Der Fuß Gottes

Juli 17, 2017 § 4 Kommentare

Peter Sloterdijk hat ein neues Buch geschrieben. Nein. Er hat alte Texte als neues Buch zusammengestellt. So meldet es jedenfalls die Süddeutsche Zeitung. Bemerkenswert an dem Buch ist der Titel: „Nach Gott“. Nietzsches „Gott ist tot“ bot hier natürlich die Steilvorlage. Und klar ist auch, was als nächstes kommt, nur kommen kann: „Nach Gott ist vor Gott“. Wer diesen Titel für sein nächstes Buch braucht: bitte sehr. Ich lege keinerlei Wert auf Urheberschaft.

 

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Künstlerbildchen Teil 2 plus Zufallsfund

Dezember 7, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Neo Rauch

Die Reihe frei nach Barbara Klemm wird fortgesetzt mit Neo Rauch und Robert Rauschenberg:

Robert Rauschenberg

Und dann noch etwas ganz anderes. Durch Zufall zog ich eine Perle an Land. Der von mir ob seiner Wortschöpfung „Replikationskompetenz“ sehr geschätzte Peter Sloterijk glänzt mit einem vorzüglichen Seitenhieb auf  T. W. Adorno. In den kürzlich erschienen Notizen 2008 – 2011 „Zeilen und Tage“ berichtet Sloterdijk von einem Aufenthalt in Sils Maria. Er wohnt dort in dem durchaus gehobenen Ansprüchen genügenden „Waldhotel“ und lästert ein wenig über die Zumutung eines überfüllten Speisesaals – ich sag ja immer: klagen lässt es sich auf jedem Niveau – und beschreibt die durchschnittliche Klientel des Waldhotels als Menschen, die an einem solchen Ambiente durchaus nichts herumzunörgeln hätten (ok, er drückt das ein wenig eleganter aus). Dann aber kommt er auf Adorno zu sprechen, der wohl seinerzeit regelmäßiger Gast im Waldhotel war, und schreibt: „Ferien auf solcher Höhe sind affirmativ. Kritik gab es bei Adorno wieder nach Semesterbeginn in der Frankfurter Senke – 112 Meter über Normal-Null.“ (S. 57, 3. Aufl. 2012) Herrlich!

Fremdwörter

Dezember 1, 2011 § Ein Kommentar

Wissenschaftler sagen kluge Dinge über komplizierte Sachverhalte. Dafür benutzen sie oft Fremdwörter, denn nur die sind mitunter der Komplexität eines Sachverhalts angemessen. Manchmal aber dienen die Fremdwörter nicht der Sache, sondern der Person. Es geht weniger darum, WAS gesagt wird, sondern WER es sagt. Sie haben also keine erkenntnistheoretische, sondern eine soziale Funktion. Der Sprecher möchte zu erkennen geben, dass er dem Universitär-akademischen Komplex angehört, oder dorthin strebt. Auch die, die ganz selbstverständlich und für jederman erkennbar dazugehören, pflegen gern den Gebrauch so schöner Begriffe wie

Replikationskompetenz

Generationen von Malern, Dichtern, Komponisten haben voneinander abgekupfert und wirkten so am Entstehen einer Tradition, die Allgemeinverständlichkeit gewährleist. Auf einer Tagung in Bayreuth sprach der auch medial stets präsente Philosoph Sloterdijk in diesem Zusammenhang von „Replikationskompetenz“. Toll. Wenn das Kind demnächst von der Schule nach Hause kommt und gesteht, bei der Klassenarbeit abgeschrieben zu haben, klopfe ich ihm anerkennend auf die Schulter und sage, papperlapapp, du hast einfach deine Replikationskompetenz unter Beweis gestellt.

Der Dilettant probierts gleich aus. Wir sehen ihn hier, ganz replikationskompetent, eine Fotografie abzeichnen:

Der Dilettant zeichnet den großen Philosophen Sloterdijk

Der Dilettant zeichnet den großen Philosophen Sloterdijk

Und weil der (Stein)-Wein von der Mosel heute besonders gut schmeckt, spendiert der Dilettant ein wenig Farbe:

Der Dilettant zeichnet den großen Philosophen Sloterdijk

Der Dilettant zeichnet den großen Philosophen Sloterdijk

Man sieht: es denkt sich gleich viel intensiver, und die himmelwärts strebende Hand kommt ihrem Ziel noch näher.

Und der Anlass des ganzen Themas? Natürlich: Replikationskönner haben Konjunktur!

Wo bin ich?

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