Ostsee-Impressionen VII

Juli 24, 2019 § 6 Kommentare

 

Die Temperaturen ziehen an, der Strand bevölkert sich zunehmend. Da verschwindet schon mal ein Kind – welch ein Drama, bis der Vater den Jungen auf dem Arm zurück bringt, aufgefunden am FKK-Strand, wie er den Umliegenden mitteilt, nicht ohne augenzwinkernd hinzuzufügen: wo es Jungs eben so hinzieht.

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Stillleben mit Sonne

Juli 15, 2019 § 3 Kommentare

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Für einen Moment zeigte sich die Sonne, auf unserem Ostsee-Balkon.

Schneewärts

Mai 13, 2019 § Hinterlasse einen Kommentar

Weil wir uns den Schnee erwandern wollten, fuhren wir nur bis zur Mittelstation hinauf. Unterwegs dann die Vegetation teils um Wochen hinter der unten im Tal zurück, zarte Knospen erst, aber saftiggrüne Wiesen in hübschem Kontrast zu Felsengesprenkelten Schneegipfeln im Hintergrund. Ein paar Schafe aufs Fressen konzentriert mit wenig Sinn für die erhabene Bergwelt.

Dann vereinzelt Schneereste, schnell aber großflächig krustig tauender schließlich feinster Pulverschnee. Wer wie ich den Winter über keinen Schnee abbekam, holt ihn sich eben im Mai im Hochgebirge. Passt schon, im Nachhinein. Höhe gewinnen aber ist anstrengend:

Oben auf der Alm tapfer draußen gesessen, eine gnädige Sonne gibt sich, vielmehr uns die Ehre, das Bergpanorama fest im Blick.

Später aber drinnen am offenen Kamin aufgewärmt, bevor‘s hinunter ging, fast im Galopp weil Knieschonender. Merke: Abwärts immer die Schwerkraft mitnehmen anstatt sich dagegen zu stemmen, ist effizienter. Und Papas alte Wanderschuhe, rechtzeitig neu besohlt, gewährleisteten sicheren Tritt. Jetzt sitzen wir im Ort auf dem Balkon und schauen hinauf zum Schnee, dessen Weiß nahtlos in den Himmel übergeht. Und dieser Himmel glänzt wie ein Spiegel der nur Licht reflektiert.

pars pro toto

Mai 11, 2019 § 2 Kommentare

Die Opulenz der Berge sprengt jedes Maß. Da ist es angeraten, sich beim Abzeichnen erst mal auf wohlproportionierte Ausschnitte zu beschränken, und sich von den Gebirgspanoramen nicht irre machen zu lassen. Asiatische Künstler wählten für die Darstellung bergiger Landschaften in ihrer grenzenlosen Weisheit vorzugsweise Hochformate, zerschnitten also horizontale Linien und konzentrierten sich auf das, was sich innerhalb eines schmalen Bandes zwischen Himmel und Erde abspielt. Sollten es dennoch unbedingt Überblickspanoramen werden, hülfe im Grunde nur, die Leere des Bildträgers sprechen zu lassen. Beziehungsweise sie durch wenige gekonnt gesetzte Striche und hier und da angedeutete Farbsprengsel in Szene zu setzen. Die Altvorderen der Landschaftsmalerei konnten das, und praktizierten es vorwiegend in ihren Skizzen. Stellvertretend nenne ich hier, weil er weniger bekannt ist, aber sensationelle Landschaften entwarf, Carl Rottmann. Im 19. Jahrhundert bereiste er als einer der ersten Griechenland und widmete seine Arbeiten den Stätten der griechischen Mythologie. In der Berliner Alten Nationalgalerie hängt sein Bild „Schlachtfeld bei Marathon“, da wird einem vor lauter Wetter auch ohne jegliche Andeutung menschlichen Wirkens ganzschön schwindelig. Aber zurück zum Ausgangspunkt. Klein anfangen. Im Ort. Ins DIN-A6-Notitzbüchlein. Diese Skizzen mit dem Rapidograph (Tusche):

 

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Diese in Graphit:

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Und diese durch die fernöstliche Brille, zudem im Tryptichon, aber ohne tiefere Bedeutung, es passten drei Hochformate nebeneinander, wiederum mit dem Rapidograph:

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Das Kirchlein auf dem Fahrschein

Mai 9, 2019 § Hinterlasse einen Kommentar

Früher war, wer reiste, erstmal weg. Heute ist man immer da, weil elektronisch erreichbar. Man befindet sich im lückenlosen Sende- und Empfangsmodus. Bei mir freilich weist dieser Modus empfindliche Lücken auf, ein einziger Schweizer Käse. So gibt‘s hier, reisehalber, derzeit wenig zu sehen. Für‘s erste ein paar Skizzen. Empfangende, sendende, dösende Menschen und ein Wallfahrtskirchlein, das in Ermangelung geeigneten Papiers auf der Rückseite eines Fahrscheins skizziert werden musste.

 

An der Hessischen Bergstraße

April 23, 2019 § 4 Kommentare

Im gleißenden Licht der südlichen Sonne stiegen wir durch die Altstadt Zwingenbergs hinauf zum Dorfkirchlein und betrachteten von oben das Dächergewimmel der uralten Fachwerkhäuser. Wie idyllisch das heutzutage anmutet…

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In der Altstadt Zwingenbergs

 

 

Reiseskizzen

Februar 12, 2019 § 14 Kommentare

Ohne das kleine Schwarze gehe ich nicht aus dem Haus. Schon gar nicht auf Reisen. Um so größer die Erleichterung vor dem Schock, als eine aufmerksame Sitznachbarin im ICE das schwarze Notizbüchlein unterm Sitz hervorzog und mich fragte, ob es das meine sei, noch bevor ich den Verlust überhaupt bemerkt hatte. Meine Erleichterung war groß und nur der Schicklichkeit halber fiel ich ihr nicht um den Hals, enthält das Büchlein doch nicht nur meine Skizzen, sondern die Gedanken und Literaturexzerpte der letzten vier Monate. Ich hätte die vier Monate nochmal leben müssen, hätte sie nicht aufgepasst. Ihr widme ich die ansonsten verloren gegangenen Skizzen meiner Reise.

 

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