Paare

Dezember 3, 2018 § 4 Kommentare

Auf Instagram sind wir alle gleich. Ob eine berühmt ist, gerade einen Grammy gewonnen hat und zwei Millionen Follower auf dem Buckel, oder ein Nobody mit zwei treuen Anhängern – alle teilen sie sich das gleiche Format, haben die gleichen Möglichkeiten, sind gleich gut erreichbar. Zwar erkennt man Unterschiede, Grade von „Professionalität“ der gemachten Aufnahmen. Das aber fällt nicht ins Gewicht. Das stets gleiche Format schärft den Blick für das je Besondere. Bisweilen wird’s arg schräg  – neulich geriet ich beim Stöbern an Schönheitschirurgen. Einer macht das immer gleiche Foto mit Siegesdaumen und Honigkuchengrinsen umringt von OP-Schwestern, ein anderer präsentiert die Körper seiner Opfer mit aufgezeichneten Schnittmarkierungen. Aber hey, wer nicht selber ein bisschen plemm-plemm ist im Kopf, der werfe den ersten Stein! Und dann das Bedürfnis, sich als Paar zu zeigen. Das fand ich so anrührend, dass diese kleine Serie entstanden ist:

 

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Ungeahnte Perspektiven

November 23, 2018 § 13 Kommentare

Vor einiger Zeit meldete ich mich bei instagram an. Ab und an zeige ich dort ein neues Bild oder Foto. Aus einer Laune heraus ließ ich mich neulich durch die Weiten des Netzwerkes treiben und klickte mich von Nutzer zu Nutzerin. Dabei defilierten hunderte, tausende, theoretisch Millionen fremder Gesichter an mir vorbei. Und entgegen der landauf landab zu vernehmenden Klage über die „Bilderflut“, über Beliebigkeit und Geltungssucht des heutigen Menschen und das Durchdeklinieren dieses und anderer Phänomene in Richtung „kulturellem Niedergang“, Verblödung und bevorstehendem Weltenende mangels Bildung dachte ich spontan: die ganze Menschheit aus der Vogelperspektive! Und es kam mir in den Sinn, welch ein Privileg es doch in früheren Zeiten war, sich mittels eins Portraits zu „verewigen“. Sich der näheren und weiteren Umgebung eitel zu präsentieren oder auch nur über die eigene (gefühlte) Bedeutung zu informieren. Vor Erfindung der Fotografie wahrlich etwas für sehr wenige, sehr wohlhabende Menschen, danach zunehmend in den Möglichkeitsbereich eines jeden rückend. Aber erst mit der digitalen Revolution zum Massenphänomen avanciert. Das ist Demokratie. Warum aber stoßen sich so viele daran? Klar, die hinter den Plattformen stehenden Unternehmen agieren aggressiv, monopolistisch, unlauter und oft genug kriminell. Sie gerieren sich als Menschheitsbeglücker, saugen diese jedoch durch Datenklau und Steuervermeidung aus. Und: viele Fotos sind „schlecht“. Unbenommen. Aber es gibt ja noch gute, auf die kann man sich ja konzentrieren, wenn man möchte. Usw. Und sofern ich nicht als Sektierer leben will, nehme ich ja doch an allem teil, mehr oder weniger, einer so die andere so. Warum also nicht die Möglichkeiten nutzen? Und in der Tat finde ich es anrührend zu sehen, wie Menschen sich in Szene setzen. Grandios, komisch, unfreiwillig komisch, hässlich, unbedarft usw. Das ganze Spektrum. Der Mensch halt. Aus allen Teilen der Welt. Bei jedem kann ich mir die Frage stellen, was erfahre ich über die Person, was soll ich erfahren, denken, fühlen? Als leidenschaftlich Zeichner greife ich zum Stift und beginne Konturen nachzubilden, Gesichter zu formen und Köpfe abzubilden. Material in Hülle und Fülle, ohne Ende Gelegenheit, sich über die menschliche Physiognomie Gedanken zu machen.

Aus der Serie Instagram-Gesichter:

 

Kopf bqlkoKopf blwpoKopf alskwoKopf oisuaKopf dlkfjKopf blakwKopf blldkdfdKopf lqkwlqKopf lkjw.jpgKopf yl nlkjp.jpg

November 9, 2016 § 5 Kommentare

Das Projekt Aufklärung ist gescheitert. Die Fratze des Kapitalismus siegt.

Wo bin ich?

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