentiert werden. Wurden eilends drei Häuptlinge zusammengetrommelt als da wären der bereits über eine Fälschung übel gestolperte Kunsthistoriker Horst B., der Judoka im Amt des Preußenpräsidenten Hermann P. und der englische Deutschlandversteher Neil M. Könnten ja nun ein bisschen Aufklärung zu Art und Umstand des „Erwerbs“ der auszustellenden Objekte in die Show einbringen, dachte so manche. Iwo. Kein Platz für lange Texte an der Wand, Volk zu dumm, überhaupt Schloss zu klein für zu viel Info. Regte sich Unmut, sprang Häuptling Horst B. in die Bresche, immer diese deutsche Rumnörgelei, außerhalb Deutschlands herrsche Begeisterung über das Projekt. Ha! – Steilvorlage: Betonklotz zersägen,Teile auf Kähne zur Spree hinunterrollen und ab damit in die weite Welt, die sich schon die Finger leckt danach. Hugh.

 

P.S. Wer etwas zu sagen haben will, muss die Berechtigung dazu immer von oben, am besten ganz oben bekommen. Letztlich von Gott, weil drüber ist keiner. Heute nicht mehr, weil Geld alleine reicht. Aber früher. Drum bekam das Schloss vom Kaiser eine Kuppel spendiert, mit einem Kreuz obendrauf, damit in Zeiten, nämlich dem 19. Jahrhundert, wo das nicht mehr jedem klar war, weithin sichtbar war, dass der Kaiser sein Recht auf Tyrannei von Gott hatte. Jetzt ist die Kuppel wieder da, muss also auch das Kreuz wieder drauf. Leider kapiert nicht jeder, dass heutzutage, wo wir Geld statt Gott haben, das Kreuz Folklore ist, also nix mehr bedeuten soll. Jedenfalls nicht das Schlimme von früher (Kreuzfahrer etc.) sondern nur das Gute (Nächstenliebe etc.)

 

Foto: Historische Aufnahme vom 28.04.2008:  Palast der Republik