Vierter und finaler Riffian-Splitter

Juni 19, 2018 § 2 Kommentare

 

Wo der Berg an den Himmel stößt formt sich die Linie und krönt die Szenerie ringsum. Ein unermüdliches Auf und Ab, Steigen, Fallen, Herabsenken, Hintanziehen, Überspannen und Gleiten, Werben und Zagen, Schmeicheln, Stocken, Kratzen Krachen Stürzen Verlöschen. Ziehen Wolken herauf und herab löst sich alles auf. Als wir das Passeiertal verließen standen Dampf und Regen an den Hängen. Statt Kontur, Maß und Grandezza Uterus und Plazenta, Ursuppe. Aus diesem höchst faszinierendem aber verkehrstechnisch ungünstigen Schlamassel heraus wählten wir den sicheren Umweg über Bozen. Anstatt, wie letztes Jahr, in 2500 Metern über N. N. in Sommerreifen über den einschneienden Pass zu rutschen. Jedes Abenteuer hat seine Zeit.

Schwaches Nachzittern so mancher Linie, hier und da mit etwas Volumen angereichert:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Palmen und der erste Schnee

September 3, 2017 § 5 Kommentare

Der Wanderführer, ein drahtiger, braungebrannter Mittsechziger mit jungburschenhafter Dynamik begrüßte uns. Pünktlich zur Gipfelwanderung war das Wetter umgeschwenkt. Statt Sonne satt tief hängende Wolken. „Schaut nit so gout aus. Vielleicht gibt’s Regen – oder Schnee.“ Pause. Ein breites Grinsen ging über sein Gesicht „Hoffentlich Schnee! Ich bin ein Schneemensch!“ Der Mann gefiel mir sofort. Wer mit den Bergen aufwächst, hat Sinn für Theatralik und schockt gerne mal weichgespülte Flachländer. Den Schnee gab’s dann aber erst Samstag, auf dem Rückweg ins flache Land oben in 2500 Meter Höhe auf dem Timmelsjoch. Aus Furcht vor einem Rückreisewellenverstopften Brenner hatten wir uns für einen Schleichweg auf die Nordseite der Alpen entschieden. Vielleich war’s zu früh am Morgen, oder der einsetzende Schneefall versetzte die Österreichischen Beamten in Feierlaune – jedenfalls winkte uns der Beamte an der Mautstation einfach durch und ersparte uns 16 Euro. Dank dafür von dieser Stelle aus! Vor dem Schnee aber genossen wir die Palmen im Passeiertal (in dem übrigens, wie wir vor Ort erfuhren, die Deutsche Fußballnationalmannschaft sich 2014 WMTitelreif trainiert hatte), überhaupt die üppige Vegetation:

 

 

Sechs Aquarellskizzen

August 27, 2017 § 4 Kommentare

Krasse Bergwelt. Terassierte Abhänge, Natursteinbegrenzt, Kies unter den Reifen, dann steil links bergan, dämmrig bereits, der kühle Wald leckt, unten lockt der See, das gebuchte Quartier scheint ein altes Gemäuer, Fensterläden verschlossen. Navi nochmal nachgeladen, den Vermieter angetroffen und von diesem ins richtige Quartier gelotst. Nochmal gut gegangen. Schwer gut, denn hier atmet alles alte Kulturlandschaft, kleine Kirchturmgekrönte Nester an Steilhängen, dennoch Komfort der siebziger Jahre. Allerdings zerfetzt es anderntags den Reifen auf engem Fahrweg an scharfer Naturbordsteinkante. Für den fälligen Radwechsel lässt sich das Gefährt Zeit bis nach Überquerung der Schnellstraße. Das Glück im Unglück fest gebucht. Es bleibt alle Zeit der Welt zum Studieren angeratener Bedienungsanleitungen, Zeit auch, uns Autogringos das Prinzip eines Wagenhebers nahezubringen. Ärger schon, nach vollbrachter Tageswanderung im Heimwärtsgang befindlich, den falschen Abzweig zu erwischen, sich töricht auf einen Forstweg einzulassen und zu spät zu realisieren, dass man sich in des Teufels Sackgasse hineinmanövriert hat, in Gestalt einer abschüssigen, Felsbrockengespickten und Regenwasserrinnendurchfurchten Hohlgasse. Ein der aufkommenden Panik geschuldetes waghalsiges Wendemanöver setzt das Fahrzeug quer zur Fahrbahn schachmatt. Nur mit aufwändiger Fahrbahnverbesserung, vereintem Schieben bei gleichzeitigem ultrasensiblem Fahrverhalten und einer Portion unverschämten Glücks bekommen wir das Fahrzeug frei, der Rückweg gelingt ohne weitere Reifenpanne.

 

Wie lieblich dagegen muten doch diese Zeichnungen an; sie wissen nichts von Havarieen und Glücken im Unglück.

 

 

 

 

 

P. S. Inzwischen haben wir den Standort gewechselt und atmen die Luft des lieblichen Passeiertals nördlich von Meran. Hoch hinauf geht’s freilich auch hier…

Wo bin ich?

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