Gerhard Richter Painting

Oktober 1, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Im Kino den Film „Gerhard Richter Painting“ gesehen. Ein seltener Genuss, diesem Maler beim Entstehen seiner (abstrakten) Bilder zuschauen zu dürfen. Ja: die Bilder „entstehen“. Zwar malt Richter durchaus – mit dickem Pinsel wird zunächst satt Farbe auf die Leinwand gebracht, – aber im Grunde sieht man in dem wunderschönen Film Richter zu, wie er den Bildern beim Werden zuschaut. Etwa so, wie man Kinder großzieht: man schaut ihnen beim Wachsen zu und greift gelegentlich korrigierend ein. Schön auch zu verfolgen, wie wenig Worte dieser Mann angesichts seiner Bilder hat. Auf Nachfrage der Filmemacherin Corinna Belz, sie verstehe das jetzt nicht, sagt er nur, er verstehe das jetzt auch nicht, und versteckt sich hinter einem sympathischen, kurzen Lachen. Im Endeffekt ist so ein von ihm „gemaltes“ Bild, wenn es denn den kritischen Blicken über einen längeren Zeitraum standgehalten hat, das Produkt eines Entstehungsprozesses, der nicht auf ein vorbestimmtes Ergebnis abzielt (jedenfalls nicht bei den großformatigen abstrakten Bildern). In immer neuen Anläufen werden aufgetragene Farbschichten mit großformatigen Rakeln ineinander geschoben und mit Spachteln wieder aufgekratzt. Das Ergebnis ist ein Bild, das unmöglich so hätte „gemalt“ – eins zu eins mit dem Pinsel aufgetragen – werden können. Oder doch?. Ich stellte mir, während ich den Film schaute, vor, ein Maler würde eines dieser Bilder peinlichst genau nachmalen. Da er nun aber den Entstehungsvorgang nicht rekonstruieren kann, müsste er Millimeter für Millimeter eigens gemischte Farbe in mühsamer Kleinstarbeit auftragen. Ein absurder Gedanke (?) Und doch gibt es Maler, die vergleichbares tun. Mir fiel heute ein Bildband in die Hände, der das Werk des Berliner Malers René Wirths zeigt. In quasi fotorealistischer Anmutung malt dieser Meister seines Fachs auf großer Leinwand Dinge des Alltags ab. An sich nichts neues. Unter den Bildern aber finden sich super genaue Wiedergaben von Kinderzeichnungen. Man stelle sich also vor: ein Bild von Kindeshand in DIN A4 mit Filzstift, Buntstift, Wasserfarben u. ä. ist die Vorlage für ein 2 x 3 Meter großes Ölgemälde. Was für eine Idee!

Der Bildband enthält ein Foto des Malers, das ich mir im Rahmen meiner Portraitübungen vornahm. Hier die drei Versuche:

Dann setzte ich meine Portraitserie fort:

Schließlich mal wieder ein Frosch:

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