Oktober 9, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Diese Hände können Gitarre spielen:

Anthony Kiedis

Anthony Kiedis

Einen gewissen Anteil daran dürfte der Kopf haben, und da kann man schon sehen, dass es sich um den nicht mehr taufrischen Anthony Kiedis handelt. Nix ausgelassen im Leben, und zwischen durch gut gerockt, jetzt junger Vater und Veganer. Nachzulesen im letzten Magazin der SZ, die mir in der Rubrik „Sagen Sie jetzt nichts“ mal wieder gute Steilvorlagen liefert:

Anthony Kiedis

Anthony Kiedis

Anthony Kiedis

Anthony Kiedis

Und dann hab ich mir mal, nach dem ich neulich über den so angenehm wortkargen Gerhard Richter schrieb, das andere Extrem vorgenommen – unseren malenden Großkotz Lüpertz , als melancholischen Papagei mit Hut und Fliege:

Markus Lüpertz

Markus Lüpertz

und in weiteren Portraits weniger berühmte dafür um so angenehmere Zeitgenossen:

Schließlich ein Nachzügler zu meiner Arnulf-Rainer-Serie von neulich:

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August 18, 2011 § 2 Kommentare

Gestern leistete mir Arnulf Rainer gute Dienste. Der sehr schöne Band „Arnulf Rainer und die Fotografie“ (nähere Informationen zum Titel hier) lieferte jede Menge Vorlagen für meine Anatomiestudien: Fotos, in denen der Künstler die Möglichkeiten mimischer Bizzarerie und körperlicher Verdrehung auslotet. Überwiegend Grundlage späterer Übermalungen – schätzenswert zwar aber wenig dienlich für meine Zwecke – sieht man hier den Menschen in schöner Klarheit. Will man einen Körper „korrekt“ abmalen, gibt’s zwei Möglichkeiten: durch fortwährendes Ein- und Umkreisen sich dem Endergebnis kontinuierlich nähern – das prüfende Auge wirkt dabei als geduldiges Korrektiv. Oder man zeichnet drauf los und hofft, dass es richtig wird. Letzteres ist meine Lieblingsmethode. Sie erfordert permanentes Üben, und das jeweilige Ergebnis ist nicht 100 Prozent planbar, aber oft überraschend anders. Ich nenne das die „One-Shot-Methode“: triff oder stirb. Es gibt nur die eine klare Linie, keine Korrekturen, kein Netz oder doppelten Boden. Hab ich also die Fotografie eines Körpers vor mir, sagen wir mal Rainer in ausdruckstarker Pose

Arnulf Rainer (Foto: Alexander Prinzjakowitsch)

dann suche ich mir einen Anfangspunkt und ziehe mit dem Filzstift los, das Auge überwiegend auf der Vorlage. In einer gleichmäßig fließendes Bewegung ist das freilich nicht zu schaffen. Vielmehr ziehe ich von einem Eck- zum nächsten Knotenpunkt, wobei für die korrekte Länge des Striches die Ausbildung eines Rhythmusgefühls hilft. So wird mir die Ausführung der Zeichnung zum quasi musikalischen Akt. Sichere Ähnlichkeit zur Person der Vorlage erreiche ich so nicht, aber ich freu mich, wenn etwas Eigenes, Schlüssiges entsteht. Da lasse ich mich von meiner Hand gerne überraschen, will da auch gar nicht wirklich reinreden.

Auf diese Art entstanden also gestern eine Reihe von Zeichnungen, die ich dann weiteren Prozeduren unterzog. Da ich kein übertriebener Freund explizit „gemalter“ Bilder bin, versuche ich immer, den Bildern eine quasi organische, „gewachsene“ Anmutung zu verleihen (von Malern wie Nolde und Munch ist bekannt, dass sie ihre unfertigen Bildern gerne der freien Natur aussetzten, um eben dies zu erreichen). Es kamen also Materialien zur Anwendung, die mir einen Teil der Arbeit abnahmen: Wachsmalstift plus wasserlösliche Acrylfarbe (Fett und Wasser stoßen sich bekanntlich ab) und schwarze Kreide. Und natürlich meine Spezialtechnik: die fertige Zeichnung wird zunächst (teilweise) mit dickem Tapezierleim überpinselt. Da steht dann die Farbe erst mal drauf und weiß nicht so recht, wohin. Man kann ne Weile zuschauen, auch durch Kippen in die ein oder andere Richtung sanften Druck ausüben. Das sind die Resultate:

Wo bin ich?

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