Tasteneskapismus

Mai 16, 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

 

Im Silicon-Valley forschen sie am Transhumanismus. Das Leben verlängern, den Tod besiegen gar. Übergang in eine erweiterte Daseinsform, Mensch und Maschine verschmelzen. Übergangsweise schon mal das Gehirn in den Computer hochladen und schauen was sich entwickelt. Ob die, die ihr obszön angehäuftes Geld da rein stecken, selber noch davon profitieren bleibt abzuwarten, Zwischenzeitlich lässt sich der erstmal irgendwann tote Körper aber aufbewahren, um eventuell später reaktiviert und dem dann stattgefunden habenden Fortschritt zugeführt werden zu können. Leider aber Klimakatastrophe, wohl nicht mehr abwendbar. Sitzen auf einem untergehenden Schiff und beschweren uns übers Essen. Meint der desillusionierte Klimaforscher. Noch vorherer aber WM und Aufgebot ohne Sandro Wagner, der noch vor kurzem in Darmstadt im rumpeligen Böllenfaltorstadion kickte. Und dann der George-Kreis. Erlaucht elitäres Intellektuellengeraune aber hinter den Kulissen harter Sex mit jungen, gern auch auf der Straße aufgelesenen Männern. Robert Schumann elendiglich zu Tode gehungert, weil geistig gesund in eine Irrenanstalt weggesperrt. Bleibt so schnell kein Stein auf dem anderen. Dafür das Klavier frisch gestimmt und wieder mehr gespielt und o Wunder die früh internalisierte Handgelenksblockade löst sich und Energien fließen. Kreislauf aus Geist Arm Finger Taste Saite Klang Geist. Auf der Titanic wurde ja auch bis zuletzt gespielt.

 

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Chaim Soutine

Juni 5, 2014 § 2 Kommentare

Einer dieser Maler, dessen Bilder mich nachhaltig faszinieren, ist Chaim Soutine. Gemeinhin getaggt unter „Französischer Expressionist“, schafft er es, der Farbe Richtung und Dynamik einzuverleiben. Bemerkenswert für mich: gleich ob er Bäume, Menschen, Tierkadaver oder Landschaften malt – das Bild fungiert stets als Spiegel der Seele eines Menschen, der für seine Malerei brannte, und dessen Gegenwart wahrscheinlich (!) schwer auszuhalten war. Und auch hier begegnet mir wieder die Missbrauchsthematik: Er benutzte sie alle gleichermaßen für seine Kunst: Kinder, Frauen, Männer, Tiere, Bäume – ohne ihnen im empathischen Sinne gerecht zu werden, oder auch nur den Versuch zu machen, ihnen Gerechtigkeit zuteil werden zu lassen. Es bleiben Meisterwerke der Kunst – und Schicksale, von denen wir so gut wie nichts mehr wissen…

Da das Porträt gerade mein Thema ist, habe ich mir zwei seiner Bilder vorgenommen und versucht, den Schwingungen seiner Pinselführung nachzuspüren. Die Farbe habe ich erstmal weggelassen. Man soll sich schließlich nicht überheben…

Nach Soutine Decheance

 

Nach Soutine Portrait de Maria Lani

 

 

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