Stadt unter

Mai 28, 2017 § 2 Kommentare

Sommer. Saftiges Grün unter azurner Kristallkugel. Die große Stadt aufgefressen von Natur. Mit Skizzenblock und Fotoapparat an der Spree entlang, vorm ehemaligen Innenministerium grüßen Konrad Zuse und Thomas Mann, durchs Schneegestöber entfesselter Pappeln dann Richtung Tiergarten. Rhododendronhain, Liegewiesen, Flötenspieler im Baum, Friedrich Wilhelm III. Übers Kulturforum zur oberen Potsdamer Straße, dort gestärkt mit Couscous und Nudelsalat draußen, selbst der Autoverkehr respektiert das grenzenlose Blau über mir.

 

 

Rück- und vorbauen

April 22, 2017 § 2 Kommentare

In der Hauptstadt tut sich was. Lange Beine und potente Sponsoren helfen mit, dass der ewige Kreislauf aus vor- und rückbauen nicht ins Stocken gerät. Wer sich privat engangieren möchte, kauft wahlweise ein sytilsches Smartphone oder eine Strumpfhose, kann aber auch gerne noch etwas drauflegen und ersteht ein original gefertigtes Fassadenelement für’s neue Disneyland in Mitte. Schlossbau von unten, wenn man so will (wir leben ja schließlich in einer Demokratie, oder?)

 

 

 

Der Himmel über der Neuen Nationalgalerie

September 28, 2015 § 7 Kommentare

Mitunter bin ich faul und tausche den Pinsel gegen die Linse. Zumal an einem Tag wie heute, wo die Sonne im Verbund mit partikelfreier Luft das Licht als gigantischen Kristall über die Stadt setzt. Da kannst du mit dem Messer durchschneiden. Malen zwecklos. So kam ich an der Neuen Nationalgalerie vorbei, die seit Anfang des Jahres Dornröschengleich vor sich hindämmert. Generalsanierung heißt die offizielle Lesart. Die Wolken obendrüber ziehen darob unbekümmert ihres Weges.

Wolken über der Nationalgalerie

 

Fantastisch, wie stufenlos aufhellend sich das Blau zum Tiergarten herabsenkt

 

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Und so siehts’s in der Nationalgalerie aus, deren vier Wände bekanntlich vollverglast sind und Innen- und Außenwelt ineinanderblenden

 

Neue Nationalgalerie ldk

 

Neue Nationalgalerie lda

 

Großes Kino, wie ich finde

 

Neue Nationalgalerie ldj

 

Irgendwie magisch. Und so spiegelt sich diese Ikone der modernen Architektur plötzlich in einem See, der da gestern noch nicht war. Ein Baggersee als Vorzeichen der beginnenden Generalsanierung?

 

Nationalgalerie am Ufer

 

 

 

Höflichkeit

Mai 10, 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

ist ein kostbares Kulturgut und sollte von der Menschheit nicht leichtfertig über Bord geworfen werden. Da herrscht sicher Konsens. Aber wie mit allem im Leben, gibt es auch hier des Guten zu viel. Diese neumodische Art antrainierter, professionalisierter oder vorauseilender Höflichkeit. „Darf’s noch ein Bleistift sein?“ „Kennen Sie schon unsere Sonderangebote?“ „Was möchten Sie als nächstes tun?“. Genau: „Was möchten Sie als nächstes tun“ fragt mich neuerdings GMX – bisher ein treuer und zuverlässiger Partner an meiner Seite – jedesmal nach Versenden einer Mail. Soll ich wirklich eine Mail an GMX schreiben und ihnen mitteilen, dass ich als nächstes gedenke ein gewissen Örtchen aufzusuchen? Wollen die das wirklich wissen oder hab ich was falsch verstanden? Da rede ich noch nicht einmal von anderen, nicht unbedingt Öffentlichkeitstauglichen Aktivitäten. Ok, wahrscheinlich ist dergleichen nicht gemeint. Sie wollen mich einfach noch ein Stück weiter durch mein Leben begleiten. Harmlos, nicht weiter der Rede wert. Oder? Mich beschleicht der Verdacht, dass wir es hier mit der Keimzelle einer neuen Entwicklung zu tun haben, die so langsam Fahrt aufnimmt: der Totalisierung der Dienstleistung. Man verkauft nicht mehr nur Bücher (so fing das mal an mit Amazon), beantwortet Suchanfragen mit Treffern (ja, man muss heute nicht mehr wissen, wonach man sucht – Google hilft einem durch die Autovervollständigung unaufdringlich auf die Sprünge)… die Liste ließe sich noch verlängern. Vielleicht werde ich ob der digitalen Revolution ja auch nur paranoid. Oder einfach alt. Mit einer gewissen Wehmut erinnere ich mein erstes Berlinerlebnis in einem Jahr, das noch dem vorigen Jahrhundert angehörte. Als ahnungsloser Wessi-Tourist betrete ich morgens (nach durchzechter Nacht) eine Bäckerei und bitte um sechs Brötchen. „WATT DENN: ALLET SCHRIPPEN ODER WATT??“ blafft mich die resolute Dame hinterm Tresen an. Volltreffer. Mein schlafentwöhntes Hirn, das bis dato nicht auch nur von Ferne her jemals mit dem Wörtchen „Schrippe“ Kontakt aufgenommen hatte, beginnt fieberhaft zu denken. Vergebens. Eine knüppelharte Duftmarke sozusagen, die Berlin da setzte. Verkäufer-Kunden-Dialoge dieser Art haben seither einzig in Schallplattenläden, vorzugsweise solchen mit Affinität zu verstorbenen Bayerischen Politikern überlebt. Also in denen, die selber die Vinyl-Durststrecke überlebt haben, selbstredend. Der Schallplattenladenbesitzer bzw. -angestellte, ist nämlich so eine Spezies für sich. Aber das ist eine andere Geschichte…

David Bowie ist zurück…

Januar 12, 2013 § 5 Kommentare

…wie schön!

bowie where are we now

Und wenn er jetzt nicht nur ü b e r Berlin, sondern demnächst i n Berlin sänge, wär’s perfekt. Denn: ich bin schon da.

Wo bin ich?

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