„Du hast bis jetzt noch nichts geschrieben!“

Februar 5, 2019 § 8 Kommentare

Neulich war über Nacht ein wenig Schnee gefallen. So schnell wir konnten machten wir uns auf den Weg in den nahe gelegenen Tiergarten, um dieses kostbare und so seltene Gut in naturnaher Umgebung in Augenschein zu nehmen. So schnell wir konnten waren dann aber doch drei Stunden, so lange brauchen wir nämlich an einem Sonntag Morgen. Im Tiergarten angekommen war dann nicht mehr viel übrig, es taute bereits mächtig, das Wenige gab aber doch einen schönen Kontrast zum Grün. Und wie ich eben die wenigen dort entstandenen Fotos im WordPress Editor hochlade, und ein wenig an der Präsentation herum probiere, ploppt oben rechts ein gefährlich rot markierter Balken auf:

Du hast bis jetzt noch nichts geschrieben!

Nein, kein Fall von KI, wie mancher jetzt denken könnte. Ein erneutes Beispiel für die Plage unserer Zeit, die permanente Besserwisserei und Gängelei im Alltag. Wie und Was wir leben sollen, ist schon lange keine Frage mehr der Einhaltung von Gesetzen, sondern ein gnadenloses Eingesperrt-Werden in eine Zwangsjacke infantilen, moralinsauren Samaritertums. Zwei Minuten nichts geschrieben, da wird ein WordPress-Knecht in seinem knackig Kaliforniesken Büro schon nervös. Ich sage dazu nur:

Friede auf Erden und allen ein Wohlgefallen 🙂

(Und verlinke an dieser Stelle gerne zum Blog der famosen Frankfurter Künstlerin Phyllis Kiehl, die ihre entspannte Haltung zur „Textpflicht“ im aktuellen Beitrag in locker gebundene Sprache fasst.)

 

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Verwacklungspotential

November 16, 2018 § 6 Kommentare

Dämmerung im TiergartenLichtknäuelLichtspurensemble

(Während einer Fahrt durch den dämmrigen Tiergarten mit dem Daumen am Auslöser…)

Im Großen Tiergarten

Mai 31, 2018 § 2 Kommentare

Auf Tauchstation

Mai 28, 2018 § 4 Kommentare

 

Einer grünen Höhle gleich umfängt mich der Tiergarten dieser Tage. Algengetränktes Licht, tanzende Reflexe und stroboskopartig zuckende Sonnenstrahlen lassen die Fahrt zu einem irren Trip werden. Gehört freilich ein wenig Geschwindigkeit dazu, die sich mit dem Rad leicht bewerkstelligen lässt. Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, beim Fahren zu knipsen, ein heikles Unterfangen, das mir um ein Haar zum Verhängnis geworden wäre. Aber was tut man nicht alles für ein paar Bilder… (Und hey, Bäume haben keinerlei Rechte an ihren Daten!)

 

 

Der Tag ein Traum

November 7, 2017 § 12 Kommentare

 

Ein Traumtag. Ein Traumweg zur Arbeit. Das Licht der frühe Sonne gleißt über der Spree, glitzernd steht die Luft. Wo der Fluss den Tiergarten streift, stelle ich das Fahrrad ab und mache eine paar Fotos.

