Chaim Soutine

Juni 5, 2014 § 2 Kommentare

Einer dieser Maler, dessen Bilder mich nachhaltig faszinieren, ist Chaim Soutine. Gemeinhin getaggt unter „Französischer Expressionist“, schafft er es, der Farbe Richtung und Dynamik einzuverleiben. Bemerkenswert für mich: gleich ob er Bäume, Menschen, Tierkadaver oder Landschaften malt – das Bild fungiert stets als Spiegel der Seele eines Menschen, der für seine Malerei brannte, und dessen Gegenwart wahrscheinlich (!) schwer auszuhalten war. Und auch hier begegnet mir wieder die Missbrauchsthematik: Er benutzte sie alle gleichermaßen für seine Kunst: Kinder, Frauen, Männer, Tiere, Bäume – ohne ihnen im empathischen Sinne gerecht zu werden, oder auch nur den Versuch zu machen, ihnen Gerechtigkeit zuteil werden zu lassen. Es bleiben Meisterwerke der Kunst – und Schicksale, von denen wir so gut wie nichts mehr wissen…

Da das Porträt gerade mein Thema ist, habe ich mir zwei seiner Bilder vorgenommen und versucht, den Schwingungen seiner Pinselführung nachzuspüren. Die Farbe habe ich erstmal weggelassen. Man soll sich schließlich nicht überheben…

Nach Soutine Decheance

 

Nach Soutine Portrait de Maria Lani

 

 

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§ 2 Antworten auf Chaim Soutine

  • nein. ich bin nicht deiner meinung. ein künstler ist ein suchender mit sich und der welt. er sucht, um zu verstehen, was er nicht versteht. sein material, ob pinsel oder stift in der malerei, ob die bewegung im tanz, ob der ton in der musik, ob er kindlich kreativ spielt oder hart kämpft, ist seine platform zur kommunikation zum ausdruck zur welt. es ist existentiell für ihn. es bedeutet innere notwendigkeit. 🙂

    • derdilettant sagt:

      Ich sehe da durchaus keinen Widerspruch. Ob Soutine in seinen Bildern auf der Suche war, ob diese für ihn Erkenntnismittel waren, weiß ich nicht. Mein Eindruck ist allerdings, dass er der sichtbaren Welt, so er sie denn zur Vorlage für seine Bilder nimmt, den Stempel seiner Seele aufdrückt. Sicher war seine Kunst für ihn existentiell. Er „musste“ das so machen. Übrigens glaube ich, dass es durchaus unterschiedliche Herangehensweise an die Kunst gibt DIE Künstlerpersönlichkeit existiert sicher so wenig wie DIE Lehrerpersönlichkeit oder DIE Arztpersönlichkeit. 🙂

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