W a r t e n

September 30, 2014 § 4 Kommentare

Ein Freund sagt manchmal: Das Warten hat Zeit. Genau. Mit dem Warten kann man sich ruhig mal Zeit lassen. Es kommt ohnehin früher oder später. Nicht das, worauf man wartet. Das, worauf man nicht wartet. Die Rechnung. Das Alter. Das Unglück. Das Glück. Hoppla – das Glück? Eine Nachricht. Auf ein gutes Bild muss man manchmal warten. Auch, wenn es schon gemalt ist. Man betrachtet es Tag für Tag, und jedesmal sieht man etwas anderes. Mal ist da ein unvermitteltes Lächeln, dann wieder hat sich der Ausdruck verfinstert. Ein Ohrläppchen kippt plötzlich nach vorne und der milde Glanz vom Vortag ist verschwunden. So geht das eine Weile, bis man vielleicht irgendwann ein Gefühl für das Bild bekommt. Und weiß, was noch fehlt. Oder was unwiederbringlich verloren ist. Also Warten auf das gute Bild. Warten darauf, dass sich jemand meldet. Man denkt leicht, dass die Menschen früher besser im Warten waren. Drei Wochen, bis der Brief beantwortet wird. Eine Woche, bis man am Ziel der Reise angelangt ist. Im Zeitalter elektronischer Kommunikation unvorstellbar. Und doch gibt es sie noch, die langen Wartezeiten. Für mein Tagesfotoprojekt leiste ich mir den Luxus analoger Fotografie. Da vergehen jedesmal einige Wochen, bis der Film voll belichtet ist, schließlich zur Entwicklung aufgegeben und noch schließlicher abgeholt ist. Und jedesmal diese Vorfreude. Endlich die Bilder. Die Tüte bezahlt, ungeduldig aufgerissen und die Fotos einem ersten Schnelldurchlauf unterzogen. Da passiert es schon mal, wie neulich, dass einen dann ein Bild umhaut. Der Moment der Aufnahme ist sogleich erinnerlich, aber dieser Blick, das Licht, luzides Glühen, erfüllte Zeit. Glück. Dafür lohnt sich das Warten…

 

 

Einer dieser Räusche 6_

(Dieses Bild wurde auch erwartet…)

Er wartet,

Juli 7, 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

bis er schwarz wird. Die Kippe stört’s nicht…

Porträt ddoeo3

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