Vier Landschaften als Antwort auf orthodoxe Pinselmalerei

November 3, 2016 § 2 Kommentare

Malen. Den Pinsel in die Hand nehmen, in Farbe eintauchen und über die Leinwand streichen. Und dabei unermüdlich Entscheidungen treffen. Für jede Farbe, für jeden Strich. Fürs Anfangen, fürs Aufhören, fürs Beenden, fürs Liegenlassen. Arbeit das alles. Und oft doch nur inzestuöse Gedankenschieberei, perpetuierender Gleichklang, Stillstand im Geiste. Onanie des Wollens. Dagegen: Das Blatt färben, Klecksen, Abklatschen, Farben laufen lassen, disparate Materie sich selbst überlassen, Teilhaben am Sein der Dinge, instantöse Bildfindung. „Das befreit mich von dem furchtbaren Stress der orthodoxen Pinselmalerei“*, las ich heute bei Leiko Ikemura, einer Künstlerin, deren Arbeiten ich sehr mag, und fühlte mich sogleich in meinem Klecksereieskapismus auf das empfindlichste bestätigt.

Voila:

 

abklatsch-am-wasser

 

landschaft-nach-rechts

 

landschaft

 

gefuege

 

*Leiko Ikemura. Im Gespräch mit Friedemann Malsch. Köln 1998. S. 58

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Durchlüften

August 23, 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

Beim Tag der Offenen Tür der UdK Berlin neulich beeindruckte der Raum mit Arbeiten der Klasse Prof. Ikemura. Passend dazu das Interview mit Leiko Ikemura im Deutschlandradio Kultur, das vorgestern ausgestrahlt wurde. Darin betont sie, wie sehr alles miteinander zusammenhinge und ineinander überginge, und dass es immer die Begriffe seien, die trennten. Wie wahr! Die Moderatorin versuchte das ein oder andere Mal, ihre Gesprächspartnerin auf eine eindeutige Aussage hin festzulegen und stellte irgendwann, als dies nicht so richtig gelingen wollte, fest, Ikemura ließe sich wohl stets ein Hintertürchen offen. Diese bejahte das, präzisierte aber: nicht im Sinne einer Fluchtmöglichkeit, sondern zum „Durchlüften“. Welch schönes Bild. Auf ihre Ausstellung im Haus am Waldsee bin ich sehr gespannt.

 

Dies hier ohne Hintertürchen:

Kopf aslkjle

Wo bin ich?

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