Köpfe 7.0, mit Daniel Richter

Juli 4, 2020 § 2 Kommentare

 

Gelb ist einfach neben orange die unräumlichste Farbe. Eine total aufdringliche Signalfarbe. Das macht es schwierig, etwas davor zu platzieren. Aber es sieht irgendwie funky aus. Und Gelb ist im Trend. …Man assoziiert damit geschmackloses  Neureichentum und billige Aufmerksamkeitserregung. Das ist genau mein Ding. (Daniel Richter)

 

 

Im Magazin der Süddeutschen Zeitung lässt sich Daniel Richter beim Malen über die Schulter schauen. Und haut ein paar coole Sprüche raus. Aber merken tue ich mir, dass er in seinem Atelier den Tisch mit Malutensilien von der Leinwand maximal entfernt. So muss er mit jedem in Farbe getränkten Pinsel ein paar Schritte laufen, bevor er sie platzieren kann. Zwingt zu Distanz und verhindert, dass man sich vor der Leinwand mit der Palette in der Hand verliert, sagt er. Gut zu wissen, dass auch Profis meine Probleme haben. Und gleich die Lösung dazu. Leider male ich in einer ehemaligen Mädchenkammer. Die sollten da schlafen, aber nicht mit Pinsel in der Hand Spaziergänge machen. Hatte Richter jetzt nicht im Blick, ist aber ok. Ich könnte auch nach jeder Farbsetzung bis zwanzig zählen, oder die Blumen gießen, oder darüber nachdenken, warum es keine Jungenskammer gab. Und keinen Jungen für Alles. Die Welt ist kompliziert. Was ist da schon ein bisschen Farbe auf Leinwand…

 

Köpfe 6.0

Juni 23, 2020 § Hinterlasse einen Kommentar


Köpfe 5.0

Juni 20, 2020 § Hinterlasse einen Kommentar

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Köpfe 4.0

Juni 17, 2020 § Hinterlasse einen Kommentar

(sag jetzt nichts…)

Köpfe 2.0

Juni 11, 2020 § 2 Kommentare

Wieviel Farbe braucht es eigentlich, um die Illusion eines Kopfes auf der Leinwand herzustellen? In der Vergangenheit bin ich zeichnerisch vorgegangen, habe die Umrisse in Kohle angelegt und in Farbe (paint, nicht: colour) ausgearbeitet. Neuerdings starte ich ohne (Vor)zeichnung und taste mich mit Farbe vor und versuche jeweils, die Spannung zum Untergrund, zur Grundierung einzubeziehen. Da wird der Malprozess zum Klavierspiel, jeder Ton durchmisst die Spannung zum intendierten musikalischen Gehalt, als stets durchscheinende Untermalung, quasi. Am Ende ist das Werk gespielt, das Bild gemalt – beide Medien verhalten sich gleichermaßen zur Zeit, sind der Zeit abgetrotzt, -gerungen, entschlüpft. Sowieso sind Raum und Zeit einunddasselbe. Führt aber zu weit an dieser Stelle, vielleicht ein ander Mal. Hier entrollt sich eine neue Serie, Köpfe 20×20 cm, welche alle in einem Raum künftig ihr Zuhause finden werden – so der Plan.


 

Im Zweifel… (und anderswo)

Mai 26, 2020 § Hinterlasse einen Kommentar

 

Nach längerer Zeit mal wieder einen Kopf versucht, der nicht aus Stein gehauen ist. Wie man sieht, wie hat nicht jeder Farbklecks seinen Bestimmungsort erreicht…

Den Schrecken bannen

Mai 24, 2020 § 2 Kommentare

 

Ein neuerlicher Versuch, meinem stummen Gast malend beizukommen. Acryl auf Pappe jetzt, und ich fühlte mich angesichts des Ergebnisses erneut in meine Kindheit zurückversetzt. Dieses Mal jedoch in die der Jahrmärkte und Kirmesbuden. Also bitte: Hinein in das kleine Wägelchen, ratternd und holpernd geht‘s los in die absolute Finsternis, in die Vorhölle ewiger Verdammnis, den Schlund gefräßiger Untoter und schleimiger Monster. Bange Vorfreude ob der anstehenden Schrecken, eine scharfe Rechtskurve, und schon springt mich fauchend die grell ausgeleuchtete Monsterfratze an:

Ich liebte die Geisterbahn.

Die steinerne Fratze

Mai 11, 2020 § 9 Kommentare

Im Wohnzimmer meiner Großeltern hing eine seltsame Fratze aus Stein. Tief liegende Augen, wulstige Augenbrauen, breite, flach gedrückte Nase, im Maul ein runder Pfropfen. Eine Kreuzung aus Affe und Hund vielleicht, aber doch mit menschlichem Antlitz. Von der Wand herab stierte das Biest in die geselligen Runden, die sich häufig bei meinen Großeltern einfanden. Heiteres Geplauder zähmte das seltsame Wesen. Wurde ich jedoch am Abend ins Bett geschickt, hinaus aus der belebten Stube in den dunklen, unwirtlichen Flur, verfolgten mich die Knopfaugen und beäugten jeden meiner tapsigen Schritte im Dunkeln. Sicher fühlte ich mich erst im Badezimmer, wo freilich in Gestalt eines flammespuckenden Gasofens andere unbekannte Gefahren lauerten. Aber das ist eine andere Geschichte. Diese findet ihre Fortsetzung Jahrzehnte später in meinem Wohnzimmer Da hängt nun der Schrecken meiner Kindheit friedlich an der Wand, und noch immer frage ich mich, was ein Künstler dereinst in den Untiefen seiner Seele fand, als er dieses Fabelwesen schuf.

Landschaft zwei

Mai 6, 2020 § 2 Kommentare

 


(Immer ein Hintertürchen offen lassen – wer weiß, was noch kommt. Oben rechts scheint mir der Ausgang…)

Schulterblick

Mai 2, 2020 § Hinterlasse einen Kommentar

(nach Vuillard, Der blaue Ärmel)

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