Vom Setzen der Farbe

Februar 26, 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Gestern erst ließ der Dilettant die Farbe los und schaute ihr beim Laufen hinterher. Jetzt schiebt er sie mit breitem Pinsel hierhin und dorthin und beeilt sich, den rechten Ort zu finden bevor sie, eingetrocknet – fast möchte ich sagen: eingeschnappt – einfach verharrt. Da bieten sich größere Formate an, und, um das Budget für solcherart Versuchsanordnungen nicht übermäßig zu belasten, Packpapier und baumarktübliche Dispersionsfarbe. So zeige ich hier den viel zu früh verstorbenen amerikanischen Autor David Foster Wallace, der für die Tatsache, dass die Natur ihn mit außerordentlich vielseitiger Begabung gesegnet hatte den Preis mörderischer Depressionen zahlen musste:

David Foster Wallace

David Foster Wallace

Und so, finde ich,schaut er auch nicht schlecht aus, nämlich halbfertig. Alles Halbfertige, Fragmentarische hat, wie wir seit den Frühromantiker wissen, seinen Reiz. Warum, weiß ich nicht.

David Foster Wallace halbfertig

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Maler und Modell

Dezember 14, 2012 § 3 Kommentare

Maler und Model

Akt auf Leinwand

November 5, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Gestern fiel mir eine kleine vorfabrizierte Leinwand in der Art wie es sie günstig bei Nanunana gibt in die Hand. Ausnahmsweise legte ich also das Schmierpapier beiseite und malte mit Baumarktüblicher Dispersionsfarbe diesen kleinen Akt:

Das Ergebnis überraschte mich angenehm, obwohl der Akt ein wenig unfertig aussieht. Das habe ich mir bei Kitaj abgeschaut, dessen Gemälde gerade in einer sehr sehenswerten Ausstellung im Jüdischen Museum in Berlin zu sehen sind.  Er malte an manchen Bildern über Jahre hinweg immer mal wieder etwas weiter. Sie nehmen dadurch den Charakter eines Prozesses an, und betonen gleichzeitig die Materialität des Bildes als eines Objektes. Für mich hat das auch den Vorteil, dass man möglichen Einwänden dem Bild gegenüber immer mit dem Hinweis begegnen kann, es sei ja noch nicht fertig.

Körperbilder

Juli 22, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Der menschliche Körper fasziniert. Aus ihm heraus erblicken wir die Welt. Ihn sucht unser Auge in der Welt. Für eine Serie von Körperbildern beginne ich mit schwarzer Grundierung und arbeite in die noch feuchte Grundierung zunächst weiß, dann nach und nach weitere Farben ein. Mit Pinsel und Spachtel wird die Farbe – übrigens gewöhnliche Dispersionsfarbe aus dem Baumarkt – in wechselnden Stadien der Trocknung  bearbeitet, teilweise bis an die Grenze der Belastbarkeit des Bildträgers Papier.

Der Kulturpessimist

Januar 2, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

FRÜHER WAR ALLES BESSER: Hört man oft. Stimmt auch, denn früher konnte man wenigstens sagen: früher war alles besser. Heute wissen wir, dass auch früher Weihnachten nicht immer Schnee lag, und dass man lieber faulende Zähne ihrem Schicksal überließ, anstatt sich der Höllenqual zahnärztlicher Behandlung zu überantworten. Da pflege ich zu sagen: DIE VERGANGENHEIT IST AUCH NICHT MEHR, WAS SIE MAL WAR. Der Kulturpessimist aber schwört auf die Vergangenheit. Warum? Weil er das in seiner Kindheit mühsam Erlernte bewahren möchte. Wer als Kind geschlagen wurde, und es überlebt hat, findet später eine positive Haltung dazu: mir hat’s ja auch nicht geschadet. Und wer mühsam mit Stift auf Papier zu schreiben lernte, ärgert sich als altgedienter Erwachsener über Heranwachsende, die zu faul sind vollständige Sätze zu schreiben und nur noch simsen und chatten (zu faul? Es ist einfach nicht mehr notwendig). Das aber ist erst der Anfang. Die digitale Revolution wird in Kürze sämtliche Errungenschaften analogen Lebens hinwegfegen. Und sie wird uns das Denken abnehmen („Wie komme ich von A nach B? – Da schaue ich doch mal in die Karte. Die intellektuelle Transferleistung vom zweidimensionalen Papier zur Orientierung im dreidimensionalen Gelände hab ich nämlich erlernt.“ Damit ist’s in der nächsten Generation vorbei. Da nimmt mich die Viererbande GOOGLEAPPLEFACEBOOKAMAZON an die Hand und führt mich zum Ziel. Und was das Ziel ist, sagt sie mir auch. Schöne Neue Digitale Welt. Hässliche Alte Analoge Welt. Also doch Kulturpessimist? Ich resümiere: gestern war’s schlecht. Morgen wird’s richtig schlecht. Jetzt ist es genau richtig! So isses. Ich bin nämlich jetzt in einem Alter, wo ich mir die Rosinen heraus picke. Fest analog verwurzelt, hol ich mir Infos aus dem Netz, wenn ich sie brauche. Und wenn ich was reinstellen möchte, blogge ich. Und eigentlich wollte ich ja malen:

Wo bin ich?

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