Generation Instagram III

Juli 10, 2019 § 10 Kommentare

 

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Auf Instagram feiern die Menschen ihre große und kleine Welt. Sie posaunen ihre Fotos hinaus ins Netz in einem verzweifelten Versuch, alles festzuhalten – sich selbst, die Schönheit der Dinge, ihre Träume, ihr Smartphone, ihr Essen als Trophäe eines Daseinskampfes, der so leicht geworden ist wie nie zuvor seit Menschen um ihr Dasein ringen. Sie konkurrieren umeinander im Wissen um ihr Scheitern, ihr Nachsehen, ihre Endlichkeit. In einem lesenswerten Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 22.6.2019 schrieb Philipp Bovermann über die Inszenierungen auf Instagram:

Die blühenden Rosen, die anscheinend unberührten Landschaften, aber auch das eigene Mittagessen, alltägliche Dinge verwandeln sich für den melancholischen Betrachter in Stillleben, in Zeugnisse der Vergänglichkeit. Sie vor Augen lässt sich die Natur betrauern, aber eben auch der Mensch, der dumme, kleine Mensch, der nun mal nicht aus seiner Haut kann und der mit dem Klimakollaps ebenso vom Untergang bedroht ist wie alle Tierarten.“

Denn kein Deus ex machina wird uns retten, aus diesem Theater.

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Generation instagram II

Juni 30, 2019 § Ein Kommentar

 

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(hier ging‘s los mit der Serie)

In Positur und anderswo (II)

März 11, 2019 § 2 Kommentare

Faule Menschen haben’s schwer. Ich z. B. bin zu faul, meinen Kohlestift anzuspitzen, sodass ich mit immer mehr Kraft und Brachialraffinement dem Papier die Kohle eintreiben, oder – anders herum – dem Stift die Kohle abpressen muss. Unnötig zu sagen, dass die feine Linie vor der rohen Kraft oft genug in die Knie geht, mäandert, wegrutscht, oder sich gar nicht erst materialisiert und nur Einkerbungen Spuren des Gewaltexzesses hinterlassen. Im Grunde ist das mein Ringen mit der Figur, dem Abbild dessen, was in der Natur so leicht und locker daher kommt, auf dem Papier aber wegrutscht. So offenbart sich ästhetisch im Ergebnis der Prozess. In moralischer Hinsicht leiste ich Abbitte dafür, dass jeder aufs Papier gebrachte schöne weibliche Körper – in Posen zumal, die gewisse Reize zur Schau stellen, sie geradezu zu Markte tragen und damit durch implizierte Ökonomisierung abwerten – die abgebildete Person kastriert. Man verzeihe mir diesen schiefen Vergleich, aber doch kommt es mir so vor, dass eine auf ihre Sexualmerkmale reduzierte Frau sich ähnlich fühlt muss wie ein Mann, den man seiner Potenz beraubt – nur eben mit umgekehrten Vorzeichen. Sei‘ drum. Am Ende gibt’s dann etwas Farbe auf die erkratzten Linien. Zum Trost.

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Der rote Gürtel

Januar 13, 2019 § Hinterlasse einen Kommentar

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Zwischenbemerkung in eigener Sache, nebst Fortsetzung der Instagram-Serie

Dezember 2, 2018 § 11 Kommentare

Mit zunehmendem Alter versteht man, warum alte Menschen so sind wie sie sind. In jungen Jahren verstand man das eher nicht. Das ist wohl auch richtig so, denn irgendwoher muss die Energie kommen, um die Dinge im Fluss zu halten. Und junge Menschen mit dem Wissen der Alten zu belasten, bremst diese Energie. So gesehen bestünde die Weisheit des alten Menschen darin, sich Schlupflöcher, Nischen und stille Winkel zu suchen, um dort unbehelligt dem anstehenden Tagesgeschäft nachgehen zu können, während links und rechts die Jugend vorbeistürmt. WordPress nervt derzeit mit einem aufpoppenden Banner „A new Editor ist coming to level up your layout. Mehr erfahren? Nein, danke! x“ Meine Nische ist der alte Editor, der mich in Ruhe das machen lässt, wozu ich WordPress nutze. Was er mich nicht machen lässt, brauche ich nicht. Die Jugend darf gerne ihr Layout aufbrezeln, oder auch sich als Testvieh am Ring durch die Manege des Silicon Valley ziehen lassen. 

 

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Ausschnitt aus Bild Nr. 7, stark vergrößert:

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Die Schere des Grauens

November 29, 2018 § 8 Kommentare

Von wegen der Mensch sägt an dem Ast, auf dem er sitzt. Er schnippelt. Die ersten genmanipulierten Menschen haben das Licht der Welt erblickt, nachdem an ihrem Erbgut ein wenig mit der Schere herumgeschnippelt worden war.  Von dieser Stelle aus meinen herzlichen Glückwunsch allen Forscherinnen und Forschern, die dies ermöglicht haben. Aber das nur am Rande. Nicht dass der alltägliche Wahnsinn einen wie mich davon abhalten könnte, ein paar harmlose Bildchen zu malen.

 

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(aus der Instagram-Serie)

Wir Narren

November 25, 2018 § 11 Kommentare

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(Fortsetzung der Instagram-Serie)

Wo bin ich?

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