Weiter über die Brücke, Steinmeier grüßt freundlich, schräg durch die Tiergartenschneise zur Straße des 17. Juni. Wir Radler schaffen die Überquerung dieser achtspurigen Tiergartenschneise selten in einem Rutsch, warten meist auf dem Mittelstreifen, gerade breit genug, um unseren schräg stehenden Rädern einen sicheren Ort in der Verkehrsbrandung zu gewähren. Auch an diesem Morgen. Während der Verkehr Richtung Brandenburger Tor vorbeizieht, gewahre ich auf der ganz rechten Spur eine Person auf der Fahrbahn liegen. Jemand kniet bei ihr, einige stehen daneben, manche mit Handy. Links ein Auto, weiter rechts dirigiert jemand den Verkehrsstrom an der Person vorbei. Ein Unfall, wird mir langsam bewusst. Der Pulk wartender Radler wird durch die Nachströmenden immer dichter, das Ende des Autostroms zeichnet sich ab, und dahinter, mit etwas Abstand, das Martinshorn der Polizei. Während ich mich darauf einrichte, das Herannahen des Polizeiwagens abzuwarten, nutzt ein Schwung Radfahrer die kleine Lücke zur Weiterfahrt, weitere strömen nach, müssen dem jetzt rasant eintreffenden Einsatzfahrzeug ausweichen, eine junge Radlerin verschätzt sich und prallt beinahe gegen die Fahrertür. Der Beamte muss mit dem Aussteigen warten, bis sie sich und ihr Rad umständlich zur Seite gedreht hat. Ich schiebe mein Rad über die Straße, geschockt. Als nähmen Menschen den Unfall gar nicht wahr. Hauptsache weiter im eigenen Film. Während ich aufsteige um die Fahrt durch den Tiergarten fortzusetzen, höre ich das Unfallopfer. Langsamer als sonst setzte ich meine Fahrt fort, noch ein kurzes Stück durch ockergelb leuchtenden Blätterwald. Von rechts ein Knirschen, dumpfes Ächzen, wildes Knacken – wie brutal es klingt, wenn ein mächtiger Baum fällt. Gefälllt wird, dachte ich in diesem Moment. Später jedoch wird mir bewusst, dass ich keine Motorsäge gehört hatte, der Baum also vielleicht als letzte Nachwirkung des Sturms in diese Idylle hinein – buchstäblich: brach. Vielleicht 20 Meter entfernt von mir. Am Ende der Schneise öffnet sich der Tiergarten zu einer Kreuzung. Während ich auf die Überquerung warte, rast ein Radfahrer an mir vorbei und nimmt einem rechts abbiegenden Autofahrer die Vorfahrt. Gehupe, der Radfahrer dreht sich triumphierend um, reckt den Stickefinger in den Traumhimmel, höher und immer höher. Als ich schließlich losfahre, sehe ich im Augenwinkel, wie ein Mann an der wartenden Autoschlange vorbei auf eine Fahrertür zugeht, gegen die Scheibe hämmert und wüste Beschimpfungen ausstößt. Für das letzte Stück meines Weges zwischen Spielbank und Staatsbibliothek zwänge ich mein Fahrrad zwischen zwei parkenden Autos hindurch. Das „urbane Gewässer“, eine Erfindung Renzo Pianos und Reminiszenz an die Zeit der neunziger Jahre, als hier am Potsdamer Platz alles ein riesiger Baggersee war, empfängt mich, träge in der morgendlichen Sonne blinzelnd. Ich bin da. Dienstag, 7. November 2017. Berlin.

 

 

(Mit Belichtungszeit gespielt und Tonwertkorrigiert)

 

Gradationskurven am Großen Stern

August 3, 2017 § 4 Kommentare

 

Neulich abends durchquerte ich den Tiergarten. Am Großen Stern war die Sonne untergegangen, der Himmel stemmte sich farbenprächtig gegen die aufziehende Dunkelheit. Ich beschloss, mit meiner kleinen Kamera ein paar Fotos zu machen und stelle sie, um verwackelungsfrei länger belichten zu können, auf den Boden. Radler, Jogger, Fußgänger, Touristen umrundeten die Siegessäule und kreuzten meine Linse. Ihre Flüchigkeit fand vor meinem Chip keine Gnade. Nun steckt in einem (digitalen) Foto ja viel mehr, als man mit bloßem Auge erkennen kann. Ich spielte also am PC mit den Gradationskurven und verhalf dem (untergegangenen) Himmel zu einem zweiten, überraschend pastellfarbigen Frühling. Zugleich zogen Algorithmen scharfe Kanten, wo verhuscht radelnde Schatten abgelichtet worden waren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blow Up

Juli 26, 2017 § 2 Kommentare

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anders als im Film war es windstill im Großen Tiergarten. Tief standen die dräuenden Wolken, noch immer voller Wasser, aber gnädig pausierend, und betrachteten ihr Werk, die grüne Pracht.

P. S. Ich weiß, der ein oder die andere hadert mit dem Regensommer. Ich mag ihn. Nachts liege ich bei offenem Fenster und lausche dem Prasseln, es beruhigt und elektrisiert mich zugleich. Und die überbordende Vegetation da draußen, sie versetzt meine Kapillargefäße in Schwingung…

Wo bin ich?

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