Der männliche Blick, Teil zwei

April 24, 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Im Brücke-Museum zu Berlin hängt (momentan) ein kleines Bild von Kirchner, betitelt „Erich Heckel und Otto Müller beim Schach“. Wie man weiß, haben die Brücke-Maler fleißig in der Natur gemalt, aber auch eine innige Gemeinschaft in kleinen, extravagant gestalteten Wohnateliers gepflegt. Vor allem in Kirchners Atelierwohnungen in Dresden und Berlin-Friedenau. Anwesend die Künstler und natürlich Modelle. Leben und Malen, Lust und Liebe, alles ging ineinander über. Die Bilder, aber auch Fotografien zeugen vom munteren, unkonventionellen Treiben dieser ambitionierten Künstler am Vorabend des Ersten Weltkrieges. So weit, so schön. Stutzig wurde ich beim Betrachten des Bildes, weil im oberen Drittel, quer zu den untereinander angeordneten Schachspielern, eine nackte Frau auf dem Sofa liegt. Aha. Die Männer spielen Schach und die Frau wartet auf ihren Einsatz, dachte ich. Dabei könnten Frau und Sofa auch schon gemalt sein, ein Bild im Bild, gewissermaßen. Oder, wie gesagt, sie wartet noch auf den Moment, da die Herren wieder zu den Pinseln greifen. Ein Objekt, klar, so wie andere Einrichtungsgegenstände, und damit für den Titel des Bildes nicht der Erwähnung wert. Sicher wurden die Frauen von den Kavalieren gut behandelt. Davon gehe ich mal aus. Und sie werden auch ihren Spaß gehabt haben. Und vielleicht wurden sie dabei ja nicht schwanger, so wie die Kousine meines Opas

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Der männliche Blick

April 19, 2013 § 2 Kommentare

Dreh- Fix- Angel- Ausgangspunkt, kleinster gemeinsamer Nenner, Anfang und Ende aller Malerei ist der weibliche Körper. Wahrscheinlich, weil die Welt schon immer durch die männliche Brille betrachtet wurde. Und was sieht der Mann? Die Frau. Die Frau sieht natürlich auch den Mann, aber sie hatte ja nix zu sagen, zu malen oder sonstewie zu veräußern. Und gerade jetzt ist die Geschlechterdiskussion mal wieder so richtig entbrannt. Nach Brüderle nun die Dänen, die sich eine „Talkshow“ leisten, in der zwei Männer live eine nackte Frau betrachten und darüber reden, wie es ihnen so mit dem Anblick ergeht. Begründung: wenn Männer nicht mehr über nackte Frauen reden dürfen, droht die „Schwanzlose Gesellschaft“. (Siehe Artikel in der  Süddeutschen Zeitung von heute „Bei Dänen peept’s wohl“) Wird Zeit, den Planeten mit Erdähnlichen Lebensbedingungen zu entdecken, damit man bei Zeiten woanders sein Glück versuchen kann… Bis es soweit ist, sollte man sich malenderweise eigentlich unverfänglichen Themen zuwenden, oder doch nicht?

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