Erneute Reiseskizzen, beginnend in der Uckermärker Prärie

Februar 24, 2019 § 4 Kommentare

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Vor uns, unten im Tal, der Oberuckersee, hinter uns Melzow, um die Ecke Botho Strauß, dessen anschwellender Bocksgesang in der Nachwende für Wirbel sorgte, und der eine Schneise geschlagen hat, auf der uns immer mehr bizarre Gestalten entgegen kommen.

Reisezeit gerade, sucht man sich nicht immer aus. Begegnungen, offene und verdeckte. Ist ja ein Eingriff in die Intimsphäre eines Menschen, zeichnet man ihn heimlich ab. Einerseits. Andererseits ist er ja nun mal physisch präsent, in meinem Raum, kann ich mir auch nicht aussuchen, ob ich ihn da sitzen sehen will oder nicht. Oder sie. So ist das Leben nun mal, im öffentlichen, halböffentlichen Raum. In Wartezimmern, Zugabteilen, Cafés. Folgendes aus meinem Skizzenbüchlein, teils mit einem gewöhnlichen Kugelschreiber, dessen Mine sich verzweifelt dagegen wehrte, die letzten Tröpfchen Tinte abgeben zu sollen, was zu im Schräglicht sichtbaren Einritzungen führte – teils mit dem Rapidographen, der fett kommt – oder gar nicht.

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Der heilige Sebastian auf dem Laufsteg

März 5, 2017 § 2 Kommentare

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Bei meinem letzten Besuch in der Gemäldegalerie am Kulturforum betrachtete ich eine Weile Rubens‘ imposantes Gemälde „Der heilige Sebastian“. Ein beinahe unbekleideter, überaus ansehnlicher und gut gebauter, mit einigen Pfeilen bespickter junger Mann ist dort abgebildet. Seine Hände sind möglicherweise hinter dem Rücken zusammengebunden, die Hüfte schwingt elegant aus und der Blick geht sehnsuchtsvoll gen Himmel. Der Wechsel von Stand- und Spielbein in Verbindung mit der durchgedrückten Brust gibt dem Maler jede nur erdenkliche Gelegenheit, im Wechsel von Licht und Schatten Muskel für Muskel hinter der jugendlich zarten Haut zu modellieren. Ein Fest fürs Auge. Zwar hat Rubens an den Einstichstellen der Pfeile mit ein paar Tröpfchen Blut nicht gespart, doch die geschmeidige Haltung des Körpers und der verzücktverklärte Blick des Jünglings lassen keinen Zweifel darüber aufkommen, dass hier jemand gerne, geradezu genussvoll, sein Leiden exhibitioniert. Der Legende nach musste Sebastian, ein tapferer Krieger im Dienste seines Kaisers, für sein Christentum büßen zu einer Zeit, als dieses noch eine Sekte war. Das mag gerecht scheinen, immerhin mussten später, als das Christentum Staatsreligion geworden war, viele dafür büßen, dass sie keine Christen waren. In der bildenden Kunst wurde das Martyrium des heiligen Sebastian ein überaus beliebtes Motiv. Warum? Zu einer Zeit, als man noch nicht einfach malen konnte, was einem in den Sinn kam – bzw. man konnte schon, aber ohne Aussicht auf Anerkennung und Kundschaft – galt es stets, das vermeindlich „Niedere“ mit dem vermeindlich „Höheren“ zu verbinden. Also die Lust auf stramme Haut mit einer frommen Geschichte, die Lust auf Gewalt mit bibelfestem Bildungungsauftrag, tabuisierte Sexualität mit antiken Mythen. Uns Heutige lässt der heilige Hüftschwung Sebastians nicht frömmelnd erschaudern. Wir kennen ihn von den Laufstegen dieser Welt. Von den darüber lässig schlendernden Hungerhaken hätte sich Rubens freilich schaudernd abgewand.

Ein Sonntagnachmittag im Park

Mai 8, 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

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Wetter am Salzhaff

April 4, 2016 § 4 Kommentare

Ich mag Wetter. Nicht dass ich S c h ö nwetter verachte. Die Vorliebe für allein diese Variante von Wetter scheint mir allerdings zu beschränkt. Ich mag einfach Wetter. WetterWetter eben. Vorzugsweise draußen, gelegentlich auch drinnen, von draußen hereinkommend. Im Salzhaff gab’s jede Menge Wetter. Tagsüber streifte ich umher, malte oder knipste gelegentlich, und abends durchblätterte ich die Skizzenbücher J. M. W. Turners, so sie in dem famosen Band „Turner’s Sketchbooks“* abgebildet sind. Turner unternahm während seiner gesamten Karriere als Maler ausgedehnte Reisen durch England und Europa und skizzierte unablässig in freier Natur. Seine Wiedergaben zersauster Himmel, aufgewühlter Meere samt darin schaukelnder Fischerboote und zerklüfteter Gebirgsmassive sind atemberaubend, gerade weil sie wie improvisierend den flüchtigen Moment festhalten, mit teils experimentellen malerischen Mitteln, stets eher andeutend denn ausformulierend. Über seine Gaben verfüge ich nicht, wohl aber über einen kleinen Fotoapparat, der, obschon nicht mehr ganz neu, mich doch gelegentlich mit neuen Features überrascht. Zum Beispiel einer Panoramafunktion, die sogar Panoramaschwenks über Kopf hinbekommt. Also Himmelsbilder ohne Horizont so berechnet, dass aus den vielen Bildern ein plausibles Ganzes entsteht:

 

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Na ja, ein bisschen ruckelt’s schon noch. Horizontal ist leichter…

 

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Das Schöne an Wolken ist ja, dass sie machen können was sie wollen (und sie wollen es), und dabei immer gut aussehen. Das menschliche Auge mag offenbar das  Nebeneinander von Kontrasten und butterweichen Übergängen.

 

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*Ian Warrell, Turner’s Sketchbooks. London 2014.

Aus meinem Skizzenbüchlein

März 8, 2016 § 6 Kommentare

Let no day pass over you without a line… Be ready to put into your table-book (which you must always carry about you) whatever you judge worth of it.“*

 

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* Charles-Alphonse du Fresnoy. Zit. nach: Ian Warrell, Turner’s Sketchbooks. London 2014

Aus meinem Skizzenbuch

Dezember 27, 2015 § 4 Kommentare

Menschen im Konzert:

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unterwegs in der S-Bahn:

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krank im Bett:

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Wo bin ich?

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