Höhlenmalerei

Oktober 9, 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Zufallsstrukturen, wie man sie in der Natur überall findet – Wolken, Felsen, dichtes Laub, Dinge im Dämmerlicht – liefern reichlich Angebote an die menschliche Vorstellungskraft. Zwei dunkle Flecken – schon hat man die Augen eines Gesichts. Eine schräg abwärts gekrümmte Linie – jemand dreht den Körper weg in Agonie. Das beschäftigt den Menschen schon immer, den Künstler insbesondere. Dürer malte Gesichter in Felslandschaften, da Vinci beschrieb Zufallsstrukuren als Inspirationsquelle für den Schöpfungsakt, Alexander Cozen, englischer Maler des 18. Jahrhunderts,  demonstrierte die Herstellung von Landschaftsbildern aus Tintenklecksereien. Und Abklatsche aus flüssiger Eitemperafarbe auf Chinapapier, deren Materialisierung ich mit besonderer Begeisterung begleite (hier dieses  herrliche Modewort aus der Arbeitswelt, das, wenn ich mich nicht irre, dereinst von Alice Miller in die Psychologie eingeführt wurde und mittlerweile überwiegend die Abwesenheit der Bereitschaft zu Verantwortung kaschiert) und hier regelmäßig zeige, demonstrieren im Keim das Welttheater. Da muss nur hier etwas freigekratzt werden, dort eine Tönung intensiviert und das Ganz auf die Präsentationsebene gehievt werden. Das digitale Instrumentarium macht’s kinderleicht. Nondestruktive Operation am – beinahe hätte ich geschrieben: lebenden – Objekt.

 

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Akte, gekleckst

Juli 30, 2016 § 2 Kommentare

Der Klecks kann stehen bleiben in seiner ganzen Pracht. Nackt, wie er zur Welt kam – rohn, ungeschlacht, zärtlich unvollkommen, tief beräumt. Er kann, einzeln oder als Kleckserei, aber auch weitergehen, Linien und Wölbungen zulassen und in eine Szenerie einmünden. Gebirge, Gewetter, Landschaft, Prolog und Gespräch, Figur und Liebe. Körper ist er ja schon, als Keim zumindest, von Geburt an. Hier generiert er den Akt:

 

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Encounters

Mai 25, 2016 § 5 Kommentare

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Mai 12, 2016 § 2 Kommentare

 

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Klecksografische Miniaturen und zwei Webografien

Mai 6, 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Von Zufall spricht man wohl, wenn alle denkbaren Varianten eines bevorstehenden Ereignisses mit gleich großer Wahrscheinlichkeit eintreffen können. So gesehen bleibt der reine Zufall wohl ein theoretisches Konstrukt, in der Praxis nie zu erreichen, denn wie wollte man sicher stellen, dass nicht manche Einflussfaktoren stärker wirken als andere? Und selbst angenommen, ein Schöpfer wollte nur seine eigene willentliche Einflussnahme völlig unterbinden – wie könnte er sicher stellen, dass nicht doch über unbewusste Kanäle sein unbändiges Ego wirkte? John Cage, längst verstorbener  Avantgardekomponist und Pilzforscher ersann aberwitzige Konstruktionen, um sein künstlerisches Ego beim Schaffensprozess außen vor zu lassen. Eine seiner Komposintionen sieht vor, dass bei Radiogeräten bestimmte vordefinierte Frequenzen eingestellt werden, so dass die jeweils zum Zeitpunkt der Aufführung zufällig gesendeten Beiträge im Zusammenklang das Werk ergeben. Für die folgenden, vom Zufall fein gesponnenen Gewebe ließ sich mein gestalterisches Wollen nicht in diesem Maße zurückdrängen, sind doch bereits die Auswahl von Bildträger und Farbmaterial sowie das genaue Prozedere beim Herstellen der Farbverläufe von mir vorgegeben. Bleibt immerhin die diebische Freude darüber, die mühsame Detailarbeit ganz dem Zufall – was auch immer das sein mag – überlassen zu können:

 

