Acryl mit Tapetenkleister gestreckt

Januar 19, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Zwei großformatige Acrylbilder. Unterschiedliche Herangehensweise.  Acrylfarbe trocknet ja schnell und erfordert zügiges Verarbeiten. Das kommt mir durchaus gelegen, denn ich versuche stets, die schwer steuerbare Dynamik grobmotorischer Abläufe im Hochgeschwindigkeitsbereich für den Malprozess fruchtbar zu machen. Kurz gefasst: Verstand: raus, Biodynamik: rein. Denken: aus, intuieren (??): an. (Ergebnis siehe oben). Nichtsdestotrotz möchte ich mir manchmal doch mehr Zeit nehmen zum Entwickeln eines (größeren) Bildes. Natürlich gibt’s Malmittel, Pasten, die man der Farbe beimischen kann um das Trocknen hinauszuzögern. Ist mir aber alles schon zu professionell (hier malt schließlich der Dilettant), und so wählte ich für das folgende Bild einen anderen Weg: Vorzeichnen wie immer in schwarzer Kreide, dann dick Tapetenkleister drüber. Jetzt hat das aufzutragende Acryl alle Zeit der Welt sich zu verteilen und die richtigen Plätze zu finden. Gibt ganz nebenbei auch schöne Struktureffekte, je nach dem in welchem Trocknungsstadium man noch mal rübergeht mit dem Pinsel. Die Vorlage für das folgende Portrait war übrigens die Fotografie einer Frau („Melissa“), die der Peruanische Künstlers Chan Chao als Teil einer Serie in einem Frauengefängnis aufnahm. (s. 100 Artists of Washington D.C. oder: www.gfineartdc.com) Ähnlichkeit mit der abgelichteten Frau stellte sich nicht ein, dafür bekam das Bild einen Touch Richtung Frida Kahlo. Das sind halt die hübschen Überraschungen am Wegesrand…

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