Theaterskizzen

November 1, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Foto oder lebendes Modell als Vorlage? Beides hat Vor- und Nachteile. Das Schöne am Foto zunächst: die abgelichtete Person hält unbegrenzt still. Da kann man in aller Ruhe üben und studieren. Allzu leicht aber tappt man in die Falle einer sklavisch am Foto klebenden Arbeitsweise, die nichts mit Akribie aber viel mit Pedanterie zu tun hat. Das haucht der Zeichnung schnell den letzten Atemzug aus. Ich mag keine Fallen und gehe paradox ran: vor dem lebenden Modell lasse ich mir alle Zeit der Welt, was ich mir als Dilettant – im Unterschied etwa zu Lucian Freud, der seine Modelle über Monate oder Jahre zu halbtägigen Sitzungen einbestellte – freilich nicht leisten kann und was folgerichtig zu eklatantem Mangel an Modellen führt. Das geduldige Foto aber entlasse ich schon nach kurzer Zeit, denn hier gilt’s dem schnellen Strich, dem Nachspüren von Richtung, Haltung, Ausdruck. Und da offenbart das Foto einen weiteren unschätzbaren Vorteil. Es ist oft eine Momentaufnahme, die eine Lebendigkeit einfängt die kein noch so geübtes Modell stundenlang mimen könnte. Soll die Zeichnung also gerade nicht staatstragende ewigkeitsheischende Würde ausstrahlen, sondern den Moment wiedergeben, ist der Schnappschuss als Vorlage genial. Für die folgende Serie an Portraits bzw Skizzen geht mein Dank an die Blätter der Freien Volksbühne Berlin, Jahrgänge 1959 bis 1961. Alles Kugelschreiber auf Schmierpapier:

wird fortgesetzt

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