Der Zahnbürstenexkursion durchs Bode-Museum zweiter Teil

Februar 15, 2017 § 6 Kommentare

 

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Fortuna oder Venus, da ist sich die Forschung nicht sicher. Bar aller Attribute bleibt die nackte weibliche Gestalt, wie sie in all ihren Rundungen kaum verführerischer dem Auge sich darbieten könnte als in Gestalt einer Kleinplastik des deutschen Renaissance-Goldschmieds und Bildhauers Christoph Weiditz (um 1500 – 1599), zu bewundern im Bode-Museum zu Berlin. Die feuervergoldete Oberfläche der Bronzeplastik zeugt  vom Reichtum des Auftraggebers und ruft unmissverständlich die dekorative Funktion des Werkes auf. Wir wissen nicht mehr, was die Frau in Händen hielt (vielleicht einen wehenden Schleier) und können den gelehrten Diskurs (yep – dieses Modewort nun auch einmal von mir!) unter Kennern über mythologisch unterfütterte Details der Darstellung nicht mehr rekonstruieren. Ziemlich sicher aber war schon dem Renaissancemenschen der Mythos ein schöner Vorwand, um ungestraft und in aller Ruhe – und sicher auch in erlesener Männerrunde –  einmal eine nackte Frauengestalt zu betrachten.

(Vier auf Eitemperaverkleckstem Chinapapier getuschte Ansichten der Plastik)

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Warum muss die Zeit vergehen?

Februar 22, 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Ich habe ein Problem. Ich bekenne es freimütig. Ich bin ungeduldig. Anstatt mich auf das eine Bild, das ich gerade male, einzulassen, bin ich unterdessen gedanklich schon beim nächsten. Und die Zeit, die ich auf das Malen des einen Bildes verwende, fehlt mir für alle nachfolgenden. Wie ein Getriebener hetze ich so von Bild zu Bild. Ist das aktuelle schlecht, wird sicher das nächste besser und so fort. Im Nacken immer die Angst, nicht mehr genug (Lebens)zeit für all die schönen Bilder zu haben. Irgendwie pervers. Und das absurde ist ja, dass, je mehr und je intensiver man sich einer Beschäftigung (z. B. dem Malen) widmet, desto schneller vergeht die Zeit. Kaum ein paar Bilder rausgehauen,  meldet sich auch schon wichtigtuerisch der Oberzeremonienmeister Ratio und mahnt zur Einhaltung der Schlafenszeiten. Setze ich mich dagegen friedlich auf’s Sofa und betrachte die Uhr, hab ich unendlich viel Zeit, denn sie scheint nicht von der Stelle zu kommen. Nun zerbreche ich mir den Kopf, wie ich das eine mit dem anderen kombinieren könnte. Einerseits still sitzen und den Minutenzeiger betrachten, dabei aber heimlich schöne Bilder malen. Das muss doch irgendwie gehen… Alternativ propagiere ich ja schon seit längerem, dem Problem mangelnder Zeit auf anderem Wege, sozusagen von Grund auf, beizukommen. Beim Stand heutiger Technik sollte es möglich sein, durch Anwendung gezielter Sprengkraft und Ausnutzung hierbei erzeugten Rückstoßes das Drehmoment der Erde so abzubremsen (Stichwort Entschleunigung!), dass sich der Erdentag von 24 auf 25 Stunden verlängert. Das würde niemanden stören und wir hätten alle eine Stunde mehr vom Tag (Voraussetzung natürlich: die Beibehaltung der tariflich vereinbarten Arbeitszeit). Also liebe NASA: da muss doch was zu machen sein! Oder hat jemand noch andere Lösungen? Tipps?

Für diesen Knaben existiert die Zeit nicht mehr – er hat den Sprung in die Unsterblichkeit geschafft, mit Hilfe eines antiken Bildhauers. Zu bewundern noch heute z. B. in der Berliner Abgusssammlung antiker Skulpturen,

Porträt des Geta

Porträt des Geta

wo auch diese sich eines aufdringlichen Satyrs erwehrende Mänade zu bewundern ist:

Satyr und Mänade

Satyr und Mänade

Wo bin ich?

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