Twombly, die Mythologie und der Dilettant

August 19, 2012 § 2 Kommentare

Ich habe mich mal wieder größeren Formaten zugewandt. Und der Sublimation. Im Hamburger Bahnhof hab ich die Ausstellung Twombly und die Schule von Fontainebleau gesehen. Und obwohl der Manierismus des Barock Kunst in ihren dekorativen Aspekten betont war ich erstaunt zu sehen, wie sehr  Motive antiker Mythologie in aller wünschens/unwünschenswerten Drastik verarbeitet wurden. Sex, Crime und Rock ’n Roll – darauf basiert in weiten Teilen die Erfolgsgeschichte der abendländischen bildenden Kunst. Und die Stoffe dazu findet sie in den archetypischen Geschichten und Gestalten der griechischen Mythologie. Die Kunst ist der Hebel, durch den das Unsagbare vorzeigbar wird.

Satyr und Nymphe

Bei Twombly ist alles da, aber viel subtiler. Es ist mir ein Rätsel, wodurch seine Bilder ihre Zauberkraft entfalten. Im Hamburger Bahnhof hängt sein dreiteilig großformatiges Bild Thyrsis von 1977. Da besticht schon der verschwenderische Umgang mit Leinwand: auf die  riesige weiße Fläche setzt er ein dunkelgrünes Farbknäuel, lässt es im Schein eines angedeutet zartrosa schimmernden Abendhimmels glühen und diese Eruption auf der übrigen Fläche ein wenig nachzittern. Dazu schreibt er „I am Thyrsis, blessed with a tuneful voice“. Sex and Drugs and Rock ’n Roll. Perfekt.

Wieder zuhause geht der Dilettant ans Werk und lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen

Kuh

nach: Alvermann, Ich liebe dich

Einander zugewandt

Begegnung

Halbakt seitlich grün

Wo bin ich?

Du durchsuchst momentan Beiträge mit dem Schlagwort Alvermann auf Der Dilettant.