Der alte Mann und das Bild

Juli 1, 2018 § 4 Kommentare

 

Wichtig beim Malen sind die Pausen. Und die größte Gefahr geht vom Rausch aus, in den hinein sich die Motorik der Pinselarbeit leicht steigert. Unzählige Bilder habe ich aus der Eigendynamik unablässigen Farbauftrags und -verriebs schon vermalt. Vermalt und vergeigt anstatt den Moment des fertigen Bildes mitbekommen zu haben. Dafür nämlich braucht’s Pausen. Innehalten. Hinschauen. Wegschauen. Arbeitet das Bild doch auch ohne eigenes Zutun.

 

Übrigens: am 13. Juli startet die nächste Ausstellung im Rahmen des famosen Projekts Anonyme Zeichner.

In der Galerie im Körner Park in Berlin Neukölln werden dann 600 anonyme Zeichnungen zu sehen sein. Eine davon aus der Werkstatt des Dilettanten. Bin sehr gespannt auf die Wirkung des Gesamtensembles.

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„Anonyme Zeichner“

Mai 22, 2015 § 2 Kommentare

Da zeichnet und malt man seit Jahren fleißig, findet das ein oder andere Ergebnis  ganz manierlich – und kommt dann doch ganz unverhofft in Schwierigkeiten, wenn eine Zeichnung – nein: d i e Zeichnung ausgewählt werden soll für ein garnicht dilettantisches Projekt. Die Künstlerin Anke Becker wählt seit 2006 jährlich rund 700 Zeichnungen aus, die ohne Nennung der Künstlerin (Frauen lassen sich durch die von Anke Becker gewählte rein männliche Form doch hoffentlich nicht abschrecken)/des Künstlers ausgestellt werden und zu einem Einheitspreis von 200 Euro angeboten werden. Erst wer sich zum Kauf verpflichtet, erfährt, von wem die Zeichnung stammt. Ein vortreffliches Konzept, das den Hype um große Namen radikal in Frage stellt und die Betrachtung und Bewertung von Kunst wieder an das Publikum zurück gibt. Was gefällt m i r ? Welche Kriterien für ein gelungenes Bild lege i c h an? Ist mir m e i n Urteil 200 (oder, sollte sich ein Vertreter der globalen Hochfinanz in die Austellung verirren: 120 Millionen) Euro wert? Als ich davon erfuhr, war klar, dass ich eine Zeichnung einschicke. Aber welche? Letztendlich entschied ich mich dafür, eine neue anzufertigen. Und hier ist sie … nicht. Sie soll ihren Stapellauf natürlich in der Ausstellung bekommen – so es klappt. Stattdessen eine Tänzerin, mit der ich mich zugleich in einen einwöchigen Urlaub verabschiede. Bis dann!

Akt bewegt woeiu6

Wo bin ich?

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