Old-school-Zeichnung

März 16, 2013 § 2 Kommentare

Frauenkopf Old School

Als die Künstler der Renaissance begannen, die Anatomie des menschlichen Körpers zu studieren, fertigten sie dafür Zeichnungen an, die ursprünglich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren, sondern dem Studium und der Vorbereitung der Gemälde dienten. Michelangelo aber wurde  schon zu Lebzeiten gerühmt für seine meisterhaft ausgeführten Zeichnungen. Betrachtet man die Blätter heute, dann fasziniert nicht nur das präzise Umreißen  dargestellter Körper und die virtuose Strichführung,  sondern die Patina fleckig gealterten Papiers, das in der Verschmelzung von „Vorder“- und „Hintergrund“   die Künstlichkeit des Gezeichneten an das Naturhafte rückbindet.

Das radikale Bekenntnis zum Dilettantismo voraussetzend schrecke ich nicht davor zurück, einmal selbst eine solche Old-School-Zeichnung zu versuchen. Um das Poröse altmeisterlicher Linienführung zu erreichen nehme ich gröberes Papier als sonst, und bearbeite es vorab mit ein wenig Kreide. Die Linien selber setze ich in Graphit. Oben ist das Ergebnis zu sehen.

Bevor ich das geneigte Publikum mit der Zeichnung belästigen kann, muss sie eingescannt werden. Und kaum ist der Computer im Spiel, spielt er sich mächtig auf und begehrt ein Wörtchen mitzureden. Wie viel Kontrast darf’s denn sein? Ich drehe den Regler ein wenig hoch und denke, so sieht’s auch nicht schlecht aus:

Frauenkopf Old School Kontrast

mehr Licht, mehr Schatten, mehr Farbe. Dringlicher. Wenn ich Künstler wäre, legte ich jetzt eine ganze Serie auf, z. B. so:

Frauenkopf old School b

Frauenkopf old School c

Frauenkopf old School d

Frauenkopf old School e

als Dilettant aber lass‘ ich es an dieser Stelle mal gut sein…

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Der gute Gedanke

September 9, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Wenn ich mich hinsetze in der Absicht, einen guten Gedanken zu bekommen, geht er weg…

… wenn ich aufstehe, um den Müll herunterzubringen, kommt er.

Aktzeichnungen

Juli 31, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Warum nur ist das Zeichnen so schwer

Juli 8, 2012 § 2 Kommentare

frage ich mich oft – ist doch alles, was man zeichnen möchte, gut sichtbar vor den eigenen Augen ausgebreitet! Wer sagt, er könne dies oder jenes nicht abzeichnen, dem sage man doch mit Fug und Recht: schau nur genau genug hin, es ist ja alles zu sehen! Allerdings scheint es so zu sein, dass der Mensch im Laufe der Entwicklung zum ausgewachsenen Exemplar seiner Gattung gerade nicht lernt, genau hinzusehen. Die Lust daran wird ihm sogar gründlich vermiest, indem beim optischen Vermessen der Welt einfach nur Muster im Gehirn abgelegt, gelernt und wiedererkannt werden. Aber nun hat das Ganze ja evolutionsbiologisch einen Sinn, so dass man ausrufen muss: Gott sei Dank ist das so! Wie sollten wir unseren Alltag meistern, Gefahren schnell erkennen und abwehren, wenn permanent Millionen optischer Reizpunkte gescannt und ausführlichst betrachtet werden müssten? Also: Gut fürs Überleben, schlecht für die Kunst. Und was folgt daraus für den eifrigen Zeichenschüler? Verstand abschalten, nicht Denken (das macht das Zeichnen für mich persönlich auch so angenehm erholsam), statt dessen einfach hinschauen und sich aufs Linienspiel einlassen (also nicht denken: das ist eine Nase etc.). Wobei wir aber schon beim nächsten Stolperstein dieser so vertrackten Angelegenheit sind. Wo ist denn die Linie? Was wir mit den Augen wahrnehmen, wurde zuvor ja nicht (aufs Papier) gezeichnet, sondern ist nur Licht – mal mehr, mal weniger, und das in unterschiedlicher Intensität sprich: Farbe. Die Linie ergibt sich am ehesten dort, wo starke Kontraste auftreten. Hell/dunkel oder farblich oder beides. Leider haben wir es in der Realität mit einem fließenden Kontinuum zwischen Null Kontrast und maximalem Kontrast zu tun. Wo also mit dem Stift zur Linie ansetzen, wo aufhören? Da kommt wohl die Kreativität ins Spiel, die Handschrift, Persönlichkeit des Zeichners. Gut so! möchte man ausrufen, denn nichts langweiliger und beleidigender für das ästhetisch geschulte Auge, als wenn der bemitleidenswert emsige Zeichner so feinpusselig an den Übergängen herumschattiert, dass am Ende die exakte Kopie einer, sagen wir mal: Fotografie, herauskommt. Man sollte ja nicht vergessen, dass das Auge des Betrachters kreativ und bereitwillig all das ergänzt, was der Zeichner – sei es aus Faulheit, sei es aus Schläue -weglässt. (Da sind wir wieder bei den Mustern im Gehirn, die nur angetriggert werden müssen, um aktiv zu werden) Merke: die Kunst des Zeichners ist die Kunst wegzulassen. Weglassen ist aber genauso schwer wie einfach mal nichts sagen. Das schaffen nur die Meister. Unsereins muss sich mit Tricks behelfen: Wecker stellen. Anzahl der Striche von vorneherein limitieren. Aufhören wenn’s am Schönsten ist (ganz schwer: aufhören weiterzuzeichnen bedeutet ja, das schöne Bildchen loszulassen, zu entlassen in eine Welt, die es vielleicht gar nicht zu würdigen weiß…) Während der Fahrt in meine alte Heimat, plus Abstecher an die Ostsee zwecks Freundschaftsreaktivierung habe ich jedenfalls fleißig gezeichnet. Und zwar, während langer Zugfahrten, am lebenden Objekt. Da braucht’s den schnellen Strich. Und ich habe festgestellt: der erste Wurf ist es – oder eben nicht. Langes Herumdoktoren und Zurechtkorrigieren bringt nix. So sieht’s aus:

Portraits

Juni 19, 2012 § Ein Kommentar

Juni 10, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Aus aktuellem Anlass: Fußballprofis bei der Ausübung ihrer Tätigkeit

Und, aus einem anderen aktuellen Anlass: eine Hommage an die Jugend

das gleiche in Farbe:

Juni 5, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Klaus Lemke hat Sinn für Schönheit. Ob er sie unter der Schirmmütze noch sehen kann ist allerdings fraglich:

Überhaupt:  Schönheit, Leidenschaft – große Themen heutzutage, wahrscheinlich immer schon. Auf dem Papier ist’s Linienspiel, Gemengelage der Farben, sich anziehend, abstoßend – wie im Leben:

Wo bin ich?

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