Ich lebe

März 19, 2014 § 7 Kommentare

von, mit, an, auf, unter, zwischen  Zetteln. Sie sind mein ständiger Begleiter durch den Tag, in dessen Verlauf sich meine linke Hosentasche mit beschriebenen Zetteln auffüllt. Ich bewirtschafte sie, und sie bewirtschaften mich. Wir wirtschaften miteinander. Heute habe ich gefühlte tausend davon eingeklebt. Das Einkleben ist der Versuch, der Zettelflut Herr zu werden und sie in den Modus eines Buches, welches man in Ruhe durchblättern kann, zu überführen. Ich habe nämlich festgestellt, dass spontan aufgezettelte Notate durchaus eine gewissen Halbwertszeit haben (können), und sich ihre Funktion keineswegs im Akt der Klärung komplizierter Sachverhalte durch instantöses Ausformulieren derselben erschöpft. Nachdem drei Prittstifte verbraucht waren (hielten die früher länger?) und ich mit der guten alten Uhu-Tube weiterkleben musste (deren Klebstoff noch immer Fäden zieht aber – vermutlich aufgrund sachdienlicher Intervenierung unseres Drogenbeauftragten – nicht mehr so intensiv riechen wie ehedem) griff ich erschöpft zum Weinglas. Ruppig nahmen die Tannine Besitz von meinem Gaumen, und da durchschoss ein Gedanke mein verklebtes Gehirn: wie kommt es, dass Wissenschaftler drei Milliarden Jahre alte Strahlen im Universum aufspüren, sozusagen die frische Erinnerung an den Urknall anzapfen, während meine besten Gedanken keinen Tag überleben, so dass ich sie auf Zettel notieren muss, die ich dann mühsam in Bücher klebe, hoffend, dereinst beim Durchblättern derselben mein Potential anzapfen zu können. Etwas stimmt nicht mit demUniversum. Ich bin frustriert. Und während die guten Gedanken gehen, bleiben die schlechten, und umkreisen 14 Milliarden Jahre nach dem Urknall mein armes Hirn. Etwas stimmt nicht mit dem Universum.

selbst 14 Milliarden Jahre

Oder mit mir?

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Entropische Verzettelung

September 20, 2013 § 4 Kommentare

Ich bin ein großer Freund von Zetteln. Sie begleiten mich durch meinen Alltag und stapeln sich um mich herum als Dämme gegen das Vergessen. Was ich tagsüber auf Zettel notiere, wandert in meine linke hintere Hosentasche. Abends gibt’s dann die große Bescherung auf meinem Arbeitstisch. Sichten, Sortieren (na ja, der Versuch), Einkleben (ja! neuerdings in zwei Bücher, eines für die großen Ideen, auf die die Welt noch wartet, und eines für kleine Sekundenzeichnungen, die immer mal zwischendurch auf Zetteln entstehen). In meine Küche freilich flatterte gestern ein ganz besonderer Zettel, der Wahlzettel. Flugs zwei fette Kreuzchen gemacht (in welche Kästchen kann man hier nachlesen) und ab in die Post damit. Damit die da oben sich nicht verzetteln. Ansonsten hab ich mal wieder ein paar Bilder angezettelt

Frau nach rechts

Akt nach Rössler

Szene to55orp2

Und jetzt ab nach Südhessen. In die alte Heimat. Aufzetteln.

Wo bin ich?

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