Tasteneskapismus

Mai 16, 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

 

Im Silicon-Valley forschen sie am Transhumanismus. Das Leben verlängern, den Tod besiegen gar. Übergang in eine erweiterte Daseinsform, Mensch und Maschine verschmelzen. Übergangsweise schon mal das Gehirn in den Computer hochladen und schauen was sich entwickelt. Ob die, die ihr obszön angehäuftes Geld da rein stecken, selber noch davon profitieren bleibt abzuwarten, Zwischenzeitlich lässt sich der erstmal irgendwann tote Körper aber aufbewahren, um eventuell später reaktiviert und dem dann stattgefunden habenden Fortschritt zugeführt werden zu können. Leider aber Klimakatastrophe, wohl nicht mehr abwendbar. Sitzen auf einem untergehenden Schiff und beschweren uns übers Essen. Meint der desillusionierte Klimaforscher. Noch vorherer aber WM und Aufgebot ohne Sandro Wagner, der noch vor kurzem in Darmstadt im rumpeligen Böllenfaltorstadion kickte. Und dann der George-Kreis. Erlaucht elitäres Intellektuellengeraune aber hinter den Kulissen harter Sex mit jungen, gern auch auf der Straße aufgelesenen Männern. Robert Schumann elendiglich zu Tode gehungert, weil geistig gesund in eine Irrenanstalt weggesperrt. Bleibt so schnell kein Stein auf dem anderen. Dafür das Klavier frisch gestimmt und wieder mehr gespielt und o Wunder die früh internalisierte Handgelenksblockade löst sich und Energien fließen. Kreislauf aus Geist Arm Finger Taste Saite Klang Geist. Auf der Titanic wurde ja auch bis zuletzt gespielt.

 

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Vier Landschaften als Antwort auf orthodoxe Pinselmalerei

November 3, 2016 § 2 Kommentare

Malen. Den Pinsel in die Hand nehmen, in Farbe eintauchen und über die Leinwand streichen. Und dabei unermüdlich Entscheidungen treffen. Für jede Farbe, für jeden Strich. Fürs Anfangen, fürs Aufhören, fürs Beenden, fürs Liegenlassen. Arbeit das alles. Und oft doch nur inzestuöse Gedankenschieberei, perpetuierender Gleichklang, Stillstand im Geiste. Onanie des Wollens. Dagegen: Das Blatt färben, Klecksen, Abklatschen, Farben laufen lassen, disparate Materie sich selbst überlassen, Teilhaben am Sein der Dinge, instantöse Bildfindung. „Das befreit mich von dem furchtbaren Stress der orthodoxen Pinselmalerei“*, las ich heute bei Leiko Ikemura, einer Künstlerin, deren Arbeiten ich sehr mag, und fühlte mich sogleich in meinem Klecksereieskapismus auf das empfindlichste bestätigt.

Voila:

 

abklatsch-am-wasser

 

landschaft-nach-rechts

 

landschaft

 

gefuege

 

*Leiko Ikemura. Im Gespräch mit Friedemann Malsch. Köln 1998. S. 58

Wo bin ich?

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