Nach der Vorzeichnung

März 21, 2019 § 2 Kommentare

Die Geschichte der Zivilisation ließe sich beschreiben als der fortdauernde Versuch, die Triebhaftigkeit des Menschen in eine Sozialstruktur einzubinden. Die antiken Mythen, wie sie beispielsweise Ovid in seinen Metamorphosen aufgezeichnet hat, sind voller triebgesteuerter Gewalt. Raub und Vergewaltigung(sversuche) sind beherrschende Themen und bildeten später die Blaupause für einen Großteil der abendländischen Bildenden Künste. Mit dem Christentum fand erstmals der Gedanke der Empathie, des Mitleids Eingang in die großen Erzählungen. Doch wenngleich die christlich geprägte Kunst, beispielsweise in der mittelalterlichen Minnelyrik, Ideale von körperlicher Distanz und zeremoniell aufgehobenen Begehrens ausformulierte, blieb eine jeweils gelebte Praxis hinter den Anforderungen zurück. Etwas aber war in Gang gesetzt, und die Suche nach einer gerechteren Welt bestimmt nachhaltig unser Denken. Die Vorzeichnung für mein aktuelles Bildprojekt bezieht sich auf die Gruppe eines Satyrs und eines Hermaphroditen, die ein unbekannter griechischer Bildhauer vermutlich im zweiten vorchristlichen Jahrhundert gestaltet hat, und die sich in einer Reihe römischer Kopien erhalten hat. Als Vorlage für mein Bild dient mir die fotografische Abbildung dieser als  „Dresdner Symplegma“ in der Fachliteratur bezeichneten Gruppe. Und da ich, wie so oft, nach einem ersten Bildentwurf nicht gleich weiß, wie ich weiter vorgehe, und in welche Richtung hin ich das Bild ausarbeiten möchte, gönne ich mir einen Zwischenschritt des Experimentierens in der digitalen Welt. Hier eine mit dem iPad erarbeitete Montage:

 

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Makabre Weltschau mit suchenden Kranichen

Februar 18, 2017 § 8 Kommentare

Freies Wlan im ICE – nicht, dass ich’s gebraucht hätte um wie gewohnt die Vorzüge einer gepflegten Bahnfahrt zu genießen. Ist es aber mal da, nehme ich es gern in Anspruch und poste hiermit on the fly from Berlin to Südhesse. Gestern noch einer fulminanten Aufführung von Ligetis Le Grand Macabre in der Philharmonie beigewohnt, dieser sehr aktuell scheinenden Oper über einen im Vollrausch verpassten Weltuntergang. Trotz allen Klamauks am Ende doch Beklemmung über den Zustand einer Welt, in der, um nur einen Aspekt herauszugreifen, Pressekonferenzen des mächtigsten Mannes eben dieser Welt im Format einer Realityshow daherkommen (nebenbei: wir wussten in den achtziger Jahren, als die Einführung des Privatfernsehens in der BRD diskutiert und von der CDU durchgedrückt wurde natürlich schon, welch schlimmen Folgen dies für die Selbstwahrnehmung einer Gesellschaft haben würde, hätten uns d i e s e s Ausmaß aber nicht vorstellen können.) Ligetis Musik hingegen, allzumal auf diesem allerhöchsten Niveau dargeboten – hinreißend. Und so entließen die Singenden (hm… Sängerinnen und Sänger) das Publikum hinaus in die Welt:

 

Fürchtet den Tod nicht, gute Leut‘!
Irgendwann kommt er, doch nicht heut‘!
Und wenn er kommt, dann ist’s soweit…
Lebt wohl so lang in Heiterkeit!

 

 

Kraniche

 

 

 

 

Sieben Selbste mit Schapka und ein hochaktuelles Rühmkorfzitat

Januar 30, 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

Wie ich höre, hast du lange nicht von dir selbst

              gesungen, Onkelchen?!

Die Menschheit muß ja allmählich denken,

              sie ist unter sich –

 

So launig beginnt Peter Rühmkorfs „Selbstporträt“ von 1977. Einige Verse weiter aber kommt’s dann knüppeldick:

 

Die Wahrheit macht einem immer mal wieder

              einen dicken Strich durch den Glauben.

Man kuckt in die Zukunft – jedenfalls ich! –

              wie in eine Geschützmündung.*

 

 

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* zitiert nach: Peter Rühmkorf: Gedichte. Rowohlt Verlag, Reinbeck 2000, S. 295f.

apokalyptische reiter

Januar 23, 2017 § Ein Kommentar

 

 

traum-lktje

 

 

Seine letzte Zigarette

November 25, 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Seine letzte Zigarette

Seine letzte Zigarette

Frisch zurück

Oktober 22, 2016 § 7 Kommentare

von der Hütte im Vogelsberg wollte ich hier meine Ausbeute, ein paar Tuschezeichnungen vorstellen. Mein Dino-PC aber gibt sich bockiger als sonst. Also noch bockiger. Was er darf, denn er ist arg in die Jahre gekommen. Gekauft – ja ich wollt’s jetzt doch mal wissen und hab nachgeschaut – im Jahr des Herrn 2000. Ein Milleniumgroßrechner, sechzehn Jährchen auf dem Buckel. Windows 98. Der beste den ich je hatte. Der Scanner hängt dran, und so ist’s für den Moment nix mit gescannter Tuschware. Aber ich hab ja noch mein iPad. Da reift momentan so einiges, wenngleich Apple das Begrüßungsritual „Apple-ID-Überprüfung. Geben Sie in den Einstellungen das Passwort für ‚IchbindergrößteApplehasserderWelt@icloud.com‘ ein. Später. Einstellungen.“ auf Stufe zwei hochgesetzt hat. Stufe zwei bedeutet, dass die freundliche Begrüßung nun jedesmal beim Start drei- statt wie bisher einmal aufpoppt. Für mich freilich noch immer eine leichte Übung, Apple drei- statt wie bisher einmal zu vertrösten und auf „Später“ zu tippen (tappen? was sagt man statt klicken?)

daswirdnochwas

cutouts

Oktober 15, 2016 § 5 Kommentare

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Wo bin ich?

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