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Und hier präsentiere ich der geneigten Leserschaft in aller gebotenen Bescheidenheit die ersten Erzeugnisse einer neuen bildgebenden Technik. In Anlehnung an den großen Man Ray – der seine Zufallsbelichtungen auf Fotopapier Rayografie taufte – nenne ich sie Webografie. Als doppelt abgesichtert darf der Rekurs zu Man Ray gelten: aufgrund der Ähnlichkeit des Verfahrens, dann aber auch quasi Familienhistorisch-Anektdotisch: Im Nachlass meines jüngst verstorbenen Onkels fand sich ein Kunstband zu Man Ray. Darin ein ausgeschnittener Zeitungsartikel über eine Fotografin, die Ray in seinem Pariser Atelier aufgesucht hatte, um von ihm zu lernen. Im Text findet eine Couch Erwähnung, auf der sitzend Man Ray die Fotografin portraitiert habe. Dazu am Rand des Artikels das handschiftliche Notat meines Onkels: „Sommer 1963 saß ich mit Schubert und … auf dieser Couch!“ Über das Verfahren zur Herstellung einer Webografie hier nur so viel: Eitempera und unbelichtetes Fotopapier werden dem freien Spiel der Licht-und Kräfteverhältnise überlassen.

 

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Doppelbilder

September 2, 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Zufall fasziniert mich. Einen Prozess (ach du Schreck – auch so ein Modewort) anstoßen und dann gebannt zuschauen was weiter passiert. Die Entstehung eines Bildes kann so ein Prozess sein. Was an der Farbe auf dem Bildträger ist dann abstrakt, was konkret? Was Form, was Inhalt? Bei Per Kirkeby habe ich gerade gelesen: „Echte Marmorierung, d. h. das Farbenspiel das entsteht, wenn man einen Stein schleift und ihn als Wandfläche verwendet, ist in Wirklichkeit eine Art Zeichnung, die die Natur oder der liebe Gott gemacht hat, und in diese Zeichnungen kann man alle möglichen Bilder hineinlesen. Umgekehrt kann man jedes Bild nehmen, das bewußt figurativ gemacht wurde, und sagen, es sind nur Striche und Tropfen… im Fall der echten Marmorierung gibt es eine Möglichkeit des Bedeutungslesens, und im anderen, dem von Menschen geschaffenen Bild, gibt es die Möglichkeit des Bedeutungswegfalls.“* Ich nehme statt der Marmorierungen klecksografisch entstandene Zufallsbilder. Davon waren hier ja schon einige zu sehen. Aber was sieht man in so einer Zufallsstruktur? Wahrscheinlich jeder etwas anderes. Um einmal anzudeuten, was ich sehe, stelle ich im folgenden je zwei Bilder gegenüber: die Klecksografie und eine Zeichnung die – na ja: annähernd – wiedergibt, was ich sehe. Anhand dieser Klecksereien zu zeichnen war, nebenbei bemerkt, eine wunderbare Erfahrung, an die ich noch öfter anknüpfen werde.

 

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  • Per Kirkeby, Gespräche mit Lars Morell. Köln 1998, S. 39

 

 

 

 

 

 

 

Mein Orchester aus Tausend Pinseln

Juli 14, 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

Gestern ging’s um den schnellen Strich. Diese seltsamen Tierchen hier – Flugobjekt, aufgelassene Biomasse, possierliches Pelztier, Kadaver: you make it – verdanken ihre Entstehung einem Wimpernschlag, einer flüchtigen Laune der Natur und materialisieren sich in einem Moment instantöser Verzückung. Zoomt man in die Verästelungen der Strukturen hinein, so könnte das Ganze gleichermaßen über Jahre gewachsen sein, womöglich in Jahrtausenden sedimentiert. Diesen bizarren Exkapaden der Natur nachzuspüren bereitet mir eine geradezu diebische Freude, tendiert der malerische Aufwand doch gegen Null während ich das imaginäre Orchester aus Tausenden von Pinselns mit leichter Hand dirigiere. Ein bisschen Angst machen diese Wesen freilich schon…

 

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