Noch mehr Zeitungsskizzen – Teil 1

Dezember 3, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Auch Regenwetter hat sein gutes. Ich ließ das Fahrrad stehen und fuhr mit der U-Bahn zur Arbeit, las die Zeitung und erinnerte mich plötzlich, dass ich tags zuvor während der Chorprobe versucht hatte, mir die Konturen einer vor mir stehenden Mitsängerin einzuprägen. Ich zückte also den Kugelschreiber und versuchte die Figur aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren.

Dann fiel mein Blick auf einen Fahrgast gegenüber, dessen knorrige Hände fest eine Ledertasche umschlossen. Hände sind ja immense Ausdrucksträger, und so zeichnete ich rasch

Unterdessen dachte ich darüber nach, worauf es beim Zeichnen ankommt. Richtung und Ausdruck. Denn was wir als vermeintlich statisches Objekt vor unseren Augen wahrnehmen, vibriert in unzähligen neuronalen Impulsen – da gibt es keinen Stillstand, sondern nur Dauerfeuer. Und wenn die gezeichneten Linien „gerichtet“ sind, synchronisieren sie das neuronale Dauerfeuer, bringen Metaebenen zum Schwingen und befeuern die Ausschüttung von Glückshormonen. So einfach ist das.

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