homo litoris II

August 11, 2018 § 4 Kommentare

 

Auf die Hitze folgt die Abkühlung, und schon entvölkert sich der Strand. Ich hab aber vorgearbeitet.


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homo litoris

August 9, 2018 § 4 Kommentare

Intellektuelle Menschen meiden das Strandleben. Handelt es sich dabei doch offensichtlich um sinnloses Totschlagen von Zeit zur Erreichung maximaler Bräune bei infantiler Fixierung auf eine oberflächlich hedonistische Lebenspraxis. Außerdem wird zu der dafür vorgesehenen Zeit der Strand massenweise heimgesucht. Ein eigener Industriezweig hat sich auf das perfekte Bespielen attraktiver Strände durch Menschenmassen verlegt. Der Intellektuelle aber macht sich nicht gemein mit der Masse. Er nutzt sie allenfalls als Folie für seine Einzigartigkeit. Ich meinesteils gestehe, mich lange Zeit dem Diktum der Intellektualität gebeugt und mit Verachtung auf das Treiben der Masse geblickt zu haben. Das fühlte sich ziemlich gut an, machte mich aber nicht zu einem besseren Menschen. Nun zog mich nicht erst die anhaltende Hitze ans Wasser, bereits früher hatte ich entdeckt, wie wohltuend Licht, Sonne, Luft, Wind, Sand in Verbindung mit Wasser, genauer: Salzwasser – noch genauer: dem Meer in seiner tief existenzialistisch erfahrbaren Ursprünglichkeit auf die Psyche des Körpers wirken. Und ja: im Verbund mit vielen anderen Menschen, die genau diese Erfahrung suchen. Einzelkämpfer, Paare, Familien, Greise – alle kommen sie zusammen, um in seiner Ursprünglichkeit Natur zu erleben, zu feiern. Sonne, Sand, Wasser, Hitze, Abkühlung. Wer will, betrachtet den Horizont. Oder misst seinen Körper an dem anderer. Lebt die Dynamik innerhalb seiner Familie aus oder wird zum Betrachter fremden Schauspiels. Vertieft sich in ein Buch oder döst. Oder zeichnet. Spürt den Sand auf der Haut, oder – Glücklicher – die Berührung des Anderen. Irgendwann, wenn die Hitze ins All entwichen ist, ziehen alle von dannen. Ein paar Verliebte bleiben.

 


Gemengelage

August 6, 2018 § 2 Kommentare

 

Also nun frisch geschlüpft ans Meer gedüst, mit vielen anderen eine Leibergemengelage bildend am Saum des kühlenden, weiten Naß‘. Da zück‘ ich doch den Kohlestift…

 


Stricheleien

Juni 3, 2018 § 6 Kommentare

 

Nichts vermag den Moment festzuhalten. Rastlos hechelt der Stift der erspähten Linie hinterher. Vergebens. Dabei wäre es ja schön, könnte die Hand unbewußt, am analysierenden Verstand vorbei, aufs Papier werfen, was an Sinneseindrücken von einer beobachteten Person ausgeht. Einem Seismograph gleich, dessen Nadel feinste Erschütterungen aufzeichnet.

Berliner Figuren:

 

All die vielen Bilder …

Mai 3, 2018 § 9 Kommentare

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein neues Handy kommt mit drei eingebauten Kameras auf den Markt, lese ich in der Zeitung. Das Bedürfnis, Bilder von sich und der Welt zu machen scheint also ungebrochen. Ich stelle mir vor, dass es in nicht allzu ferner Zeit möglich sein wird, alles das, was in jedem Moment und an jedem erdenklichen Ort unseres Planeten optisch erfahrbar ist, aufzuzeichnen und abzuspeichern. Die optisch erfahrbare Welt wäre also nicht nur dupliziert, sondern gewissermaßen für alle Zeit eingefroren. Technisch als gigantöse Datensammlung auf Serverfarmen aufbewahrt, die sich krakenförmig durch’s Land fressen, duchpflügt und beackert von Künstlicher Intelligenz, die uns zu Statisten unserer selbst degradiert. Von der Warte dieser Künstlichen Intelligenz aus betrachtet krabbeln wir über den Planeten auf der Suche nach Nahrung und Sex, so sinnfrei, wie uns das planlose Umherschweifen von Insekten vorkommen mag. Ich für meinen Teil ziehe daraus die Lehre, fürs erste einen fliegenden Maikäfer mit mehr Empathie zu betrachten.

Tönende Bilder

Januar 3, 2018 § 9 Kommentare

 

In der Kunstwelt der Renaissance kam die Idee auf, die Linie dem Intellekt, die Farbe  dem Gefühl zuzuordnen. Ein schöner Dualismus, der ganz auf der Linie Seele versus Körper, Geist versus Fleisch(eslust) liegt. Das christliche Abendland liebt(e) solcherart Aufspaltung, mit der sich anschaulich das Gute vom Bösen scheiden lässt. Leicht aber ließe sich z. B. die bildende mit der klingenden Kunst verbinden. Da nehme ich die Linie als Melodie, das Ineinander verschiedener Linien als Kontrapunkt, die Farbe als Harmonie, und die Komposition als Rhythmus. So klingt das Bild, und die Töne fügen sich zum Bild.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Miniaturen

Oktober 26, 2017 § 7 Kommentare

 

Aus meinem Skizzenbüchlein, von unterwegs, im Cafe, auf dem Bahnsteig, im Museum – woauchimmer sich ein Moment des Schauens ergibt. Später sparsam Farbe drüber. Voila:

(Ui, der Scanner – gutes Stück, weit über 20 Jahre aufm Buckel – zieht Streifen. Hm, Schallplatten knistern ja auch, stört eigentlich nicht, ist halt ein Medium…)

Wo bin ich?

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