Oktober 3, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Zur Vergangenheit befragt, meinte der von Anja Caspary ins Radio Eins Studio eingeladene Schauspieler und Sänger Rolf Zacher neulich: „Früher war nicht alles besser. ES WAR IMMER ALLES GUT“. Wohl dem, der das von sich behaupten kann. Die Vergangenheit ist schließlich auch nicht mehr das, was sie mal war. Konnte man früher noch sagen, „früher war alles besser“, so wissen wir heute, dass die Winter früher nicht so weiß waren, wie unsere Erinnerung uns das weismachen möchte. Und bezogen auf die Kunstwelt kann man ganz klar sagen: heute darf wieder gemalt werden! Der Maler Cornelius Völker hat dazu etwas Kluges gesagt: Es gibt in der Malerei Themen, „die eine sehr hohe Relevanz haben. Niemand traut doch heute mehr diesen manipulierten medialen Bildern. Demgegenüber besitzt die Malerei eine viel größere Offenheit und Authentizität.“ (Malerei. Painting.Werke.Works. 1990 2010. S. 158) Und ein Schamane und Blender wie Josef Beuys könnte heutzutage auch nicht mehr so ungeniert volksverdummend mit seiner Nazisozialisation umgehen wie noch in den sechziger und siebziger Jahren (siehe das sehr lesenwerte Buch von Frank Gieseke und Albert Markert, Flieger, Filz und Vaterland. Eine erweiterte Beuys Biografie).

Für meine Portraitserie hab ich mir also ein Foto Rolf Zachers geschnappt  und geübt – leider nicht wirklich getroffen, aber als Studie eines Kopfes mags durchgehen:

Gute Vorlagen für meine Anatonmiestudien lieferte mir „Bernadette Corporation. The Complete Poem“ mit den darin enthaltenen Fotografien von David Vasiljevic:

sowie das Foto eines jubelnden Fußballers:

Zum Schluss das Portrait eines namenlosen Models aus dem Magazin der Süddeutschen Zeitung, zeichentechnisch interessant durch die Perspektive des gedrechten und leicht von unten fotografierten Kopfes. Tricky!

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