T. L.

Juni 21, 2019 § Hinterlasse einen Kommentar

Kopf glwek_

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Dame in Grün, auf Schachbrett, teils durchscheinend

Januar 7, 2019 § Hinterlasse einen Kommentar

dame in grün

beethoven, die sechste

Februar 1, 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

beethoven liebte die Natur. Wann immer sich die Gelegenheit bot, zog er vor die Tore Wiens aufs Land und unternahm ausgedehnte Spaziergänge oder Wanderungen. Seine Musik legt Zeugnis davon ab, am eindrücklichsten vielleicht in der sechsten Sinfonie, der sogenannten „Pastorale“. Nicht, weil er glaubte sich musikalisch nicht verständlich machen zu können, sondern im Überschwang der Begeisterung gab er entgegen seiner sonstigen Gewohnheit der Partitur  sprachliche Hinweise mit auf den Weg. „Erwachen heiterer Gefühle bei der Ankunft auf dem Land“, oder: „Frohe, dankbare Gefühle nach dem Sturm“, und sogar: „Nachtigall“, „Wachtel“, „Kuckuck“. Rezipienten der Nachwelt, insbesondere akademisch-intellektueller Couleur, taten sich schwer mit einer solcherart vermeintlich naiven „Naturmahlerey“. Dabei frappiert noch heute, wie beethoven eine derart beglückende, gelöste Musik gelingen konnte, dabei sämtliche Fallstricke von Peinlichkeit nicht nur umschiffend, sondern deren schiere Möglichkeit durch die meisterlich auskomponierte Synthese von Inhalt und Form negierend.

 

Vorlage für das Bild wieder beethovens Totenmaske. Hier die Vorzeichnung:

 

beethoven, die Vierte

Januar 22, 2018 § 4 Kommentare

 

beethoven

Zusammengefasster, energischer, inniger habe ich noch keinen Künstler gesehen. Ich begreife recht gut, wie er gegen die Welt wunderlich stehn muß.

Goethe über beethoven

 

Freyheit, weiter gehn ist in der Kunstwelt, wie in der ganzen großen schöpfung, zweck.

beethoven über die Welt

 

Ich sage euch: man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.

Nietzsches Zarathustra zum Volk

 

 

Tod in der Rille – zugleich zweiter Versuch über beethoven

Januar 16, 2018 § 9 Kommentare

 

 

