Schneewärts

Mai 13, 2019 § Hinterlasse einen Kommentar

Weil wir uns den Schnee erwandern wollten, fuhren wir nur bis zur Mittelstation hinauf. Unterwegs dann die Vegetation teils um Wochen hinter der unten im Tal zurück, zarte Knospen erst, aber saftiggrüne Wiesen in hübschem Kontrast zu Felsengesprenkelten Schneegipfeln im Hintergrund. Ein paar Schafe aufs Fressen konzentriert mit wenig Sinn für die erhabene Bergwelt.

Dann vereinzelt Schneereste, schnell aber großflächig krustig tauender schließlich feinster Pulverschnee. Wer wie ich den Winter über keinen Schnee abbekam, holt ihn sich eben im Mai im Hochgebirge. Passt schon, im Nachhinein. Höhe gewinnen aber ist anstrengend:

Oben auf der Alm tapfer draußen gesessen, eine gnädige Sonne gibt sich, vielmehr uns die Ehre, das Bergpanorama fest im Blick.

Später aber drinnen am offenen Kamin aufgewärmt, bevor‘s hinunter ging, fast im Galopp weil Knieschonender. Merke: Abwärts immer die Schwerkraft mitnehmen anstatt sich dagegen zu stemmen, ist effizienter. Und Papas alte Wanderschuhe, rechtzeitig neu besohlt, gewährleisteten sicheren Tritt. Jetzt sitzen wir im Ort auf dem Balkon und schauen hinauf zum Schnee, dessen Weiß nahtlos in den Himmel übergeht. Und dieser Himmel glänzt wie ein Spiegel der nur Licht reflektiert.

Werbeanzeigen

Reiseskizzen

Februar 12, 2019 § 14 Kommentare

Ohne das kleine Schwarze gehe ich nicht aus dem Haus. Schon gar nicht auf Reisen. Um so größer die Erleichterung vor dem Schock, als eine aufmerksame Sitznachbarin im ICE das schwarze Notizbüchlein unterm Sitz hervorzog und mich fragte, ob es das meine sei, noch bevor ich den Verlust überhaupt bemerkt hatte. Meine Erleichterung war groß und nur der Schicklichkeit halber fiel ich ihr nicht um den Hals, enthält das Büchlein doch nicht nur meine Skizzen, sondern die Gedanken und Literaturexzerpte der letzten vier Monate. Ich hätte die vier Monate nochmal leben müssen, hätte sie nicht aufgepasst. Ihr widme ich die ansonsten verloren gegangenen Skizzen meiner Reise.

 

DA3834C8-3802-4658-A26C-EBB1DEFA8EB310D7C9D9-E402-4451-9DF1-AC6B40A6DF34B3BC0C32-E954-4A4F-B9C9-8D570681CBD402692986-39FA-4208-8B94-3636F1431A292A45ECED-5263-428D-B5F2-06055C9CC64185525FF3-C1C8-48A3-8061-EE92632C259C020B9A3A-D24C-418D-8616-43E1F641FA964EA1B6A7-2474-4CEE-9855-3A23AC3BB2FCC3198347-0898-441F-8296-551F4595DA884E29E2C7-C4E4-44E5-9EE6-02C48A7BF2A6A7B87AF6-F42B-4B68-BA4C-1A33203CBF438BC9440A-84BA-48F4-A1F8-7B500C9FC6ECCBAF1333-B806-48E3-BD81-AA1AC60AB872B6E5F749-F368-4D18-B242-8DA04A30FAD0629FAEE0-45BA-4125-AD84-717B64E62100

Paare

Dezember 3, 2018 § 4 Kommentare

Auf Instagram sind wir alle gleich. Ob eine berühmt ist, gerade einen Grammy gewonnen hat und zwei Millionen Follower auf dem Buckel, oder ein Nobody mit zwei treuen Anhängern – alle teilen sie sich das gleiche Format, haben die gleichen Möglichkeiten, sind gleich gut erreichbar. Zwar erkennt man Unterschiede, Grade von „Professionalität“ der gemachten Aufnahmen. Das aber fällt nicht ins Gewicht. Das stets gleiche Format schärft den Blick für das je Besondere. Bisweilen wird’s arg schräg  – neulich geriet ich beim Stöbern an Schönheitschirurgen. Einer macht das immer gleiche Foto mit Siegesdaumen und Honigkuchengrinsen umringt von OP-Schwestern, ein anderer präsentiert die Körper seiner Opfer mit aufgezeichneten Schnittmarkierungen. Aber hey, wer nicht selber ein bisschen plemm-plemm ist im Kopf, der werfe den ersten Stein! Und dann das Bedürfnis, sich als Paar zu zeigen. Das fand ich so anrührend, dass diese kleine Serie entstanden ist:

