rubus fruticosus

Juli 27, 2018 § Hinterlasse einen Kommentar

 

Schon diese Farbe. Tiefschwarz. Bei aufbrechender Frucht ins dunkelrot bläuliche spielend. Als Kind liebte ich das sommerliche Brombeerpflücken, die mit Eimern bewaffneten gezielten Ausflüge in den Wald, der ohnehin mein nachmittägliches Revier war. Das robust dornige Gestrüpp musste erduldet, überwunden, aber auch immer wieder in seiner letztlichen Unüberwindbarkeit respektiert werden. Ohne Pikser, Schrammen und kleinere Blessuren ging’s nicht ab, umso stolzer konnte die Ernte eimerweise abtransportiert werden. Zuhause wurde der alte Küchenschemel umgedreht, ein Geschirrspültuch zwischen die Schemelbeine gespannt und aus den darauf gepackten Brombeermassen erstmal der Saft abgelassen zur weiteren Verarbeitung. Nun kam der Tipp eines Kollegen zum Standort einer üppigen Brombeerhecke weit vor den Toren Berlins genau recht, und wir verbanden den überfälligen Badeausflug mit einer konzertierten Brombeerpflückaktion. Dicke, voll ausgereifte saftig süße Brombeeren in Massen. Jeiii. Zuhause mit Zucker kurz aufgekocht und in Gläser abgefüllt. Regional, saisonal und mit der geschmacksbildend notwendigen Dosis an Schwermetallen durch die nahe gelegene Autobahn, allmorgendlich frisch aufs Brot. Das ist der Sommer. Aber diese Farbe. Eigentlich keine Farbe sondern Abwesenheit von Licht. Ein Loch eben, eine Leerstelle, das Aussetzen unseres Farbempfindens in Ermangelung elektromagnetischen Inputs. Beim Aufkochen bricht das Rot durch. Lava. Magma. Gesteinsbildung im Kochtopf.

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Ausgelöst

August 28, 2015 § 2 Kommentare

An der Ostsee habe ich in den vergangenen Tagen gezeichnet, zwischendurch aber auch ganz faul auf den Auslöser gedrückt, die folgenden Bilder also AUSGELÖST und nicht, wie das ansonsten hier gute Sitte ist, GEMALT. Freilich sind oft genug die ausgelösten Bilder gute Vorarbeit für gemalte, und so werde ich es auch hier halten. Das ehrgeizige Vorhaben für die nächste Zeit also lautet, etwas vom Licht der Ostsee in Pigmenten anzurühren, zu mischen und so aufs Papier zu bringen, dass Wellen der Erregung vom Gemalten ins Innere des Betrachtenden wandern, ganz so, wie es sich vor Ort in Anschauung der Natur verhielt.

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Und dieser Höllensud

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ist auf dem besten Weg, köstliche Brombeermarmelade zu werden. Von dieser meiner Lieblingsfrucht gab es nämlich reichlich zu pflücken. Ein Kindheitstraum.

 

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