Die Daumier-Ausstellung

Mai 7, 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

war heute geschlossen, also bin ich weiter geradelt zu Dussmann und hab in der Kunstabteilung gestöbert. Dort fand ich ein sehr ansprechendes Büchlein von Cornelia Schleime, einer interessanten Künstlerin, über die ich noch gar nichts weiß. Sie schreibt: „Schöne Farben ergeben ein Bild. So machen es Dilettanten, wenn sie Aquarelle malen…“ Sogleich fühlte ich mich ertappt. (Ok, ich aquarelliere selten, meist nehme ich Acryl und acrylliere, aber das kann sie ja nicht wissen) Sie wollte damit ja auch nur sagen: Dilettanten malen bunt, Künstler setzen Farbräume.
Aber sie unterschätzt den Dilettanten. Denn der gemeine Wald- und Wiesen-, aber auch der spezielle Klein- und Großstadtdilettant strebt ja – wenngleich zeitlebens vergebens – zum Künstler. Und dass es sich nicht gut macht, die Tuben so wie sie aus dem Laden kommen aufs Bild zu drücken (den Inhalt meine ich) wird als Geheimnis auch nicht mehr so gut gehütet an den Akademien und Hochschulen landauf  landab. Frau Schleime fährt fort: „Wenn der Prozess richtig zustande kommt [beim Malen], dann kleckst und trieft alles. Ich habe mir bei alten Meistern oft angeschaut, wie die das machen. Einen goldenen Ring zum Beispiel. Sie machen es mit Dreck – nur dieser eine, kleine goldene Punkt leuchtet aus dem Dreck heraus“ Ja da spricht sie mir doch aus vollem Herzen. Hab zwar keinen goldenen Ring zu bieten, aber das Leben, in Ausschnitten:
Szene 4ozozo69
Szene 2ohprp69
Szene r46920
Szene 3igiro5
Szene 3orpt94
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Oktober 30, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Vom Suchen und Finden der Linie. Picasso, der alte Angeber, ließ das Suchen gleich weg und behauptete bekanntlich: „ich suche nicht, ich finde“. Solche Sprüche landen Jahrezehnte später auf den Wühltischen des Kapitalismus, bei Google und Amazon. Dort wird nicht mehr gesucht, sondern gleich gefunden, was ja nichts anderes bedeutet als: was du findest ist was du gesucht hast. Oder: Wir wissen was Sie gesucht haben. Praktisch auch, weil jeder gleich das Picassosche Genietum in sich erspüren darf. Schuster bleib bei deinen Leisten – also: Dilettant, walte deines Amtes! Als Nachweis meines Suchens bleibt bei mir grundsätzlich alles stehen. Erstens weil ich nichts radiere, zweitens weil’s auch gar nicht geht denn ich beginne stets mit Kugelschreiber, oder gleich mit Feder und Tusche.

Hier hat sich sichtbar die Kontur des ernst dreinblickenden Herrn im Verlaufe des Findungsprozesses nach rechts verschoben. Die aufbegehrend dreinblickende Frau scheint sich daran nicht zu stören, vielleicht weil ihre Linien gleich da waren.

Auch die Linien dieser Hand waren schnell gefunden:

Lange schon wollte ich einen fliegenden oder schwebenden Elefanten malen. Man sieht diese majestätischen Tiere aber selten von unten, und so wusste ich nicht so recht, wie. Jetzt spielte mir der Zufall einen schwimmenden Elefanten zu, fotografiert von einem Taucher. Da machte ich mich sogleich ans Werk. Hier die ersten Ergebnisse:

Acryllieren

Juli 5, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

o. T.

Da ich weder ein geräumiges Atelier habe noch ausreichend Zeit am Stück, bevorzuge ich das schnelle, kleine spontane, vorläufige, äußeren Umständen geschuldete Bild. Dazu passte lange Zeit die Aquarelltechnik – es bedarf keiner umständlichen Vor- und Nachbereitung, Pinsel ins Wasser und einfach alles liegenlassen bis zum nächsten Tag. Ich bin auch kein Freund ausgiebigen Korrigierens und Feilens. Es ist stets das, was der Moment hergibt.

o. T.

Mich reizte aber irgendwann Acryl, denn alles Aquarellierte hatte für mich so eine irgendwie brave, verpiefte Anmutung. Nun bin ich bin von Hause aus sparsam (schon daran erkennt man den Dilettant in mir; der Künstler ist ja stets maßlos in seinem Tun), und es nervte, zu viel aus den Tuben gedrückte Farbe jämmerlich eintrocknen zu sehen. So kam ich irgendwann darauf, die Acrylwürste in aufgebrauchte Frischkäsebecher zu geben und soweit mit Wasser aufzufüllen, dass sie nicht eintrocknen können. Beim Arbeiten mit vielen dieser gewässerten Becher merkte ich, dass ich so wunderbar flexibel arbeiten kann: eher deckend mit noch nicht aufgelöster Farbe, oder lasierend mit dem getönten Wasser. Herrlich. Jeden Abend gieße ich nun meine Töpfchen und sehe zu, dass das Acryl stets feucht bleibt. Im Laufe der Zeit mischen sich die Farben mehr und mehr (bis man mal wieder frisch aus der Tube „nachdrückt“). Ein Effekt, der durchaus erwünscht ist. Ich nenne diese Technik „Acryllieren“. Die Ergebnisse überflügeln meine früheren Aquarelle, denn der Farbauftrag ist oft körniger, „unsauberer“. Dies in Verbindung mit anderen Medien wie Kohle, Fettstift, Kugelschreiber, wasserlöslichem Filzstift, Wachsmalkreide etc. führt zu den von mir favorisierten kleinen Unvorhersehbarkeiten infolge gegenseitigen Abstoßens und Auslöschens der verschiedenen Materialien. Ich nehme sowieso am liebsten Malgründe, die bereits Spuren gewisser zufälliger Prozeduren aufweisen, z. B. Papier, das auf meinem zum Maltisch mutierten Schreibtisch infolge fortwährenden Aufschichtens neuer Objekte „sedimentierte“ und dabei den ein oder anderen Farbspritzer o. ä. abbekam. Ich habe mich oft gefragt, warum mir solcher Art „genuschelter“ Bilder mehr zusagen als „sorgfältig schön“ gemalte. Meine Erklärung dazu demnächst an dieser Stelle…

o. T.

Wo bin ich?

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