Vom Loslassen der Farbe

Februar 24, 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Maler weist der Farbe den Weg. Freundlich gestimmt setzt er den Pinsel hierhin und dorthin, und die Farbe gehorcht. Als Dilettant aber überlasse ich Kernkompetenzen auch gerne mal einer höheren Instanz. Gesetzmäßigkeiten der Natur beispielsweise. Anders gesagt: ich verhelfe der Farbe zu ihrem Recht und lasse sie laufen, wohin sie will. Das Schmiermittel dafür ist angerührter Kleister, der steht schön dick auf dem Papier und tanzt mit der aufgetupften Farbe Tango. Na ja, ehrlich gesagt kann und will ich mich nicht völlig ausklinken. Sagen wir mal: ich spiele die Musik zum Tanz. Als malender Dilettant sehe ich mich idealerweise als Impulsgeber für das Wirken höherer Kräfte. Und lache mir hinterher eins ins Fäustchen, wenn sie’s am Ende doch so gemacht habe, wie ich’s ja so wie so wollte. Nur eben nicht konnte:

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Acryl mit Tapetenkleister gestreckt

Januar 19, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Zwei großformatige Acrylbilder. Unterschiedliche Herangehensweise.  Acrylfarbe trocknet ja schnell und erfordert zügiges Verarbeiten. Das kommt mir durchaus gelegen, denn ich versuche stets, die schwer steuerbare Dynamik grobmotorischer Abläufe im Hochgeschwindigkeitsbereich für den Malprozess fruchtbar zu machen. Kurz gefasst: Verstand: raus, Biodynamik: rein. Denken: aus, intuieren (??): an. (Ergebnis siehe oben). Nichtsdestotrotz möchte ich mir manchmal doch mehr Zeit nehmen zum Entwickeln eines (größeren) Bildes. Natürlich gibt’s Malmittel, Pasten, die man der Farbe beimischen kann um das Trocknen hinauszuzögern. Ist mir aber alles schon zu professionell (hier malt schließlich der Dilettant), und so wählte ich für das folgende Bild einen anderen Weg: Vorzeichnen wie immer in schwarzer Kreide, dann dick Tapetenkleister drüber. Jetzt hat das aufzutragende Acryl alle Zeit der Welt sich zu verteilen und die richtigen Plätze zu finden. Gibt ganz nebenbei auch schöne Struktureffekte, je nach dem in welchem Trocknungsstadium man noch mal rübergeht mit dem Pinsel. Die Vorlage für das folgende Portrait war übrigens die Fotografie einer Frau („Melissa“), die der Peruanische Künstlers Chan Chao als Teil einer Serie in einem Frauengefängnis aufnahm. (s. 100 Artists of Washington D.C. oder: www.gfineartdc.com) Ähnlichkeit mit der abgelichteten Frau stellte sich nicht ein, dafür bekam das Bild einen Touch Richtung Frida Kahlo. Das sind halt die hübschen Überraschungen am Wegesrand…

Wo bin ich?

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