Inspiration

März 9, 2013 § Ein Kommentar

Heute morgen hörte ich beim Frühstücken Radio. Der wunderbare Stephan Karkowsky – durch seine Samstagnächtliche Musiksendung Latenightlounge auf RadioEins als exzellenter Musikkenner ausgewiesen und neuerdings auch im Tagesprogramm von RadioEins zu hören – unterhielt sich mit dem live aus Rom zugeschalteten Prof. Markschies über das Thema „Inspiration“. Markschies hat dazu ein Buch* herausgegeben. Es geht der Frage nach: wovon lassen sich bekannte Wissenschaftler und Künstler inspirieren. Nachdem der Zweck seines Aufenthaltes in Rom hinreichend geklärt war (nein, er sei nicht dort um als erster evangelischer Papst gewählt zu werden) nannte Markschies in äußerst aufgeräumter Stimmung ein paar Beispiele für Inspirationsrituale. Zwar verneinte er heftig, Alkoholkonsum könne zu wissenschaftlicher oder kreativer Arbeit beitragen, blieb aber die Antwort auf die vom sonst so souverän moderierenden Karkowsky leider nicht gestellte Frage schuldig, welche interessante Substanz er denn gefrühstückt hatte. Wer sich nicht vorstellen kann, dass Wissenschaftler, zumal in der Variante evangelischer Theologe, ausnehmend albern kichern können, höre einmal dieses Telefoninterview nach.

Nun ist der Dilettant weder bekannter Wissenschaftler noch unbekannter Künstler und wurde also auch nicht für das Buch befragt. Nicht unterlassen möchte ich es aber an dieser Stelle – das Frühstück, bestehend aus lauter erlaubten Leckereien, ist gerade genossen – meine Erfahrungen zu diesem Thema beizusteuern. Mir fiel nämlich schon vor längerer Zeit auf, dass mir gerade beim Verrichten einfacher, den Verstand nicht besonders strapazierender Routinetätigkeiten regelmäßig gute Ideen kommen. Sie kommen wohlgemerkt nicht, wenn ich meine ganze Verstandeskapazität darauf konzentriere. Es ist also kurioserweise geradezu so, als würde ich meinem Gehirn suggerieren: ruh du dich mal aus, während ich hier einfache Routinearbeiten erledige, ich brauche dich erst später wieder. Woraufhin das Gehirn sich erst recht herausgefordert fühlt und geradezu bockig kontert nach dem Motto: na, wenn er meint er braucht mich nicht, dann zeig ich ihm mal was ich so auf der Pfanne hab‘. Und schwupps purzeln die genialen Ideen nur so auf den Schreibtisch. Dabei halte ich üblicherweise dem derzeit grassierenden unsäglichen „Multitasking“-Geschwätz gerne meine Devise entgegen: Tue eine Sache und tue sie richtig. Hm… Da tut sich ein Widerspruch auf, dem ich mal nachgehen muss…

Zuvor aber ein Bild (Der Dilettant war ja angetreten zu malen, nicht zu schreiben). Diese Frau schreit sicher nicht nach Inspiration sondern hat existentiellere Sorgen. Zu bewundern im Berliner Bode-Museum, dem ich jüngst einen Besuch abstattete, von dem an dieser Stelle noch zu berichten sein wird, denn er hinterließ mich schwer beeindruckt.

schreiende Frau Bode Museum

* Vademecum der Inspirationsmittel. Hrsg. von

  • Christoph Markschies und Ernst Osterkamp
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Der gute Gedanke

September 9, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Wenn ich mich hinsetze in der Absicht, einen guten Gedanken zu bekommen, geht er weg…

… wenn ich aufstehe, um den Müll herunterzubringen, kommt er.

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