 

insta-paar dkjgsinsta-paar lbkjvinsta-paar qljiinsta-paar lkgj

 

Zwischenbemerkung in eigener Sache, nebst Fortsetzung der Instagram-Serie

Dezember 2, 2018 § 11 Kommentare

Mit zunehmendem Alter versteht man, warum alte Menschen so sind wie sie sind. In jungen Jahren verstand man das eher nicht. Das ist wohl auch richtig so, denn irgendwoher muss die Energie kommen, um die Dinge im Fluss zu halten. Und junge Menschen mit dem Wissen der Alten zu belasten, bremst diese Energie. So gesehen bestünde die Weisheit des alten Menschen darin, sich Schlupflöcher, Nischen und stille Winkel zu suchen, um dort unbehelligt dem anstehenden Tagesgeschäft nachgehen zu können, während links und rechts die Jugend vorbeistürmt. WordPress nervt derzeit mit einem aufpoppenden Banner „A new Editor ist coming to level up your layout. Mehr erfahren? Nein, danke! x“ Meine Nische ist der alte Editor, der mich in Ruhe das machen lässt, wozu ich WordPress nutze. Was er mich nicht machen lässt, brauche ich nicht. Die Jugend darf gerne ihr Layout aufbrezeln, oder auch sich als Testvieh am Ring durch die Manege des Silicon Valley ziehen lassen. 

 

insta_jsdyinsta_jkphiinsta_aslkjinsta_jaljiinsta_jswiinsta_jrr

insta_jzzi

Ausschnitt aus Bild Nr. 7, stark vergrößert:

insta_jzzi_Detail

Die Schere des Grauens

November 29, 2018 § 8 Kommentare

Von wegen der Mensch sägt an dem Ast, auf dem er sitzt. Er schnippelt. Die ersten genmanipulierten Menschen haben das Licht der Welt erblickt, nachdem an ihrem Erbgut ein wenig mit der Schere herumgeschnippelt worden war.  Von dieser Stelle aus meinen herzlichen Glückwunsch allen Forscherinnen und Forschern, die dies ermöglicht haben. Aber das nur am Rande. Nicht dass der alltägliche Wahnsinn einen wie mich davon abhalten könnte, ein paar harmlose Bildchen zu malen.

 

insta_jsqmmi

insta_höppj

insta_hahjinsta_hipjinsta_akzjinsta_jsaalkinsta_jll

(aus der Instagram-Serie)

Wir Narren

November 25, 2018 § 11 Kommentare

insta_jkcjiinsta_jsaehiinsta_jsdlk

 

insta_jsqhiinsta_jsdhiinsta_jshjiinsta_jsnjiinsta_jpnjiinsta_joohiinsta_jslli

 

(Fortsetzung der Instagram-Serie)

Im Café

November 18, 2018 § 7 Kommentare

Skizze bkaokfi8kfi7kfi5kfi4kfi3kfi2

(Der gute alte Filterkaffe erlebt gerade eine Renaissance. Drum heißt der „normale“ Automatenkaffee jetzt Americano, obgleich das in Amerika übliche Heißgetränk unfassbar dünner Automatenfilterkaffee ist. Oder war. Die (Kuchen-)Schnitte ist ein „bar“. Das hab‘ ich mir von einem ob meiner hinterwäldlerischen Nachfrage kurz irritiert aber sonst super freundlich agierenden Angestellten erklären lassen. Na ja, ich verirre mich nicht mehr allzu oft nach Mitte. Zu viel Geld dort.)

Wo bin ich?

Du durchsuchst momentan Beiträge mit dem Schlagwort Kugelschreiberzeichnung auf Der Dilettant.

%d Bloggern gefällt das: