Paare

Dezember 3, 2018 § 4 Kommentare

Auf Instagram sind wir alle gleich. Ob eine berühmt ist, gerade einen Grammy gewonnen hat und zwei Millionen Follower auf dem Buckel, oder ein Nobody mit zwei treuen Anhängern – alle teilen sie sich das gleiche Format, haben die gleichen Möglichkeiten, sind gleich gut erreichbar. Zwar erkennt man Unterschiede, Grade von „Professionalität“ der gemachten Aufnahmen. Das aber fällt nicht ins Gewicht. Das stets gleiche Format schärft den Blick für das je Besondere. Bisweilen wird’s arg schräg  – neulich geriet ich beim Stöbern an Schönheitschirurgen. Einer macht das immer gleiche Foto mit Siegesdaumen und Honigkuchengrinsen umringt von OP-Schwestern, ein anderer präsentiert die Körper seiner Opfer mit aufgezeichneten Schnittmarkierungen. Aber hey, wer nicht selber ein bisschen plemm-plemm ist im Kopf, der werfe den ersten Stein! Und dann das Bedürfnis, sich als Paar zu zeigen. Das fand ich so anrührend, dass diese kleine Serie entstanden ist:

 

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Zwischenbemerkung in eigener Sache, nebst Fortsetzung der Instagram-Serie

Dezember 2, 2018 § 11 Kommentare

Mit zunehmendem Alter versteht man, warum alte Menschen so sind wie sie sind. In jungen Jahren verstand man das eher nicht. Das ist wohl auch richtig so, denn irgendwoher muss die Energie kommen, um die Dinge im Fluss zu halten. Und junge Menschen mit dem Wissen der Alten zu belasten, bremst diese Energie. So gesehen bestünde die Weisheit des alten Menschen darin, sich Schlupflöcher, Nischen und stille Winkel zu suchen, um dort unbehelligt dem anstehenden Tagesgeschäft nachgehen zu können, während links und rechts die Jugend vorbeistürmt. WordPress nervt derzeit mit einem aufpoppenden Banner „A new Editor ist coming to level up your layout. Mehr erfahren? Nein, danke! x“ Meine Nische ist der alte Editor, der mich in Ruhe das machen lässt, wozu ich WordPress nutze. Was er mich nicht machen lässt, brauche ich nicht. Die Jugend darf gerne ihr Layout aufbrezeln, oder auch sich als Testvieh am Ring durch die Manege des Silicon Valley ziehen lassen. 

 

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Ausschnitt aus Bild Nr. 7, stark vergrößert:

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Die Schere des Grauens

November 29, 2018 § 8 Kommentare

Von wegen der Mensch sägt an dem Ast, auf dem er sitzt. Er schnippelt. Die ersten genmanipulierten Menschen haben das Licht der Welt erblickt, nachdem an ihrem Erbgut ein wenig mit der Schere herumgeschnippelt worden war.  Von dieser Stelle aus meinen herzlichen Glückwunsch allen Forscherinnen und Forschern, die dies ermöglicht haben. Aber das nur am Rande. Nicht dass der alltägliche Wahnsinn einen wie mich davon abhalten könnte, ein paar harmlose Bildchen zu malen.

 

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(aus der Instagram-Serie)

Wir Narren

November 25, 2018 § 11 Kommentare

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(Fortsetzung der Instagram-Serie)

Im Café

November 18, 2018 § 7 Kommentare

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(Der gute alte Filterkaffe erlebt gerade eine Renaissance. Drum heißt der „normale“ Automatenkaffee jetzt Americano, obgleich das in Amerika übliche Heißgetränk unfassbar dünner Automatenfilterkaffee ist. Oder war. Die (Kuchen-)Schnitte ist ein „bar“. Das hab‘ ich mir von einem ob meiner hinterwäldlerischen Nachfrage kurz irritiert aber sonst super freundlich agierenden Angestellten erklären lassen. Na ja, ich verirre mich nicht mehr allzu oft nach Mitte. Zu viel Geld dort.)

Schubert, zwei Versuche

November 11, 2018 § 2 Kommentare

 

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Franz Schubert

 

 

 

Schubert drei

Franz Schubert

 

Wer sich bildnerisch der Physis Franz Schuberts annähern will, muss auf bereits vorhandene Abbildungen oder Artefakte zurückgreifen. Unter Einbeziehung von zeitgenössischen Beschreibungen, wenn man will. Ein Arbeiten vor dem lebenden Modell ist nicht möglich. Man kann sich dabei von dem, was wir an Schubert lieben – seine Musik – leiten lassen, was dann vermutlich eine Art idealisiertes Portrait hervorbringt. Zwar hinterlässt ein gelebtes Leben Spuren in der Physiognomie, die wiederum ins Portrait einfließen können. Dass aber ein Geistiges, hier die Musik, das Antlitz formt, darf getrost ins Reich der Legende verwiesen werden. Schuberts unmittelbare Nachwelt aber hatte nichts Eiligeres zu tun, als den Mensch von allem „Makel“, allem „Unmoralischen“ zu befreien. Das ist die Gedankenwelt des Idealismus, nach der äußere und innere Schönheit einhergehen. Morgens „Himmlische“ Musik komponieren, und abends „liederlichen“ Ausschweifungen nachgehen –  das durfte nicht sein. So stand es denn auch in einem der ersten Nachrufe, erschienen wenige Tage nach Schuberts Tod, in der Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode, aus der ich hier nur die Übersetzung ins Englische aus dem Lexikon Grove Musik Online zitieren kann: „…his private life was absolutely honourable and worthy, as is always the case with every true artist.“ Ein schöner, guter Gedanke, leider unwahr.

P. S. Mein erster Schubert ginge vielleicht auch als Daniel Barenboim durch, merke ich grad…

Selbst, jegliche Ähnlichkeit mit Mirselbst entbehrend,

Januar 29, 2018 § 2 Kommentare

 

aber mit authentisch fragendem Blick, wie er im Fenster eines durch den dämlich-trübsinnigen Spätnachmittag zuckelnden S-Bahn-Waggons sichtbar wird.

 

Wo bin ich?

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