Ich mag Schallplatten. Wirklich. Es fühlt sich einfach besser an. Ich sage bewußt nicht: h ö r t sich besser an, denn mit dem Thema Vinyl versus CD und was nun besser klingt wird man nie fertig. Es lässt sich objektiv auch nicht wirklich messen, weil zu viele Faktoren, vor allem psychoakustischer Natur, hineinspielen. Die Sache beginnt nun aber schon beim Plattenhändler meines Vertrauens, dem Stöbern und Fachsimpeln, dem Austausch mit Gleichgesinnten. Zuhause dann erfreuen sich die Finger am Karton der Hülle, deren feinschmirgelige Haptik erste Glücksimpulse Richting Gehörzentrum sendet. Ist die Nadel erst einmal in die Spur gesetzt, kündigt sich die Musik durch feines Knistern an; gleichsam der Moment im Konzert, wo sich nach Abflauen des Eingangsapplauses Stille über den Ort des Geschehens senkt. Denn Stille ist nicht das Ausbleiben von Schallereignissen, sondern der Rückzug derselben aus der Sphäre der Bedeutsamkeit – klar eine semantische Kategorie. Mich stören auch nicht diverse „Nebengeräusche“, die das Medium Vinyl begleiten. Als zu Beginn der Achziger Jahre die CD am Markt durchgesetzt werden sollte, warben die Plattenfirmen mit dem „reinen Klang“, als dem „puren Gold“ der Musik. Marketing im Geiste von Waschmittelwerbung: „weißer als weiß geht nicht“ hieß das wohl in den Siebzigern. Nachdem sämtliche bereits auf Schallplatte erschienenen Aufnahmen ein weiteres Mal abgesetzt waren, diesmal als CD – das pure Gold materialisierte sich in den Kassen der Phonofirmen – kam man irgendwann darauf, dass eine Tonaufnahme nicht rein, sondern gut klingen muss. Der Aufnahmetechnische Standard hierfür war in den Fünfzigern und Sechzigern entwickelt, als die Röhrentechnologie bis heute unübertroffene Aufnahmen ermöglichte. Aber ich schweife ab. Die Nadel hat es sich in der Rille bequem gemacht, der langsame Satz aus Beethovens Hammerklaviersonate hebt an. Adagio sostenuto – Appassionato e con molto sentimento. Keiner der Beethovenschen langsamen Klaviersätze ist länger als dieser ergreifende Gesang, beklemmend und großartig zugleich in seiner Abgrundtiefen Fis-moll-Traurigkeit. Der englische Pianist John Lill zelebriert die weitgespannten Kantilenen fast schwebend, er holt sie aus dem Nichts und begleitet sie, von wenigen expressiven Ausbrüchen begleitet, an die Schwelle des Unhörbaren. Wo das Hauptthema sich in einem kurzen lichten Moment nach G-Dur wendet, bleibt die Zeit einen Moment stehen – eine Feengleiche Erscheinung, allerliebst, zieht den Vorhang des Zimmers beiseite, in dem der Held brütend zusammengesunken sitzt, öffnet das Fenster und lässt für einen Moment frühlingshaft milde Luft herein. Später, bei der Reprise des Themas, halten sich die Zweiunddreißigstel-Figurationen an den Hauptmelodietönen fest als wären sie Krücken einer längst zerbrochenen Existenz. Aber die zittrige Figuration ermattet und weicht erneut dem ruhigen Achtelstrom, der sich wieder nach G-Dur wendet, die Fee schwebt durchs Zimmer Richtung Fenster, die Hand bereits am Griff, die innig-frühlingshaft-beglückende Subdominante zum Greifen nah – da —— KNACKS – die Nadel stößt auf ein unüberwindbares Hindernis und springt zurück in die Nachbarrille. Mich hebt’s aus dem Sessel, denn nun hängt die Fee am Griff fest und bekommt das Fenster nicht geöffnet. Einen Moment lasse ich den Loop laufen, lasse die Nadel an der immer gleichen Stelle auf Grund gehen, konsterniert. Die Technik hat Beethoven ermordet. Schließlich hebe ich die Nadel aus der Rille und dirigiere sie ein Stückchen weiter. Die Musik spielt weiter, aber das Fenster bleibt geschlossen.

 

 

Zensur!

Januar 14, 2018 § 10 Kommentare

Die Süddeutsche Zeitung fordert Zensur. („Das schreit nach Zensur“: Marin Zips in der SZ vom Freitag) In Filmen soll künftig nicht mehr geraucht werden, weil die WHO das fordert und neuerdings auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Soweit ich weiß, ist das Rauchen in Deutschland (noch) erlaubt. Was ja wohl bedeutet, dass jeder erwachsene Mensch selbst entscheiden darf, wie er mit den gesundheitlichen Risiken umgehen möchte. Passt auch irgendwie zu einer freiheitsliebenden Gesellschaftsordnung. Wenn nun aber künftig im Fernsehen ein Mord gezeigt wird, dann ist das weiterhin erlaubt, obwohl das Morden im echten Leben schon ziemlich lange verboten ist. Was der Filmmörder nicht mehr darf, ist, dabei eine Zigarette rauchen – obwohl das, wie gesagt, im echten Leben noch erlaubt ist. Halleluja! Gott schütze unser westliches Abendland. Amen.

 

Ausgetrickst

August 6, 2017 § 5 Kommentare

Der Raucher

 

Wer mal wieder jemanden so richtig quarzen sehen will, muss keine alten Filme gucken. Es gibt einen neuen „Künstlerfilm“ – die haben ja gerade Konjunktur – und dieser hier lohnt sich:  Final Portrait. Es geht um Giacometti, der mit einem  – es wird sein letztes sein – Portrait nicht fertig wird. Am Ende greift der Portraitierte zu einem Trick, um dem Künstler aus einer Schleife, der er nicht mehr Herr wird, herauszuholen. Sehenswert!

 

(Das Bild ist eine übermalte Postkarte ohne Bezug zu Giacometti)

Wo bin ich?

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