Über das Leben im knisternden Scheiterhaufen

Januar 29, 2019 § 15 Kommentare

Walter Benjamin zufolge wohnt jedem Portrait Trauer inne, da es den Tod des Portraitierten antizipiert. Das Portrait verlängert die abgebildete Person über den Tod hinaus und zeigt daher mit dem Finger auf das Ende. Ist das Portrait gealtert, weit über den Tod des Abgebildeten hinaus, kehrt sich die Trauer in Trost: das Leben war nicht vergeblich, das fortdauernde Bild kündet späteren Generationen vom Wirken eines Menschen, es dokumentiert: hier hat Einer gerungen, hier hat Eine gelitten. Auch in der verbreitetsten Ausprägung des Portraits der Jetztzeit, dem Selfie, steckt Trauer. Im naiven Bemühen um Eingang ins Digital-Ewige hinein, im Wunsch, dort eine neue Heimat zu finden, wo die Vergänglichkeit alles Materiellen aufgehoben scheint. Schaut man in die Instagram-Welt, glotzt die globale Vanitas-Fratze zurück. Alles eitel und nichtig. Und ein Fest. Ja, ein großes Fest. Und dazu legen wir unsere Lieblingsplatte auf, spielen die immer gleiche Stelle, bis sie knistert wie ein Scheiterhaufen. So ist’s drüben im Studio Glumm nachzulesen, in diesem fulminanten Text über das schöne, gefährliche Leben.

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selbst rauchend

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Melancholie in der Küche

Mai 1, 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Melancholie in der Küche

Professor Sloterdijk  hielt mal einen Vortrag über Trost in der Philosophie. In „Zeilen und Tage. Notizen 2008 – 2011“ berichtet er darüber und erwähnt Derrida, der in der Freudschen Auslegung der Unterscheidung von Trauer und Melancholie eine Lanze für die Untröstlichkeit brach: „Während die Trauer darauf hinarbeitet, zu guter Letzt über den Verlust hinweg zu kommen, hält die Melancholie die Wahrheit am Leben, wonach jedes verlorene Menschenleben darauf Anspruch hätte, als unbewältigbarer Verlust empfunden zu werden. Es ist in pragmatischer Hinsicht begreiflich und tröstlich, dass das Leben weitergeht, metaphysisch ein Skandal“ (Sloterdijk S. 516f.) Dem ist nichts hinzuzufügen. 

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