Frisch zurück

Oktober 22, 2016 § 7 Kommentare

von der Hütte im Vogelsberg wollte ich hier meine Ausbeute, ein paar Tuschezeichnungen vorstellen. Mein Dino-PC aber gibt sich bockiger als sonst. Also noch bockiger. Was er darf, denn er ist arg in die Jahre gekommen. Gekauft – ja ich wollt’s jetzt doch mal wissen und hab nachgeschaut – im Jahr des Herrn 2000. Ein Milleniumgroßrechner, sechzehn Jährchen auf dem Buckel. Windows 98. Der beste den ich je hatte. Der Scanner hängt dran, und so ist’s für den Moment nix mit gescannter Tuschware. Aber ich hab ja noch mein iPad. Da reift momentan so einiges, wenngleich Apple das Begrüßungsritual „Apple-ID-Überprüfung. Geben Sie in den Einstellungen das Passwort für ‚IchbindergrößteApplehasserderWelt@icloud.com‘ ein. Später. Einstellungen.“ auf Stufe zwei hochgesetzt hat. Stufe zwei bedeutet, dass die freundliche Begrüßung nun jedesmal beim Start drei- statt wie bisher einmal aufpoppt. Für mich freilich noch immer eine leichte Übung, Apple drei- statt wie bisher einmal zu vertrösten und auf „Später“ zu tippen (tappen? was sagt man statt klicken?)

daswirdnochwas

Advertisements

Mein Gott, Apple!

Juli 15, 2016 § 6 Kommentare

Apfel

Seit knapp vier Wochen nutze ich das neue Eipad. Ein tolles Tool für jemanden wie mich, der viel zeichnet und malt, dabei ständig experimentiert und auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen ist. Der dafür vorgesehene Stift macht genau, was er soll. Ohne nennenswerte Latenz und Flexibilitätseinbuße. Fast wie im analogen Leben. Dazu ermöglicht das Arbeiten in Ebenen ein unkompliziertes Durchspielen aller Möglichkeiten der Bildgestaltung ohne Papierverschleiß oder lästiges Radieren. Ich bin also rundum zufrieden. Rundum? Einen Haken hat die Sache: das Produkt ist von Apple. Apple ist, wie jeder weiß, dieses globale Steuersparmodell im Habitus einer Sekte. Und offensichtlich passe ich nicht ins Beuteschema dieser Sekte. Bei der Ersteinrichtung des Geräts stand mir Gottseidank ein Apple-Native zur Seite, sodass ich schnell durch war mit dem Prozedere. (Beim unabdingbaren Einrichten eines email-accounts der Domain „@icloud.com“ konnte ich der Versuchung widerstehen, die Adresse „ihateapple@icloud.com“ auszuwählen: man weiß ja nie, ob solche Leute Humor haben.) Und nun möchte ich einfach ungestört meiner Arbeit am Gerät nachgehen, werde jedoch alle Nase lang aufgefordert, mich mit externen, schwer lokalisierbaren Servern (die nennen das „cloud“) zu verbinden. Da ich keine Lust habe, die Nutzungsbedingungen auf ca 10 eng beschriebenen Seiten durchzulesen, und den Bedingungen auch nicht blind zustimmen kann und will (am Ende vermache ich der „cloud“ meine Seele per Unterschrift), bleibt mir – vor die Scheinalternative „jetzt oder später erinnern“ gestellt – nur, dieses Prozedere immer weiter aufzuschieben. Also vor mir herzuschieben, wie ein Schiff die Bugwelle. Das kostet Energie. Was wiederum Appel weiß und folglich sich ausmalt: der knickt sowieso irgendwann ein und hängt sich freiwillig an den Tropf. Etwas anderes ist die Wolke nämlich nicht. Und da ist noch etwas. Der Slogan, mit dem Apple sein Produkt bewirbt, lautet: „Der beste Computer ist vielleicht keiner“ Das stimmt. Ich hatte noch keinen Computer, der nicht bereitwilligst das beliebige (Um)benennen von Dateien, insbesondere Fotos, sowie das Ablegen und Ordnen derselben nach eigenem Gusto ermöglichte. Die Basics disziplinierten Arbeitens also. Doch das Eipad ist eine Blackbox. Ein Schwarzes Loch, das seinen Nutzer, seine Nutzerin gnadenlos absaugt. Nun, ich bin, wie bereits bemerkt, nicht die Zielgruppe. Ich möchte auch nicht alles „teilen“. Ich bin ein Alter Sack, der in Ruhe offline arbeiten will und sich beim Produkthersteller schon meldet, wenn er was will. Don’t call us, we call you hieß das früher. Punkt.

August 19, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Neulich berichtete die SZ über Steve Jobs Präsentation des Apple Cloud Dienstes. Sie zitierte ihn mit den Worten: „Einige Menschen denken, die Datenwolke ist nur eine Festplatte. Wir glauben, dass sie mehr ist.“ Und ich dachte: ja genau, das ist es: Apple, und auch die Marken anderer Global Player, sind die Kirchen unserer Zeit. Es geht nicht um nützliche Geräte, auch nicht um (Unternehmens)-Philosophie – die findet nunmehr im Fußball statt. Es geht um Glauben. Und nur die wenigen, die es nicht tun („einige Menschen“), denken noch. Kein wunder, dass die Kirchen aus Stein immer leerer werden, wenn alle bei Apple und Co unterschlüpfen und dort ihre spirituellen Bedürfnisse stillen. Und hier ist er nun, der

iGOD

iGOD

Wo bin ich?

Du durchsuchst momentan Beiträge mit dem Schlagwort Apple auf Der Dilettant.