Die Musik

Januar 4, 2019 § 8 Kommentare

kopf lksdj

 

Das erste Bild im neuen Jahr. Ich malte es, während Clara Haskil Schuberts letzte Klaviersonate in B-Dur spielte. Wo Artur Schnabel etwas rüpelhaft, und Alfred Brendel brav spielt, trifft sie genau den richtigen Ton. Vielleicht sind Frauen die besseren Musiker. Dies vermutete schon Kleist:

In den Nonnenklöstern führen, auf das Spiel jeder Art der Instrumente geübt, die Nonnen, wie bekannt, ihre Musiken selber auf; oft mit einer Präzision, einem Verstand und einer Empfindung, die man in männlichen Orchestern (vielleicht wegen der weiblichen Geschlechtsart dieser  geheimnisvollen Kunst) vermißt.“ (aus: Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik. Eine Legende).

Ich wünsche allen, die hier gelegentlich vorbei schauen, ein Jahr voller Musik.

 

 

 

Old-school-Zeichnung

März 16, 2013 § 2 Kommentare

Frauenkopf Old School

Als die Künstler der Renaissance begannen, die Anatomie des menschlichen Körpers zu studieren, fertigten sie dafür Zeichnungen an, die ursprünglich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren, sondern dem Studium und der Vorbereitung der Gemälde dienten. Michelangelo aber wurde  schon zu Lebzeiten gerühmt für seine meisterhaft ausgeführten Zeichnungen. Betrachtet man die Blätter heute, dann fasziniert nicht nur das präzise Umreißen  dargestellter Körper und die virtuose Strichführung,  sondern die Patina fleckig gealterten Papiers, das in der Verschmelzung von „Vorder“- und „Hintergrund“   die Künstlichkeit des Gezeichneten an das Naturhafte rückbindet.

Das radikale Bekenntnis zum Dilettantismo voraussetzend schrecke ich nicht davor zurück, einmal selbst eine solche Old-School-Zeichnung zu versuchen. Um das Poröse altmeisterlicher Linienführung zu erreichen nehme ich gröberes Papier als sonst, und bearbeite es vorab mit ein wenig Kreide. Die Linien selber setze ich in Graphit. Oben ist das Ergebnis zu sehen.

Bevor ich das geneigte Publikum mit der Zeichnung belästigen kann, muss sie eingescannt werden. Und kaum ist der Computer im Spiel, spielt er sich mächtig auf und begehrt ein Wörtchen mitzureden. Wie viel Kontrast darf’s denn sein? Ich drehe den Regler ein wenig hoch und denke, so sieht’s auch nicht schlecht aus:

Frauenkopf Old School Kontrast

mehr Licht, mehr Schatten, mehr Farbe. Dringlicher. Wenn ich Künstler wäre, legte ich jetzt eine ganze Serie auf, z. B. so:

Frauenkopf old School b

Frauenkopf old School c

Frauenkopf old School d

Frauenkopf old School e

als Dilettant aber lass‘ ich es an dieser Stelle mal gut sein…

Wo bin ich?

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