Die Scheune als Kathedrale des Lichts. Bernhard Fuchs‘ Fotobuch Höfe

August 21, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Es passiert nicht häufig, dass mich ein Fotobuch vom ersten Moment des Betrachtens an magisch in seinen Bann zieht. Alvermanns Ich liebe dich war so ein Fall (s. ) Und nun Höfe von Bernhard Fuchs. Alles schlicht, minimal in der Präsentation, hervorragend gedruckt. Motive, die schlichter, unspektakulärer nicht sein könnten. Eine Hauswand, ein Scheunentor, ein Misthaufen, der Blick hinaus auf’s Feld… Ruhige Konzentration auf die Welt der Dinge -. keine Menschen. Das heißt, sichtbar sind sie nicht, aber ihre Spuren haben sie überall hinterlassen, sie sind eins geworden mit der Materialität häuslicher Umgebung. Das Holz einst roh zum Tor zusammengezimmert, inzwischen längst durch das Wirken der Zeit renaturiert. Das Blättern von Seite zu Seite bekommt etwas meditatives, der nüchterne Blick des Fotografen scheint diesen als Person völlig herausgenommen zu haben. Doch plötzlich fällt einem dieses Licht auf, das letzte Nachschimmern des Tages bevor die Dämmerung hereinbricht, und was nüchtern schien, hebt an zu singen. Musik. Und dann, aus dem Nichts, ist da dieses Bild einer Lichtung, die Andeutung einer Lichtung vielmehr. Zwischen Bäumen fällt der Blick auf eine abfallende Wiese, dahinter gleißendes Licht. Aha. Er ist ja doch Romantiker durch und durch, unser Bernhard Fuchs. Toll.

Dafür gibt’s vom Dilettanten einen Strauß Rosen

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