rosagelb

Dezember 7, 2017 § 6 Kommentare

 

Rosa ist gefährlich. Kein Farbeffekt ist billiger zu haben. Sexualisiertes Fleisch, Biologie, Urschlamm. Noch gefährlicher in Verbindung mit gelb. Jetzt, wo der Maler Balthus mal wieder auf den Prüfstand kommt – eine Online-Petition fordert die Abhängung des im New Yorker Metropolitan Museums hängenden Gemäldes „Therese, träumend“ (s. Artikel „Lolita soll gehen“ in der Süddeutschen von heute) – und die Grenzen zwischen Kunst und Realität, Vorstellen und Handeln neu verhandelt, vielleicht nachjustiert werden, lohnt es sich, neu über all dies nachzudenken. Welche Freiheit hat der Künstler. In welcher Verantwortung steht er. Was darf von Kunst erwartet werden. (Nebenbei: ein Blogger echauffierte sich neulich über eine am Steuer mit dem Handy telefonierende Tatortkommissarin – als hätte sie per se eine Vorbildfunktion, bzw. der Tatort den Auftrag zur Volksbildung)  Und eines scheint mir klar: jede Gesellschaft verhandelt die Grenze zum Unerlaubten, zum Tabu hin aufs neue. Und passiert dies, werden spannende Einblicke in die Grundlagen der menschlichen Existenz möglich.

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Unterm Schutzschirm: Zur Tusche das Zinnober…

Dezember 7, 2016 § 2 Kommentare

Es ist eine so angenehme Empfindung, sich mit etwas zu beschäftigen, was man nur halb kann, daß niemand den Dilettanten schelte sollte, wenn er sich mit einer Kunst abgibt, die er nie lernen wird…“ Vielleicht nicht mehr als ein Hauch von Ironie mag in diesen Worten liegen, die Goethe seinem auktorialen Erzähler der Wahlverwandtschaften in den Mund legt, denn es heißt weiter: „… noch den Künstler tadeln dürfte, wenn er über die Grenze seiner Kunst hinaus in einem benachbarten Felde sich zu ergehen Lust hat.“ In einem benachbarten Felde, der Zeichenkunst nämlich, hatte Goethe beharrlich Lust sich zu ergehen, wie man weiß, und auch sein umfängliches naturwissenschaftliches Forschen und Publizieren war zumindest aus Sicht der seiner Zeit herrschenden Forscherkaste ein dilettierendes. So stelle ich mich gerne unter den Schutzschirm des Giganten und weigere mich entschieden, in diesem auch nur ein einziges noch so winzig hineingenähtes Löchlein zu erspähen. Freilich will es mit der „angenehme[n] Empfindung“ nicht immer so recht klappen, denn zu der Hälfte, die man vielleicht beherrscht, vermisst man doch schmerzlich die andere, die man nicht beherrscht, und von der Goethe, mit der ganzen Gelassenheit des genialen Künstlers, der er nunmal war, rundheraus behauptet, dass man sie nie lernen werde. Also doch ein faules Ei, sein Schutzschirm? Ein klappriger Knips, der keinen Sturm überlebt? Schaun wir mal. Hier geht’s erstmal weiter mit Köpfen, denen zugesetztes Oxydrot und Zinnober nicht gut taten…

 

 

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April 25, 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

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In nicht allzu ferner Zukunft werden Computer schlauer sein als Menschen. Die oft reflexartige Abwehr vieler Zeitgenossen gegen diese Vorstellung liegt nicht in einer realistischen Einschätzung dessen, was möglich ist, begründet, sondern ist einzig einer menschlichen Hybris geschuldet, derzufolge der Mensch als Krönung der Schöpfung zu gelten hat. Über ihm tront nur Gott Dennoch werden 2000 Jahre Schulung in christlich-abendländischem Denken nichts daran ändern können, dass der Mensch sich zwar die Tiere zu Untertanen machte, an der Zähmung der Computer aber scheitern wird.

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