Von Mensch zu Tapete

April 2, 2020 § Hinterlasse einen Kommentar

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In letzter Zeit mit einem meiner vielen Lieblingsmaler, Édouard Vuillard (1868 – 1940) beschäftigt. Das passt in diese Zeit, insofern Vuillard nahezu ausschließlich Interieurs malte. Sein Thema war alles, was sich in den eigenen vier Wänden in der Begegnung von Mensch und Tapete abspielte. Der durchlässige, stets genuschelt wirkende Farbauftrag und diese  besonderen Farben schaffen eine intensive, oft unheimliche Atmosphäre. Die vorgebliche Behaglichkeit und Opulenz der Interieurs integriert anwesende Personen so perfekt ins Gesamtbild, dass man ihrer oft erst auf den zweiten Blick gewahr wird. Die Konstellation von Möbel, Dekor und Mensch vermag subtile Botschaften zu entsenden, deren Sinn sich nicht immer restlos erschließt. Von Vuillards Technik habe ich mich inspirieren lassen und male nun durchlässiger, trockener (s. das Bild oben, dessen Vorlage allerdings nicht Vuillard war). Nicht begeistern kann ich mich hingegen für das akribische Nachformen verästelter Stoff- und Tapetenmuster. Vuillard war ja ein Meister des Ornamentalen, wofür mir absolutement  die Geduld fehlt (und die Notwendigkeit, denn das ist ja was für den Markt).

o. T.

März 27, 2020 § Hinterlasse einen Kommentar

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(Großes Format, 140×100)

 

 

Aus der verhärtete Borste grimmig ins Leben geblickt

März 25, 2020 § 6 Kommentare

Der Umzug hat meine Pinsel verschluckt. Jedenfalls die für Acryl geeigneten. Und dann ließ ich auch noch den letzten von den kleineren eintrocknen. Interessanterweise malt es sich aber auch mit verhärteten Borsten noch ganz gut. Stellte ich gestern fest, als ich mich an einem Kopf auf kleinerem Format versuchte. Kreativität fußt auf Mangel, scheint mir. Entbindet einen von Entscheidungen wie welchen Pinsel soll ich jetzt nehmen. Natürlich den, der da ist. Harte Borsten lassen auch wenig Entscheidungsspielraum, öffnen allerdings unkonventionelle Wege. Da gehe ich jetzt Coronahalber noch weiter auf Erkundung…

 

Auch ich zu Corona

März 22, 2020 § Ein Kommentar

 

Katastrophen sind Zeiten für Welterklärer. Auf dem Feuer der Katastrophe kocht jeder sein Süppchen, öffnet sein Portfolio und bringt seine Produktpalette unter die Leute. Kaum hat’s genug Orangenkisten für all die Marktschreier, die jetzt ihre Botschaften in die digitalen Netze brüllen. Das war im Mittelalter nicht anders. Notzeiten sind Zeiten voller Empfänglichkeit, weit geöffneter Ohren, alle gieren nach Erklärung, Sinn, Trost. Die Logik hinter den Deutungsmustern ist immer die gleiche: wir haben gesündigt (wahlweise, je nach Weltanschauung: uns an der Natur vergangen und die Luft verunreinigt; zu viel gevögelt und Überbevölkerung produziert; Gott nicht geachtet und seinen Unmut provoziert; you name it – die wirklich hässlichen und schlimmen lasse ich hier aus), und jetzt kassieren wir die Quittung. Der sehr geschätzte Nikolai Alban Herbst schreibt etwa im Zusammenhang der Ausbreitung des Corona-Virus vom „Auswaschen der Gesellschaft“ und meint damit Selbstregulierungsprozesse der Natur. (s. hier) Gottseidank lesen bei ihm schlaue Leute mit (Peter H. E. Gogolin und Xo*), um hier die richtigen Antworten zu geben. Klar, zu viele Alte auf dem Planeten, deren Versorgung uns vor Herausforderungen stellt – schwupps kommt zur rechten Zeit ein Virus daher, um sich der Sache anzunehmen. Herbst weist natürlich daraufhin, dass er dies keinesfalls gut heiße. Ist aber auch nicht der Punkt. Mich stört an diesem Gedanken, dass hier eine „Norm“ postuliert wird, an deren Wiederherstellung die „Natur“ ein Interesse habe. Die Norm sagt in etwa, es dürfe nur Lebewesen geben, die sich selbst ernähren können. Doch diese „Norm“ kann stets nur etwas von Menschen Gedachtes, Postuliertes sein. Statt also zu denken: wenn Menschen immer älter werden (weil wir das so wollen), dann ist es unsere Aufgabe, mit dieser Situation umzugehen – dieser Gedanke: zu viele immer älter werdende Menschen stören mich, und ich beruhige mein vielleicht schlechtes Gewissen ob dieser Einstellung mit dem Gedanken, die Natur sehe das ja ganz offensichtlich auch nicht vor.

Der Mensch ist Teil eines Systems Erde (als Teil eines Systems Universum), und unterliegt in uneingeschränktem Maße all jenen Phänomenen, die sich mit Mitteln der Biologie beschreiben lassen. Diese Phänomene sind nicht die einzigen bestimmenden Faktoren, aber sie sind sehr mächtig. Unser Problem mit der aktuellen Krise scheint mir nun weniger darin zu liegen, dass tiefe Einschnitte bevorstehen, die unser aller Alltag betreffen, sondern dass wir uns außerhalb dieses Systems wähnen und Vorgänge dieser Art, die es im Verlaufe der Geschichte immer wieder gegeben hat, als quasi „persönlichen“ Angriff auf „die Menschheit“ werten. Spielen wir also doch einfach mal nicht den “Beleidigten“ und nehmen die Sache nicht persönlich. Nüchtern betrachtet steckt in jeder Krise eine Chance, weil feste Strukturen aufbrechen. Das ist jedenfalls eine Erkenntnis aus meiner persönlichen Lebenswirklichkeit heraus.

* s. vor allem ihre Antwort vom 20.3.20 10:21 zum „sechsten Coronajournal

Weites Land. Leer.

März 19, 2020 § Hinterlasse einen Kommentar

 

Dass die Menschen fehlen ist reiner Zufall. Vom Bild so gewollt. Corona gibt mir gerade Zeit. Sehr viel Zeit. Sonst gern gesehen, jetzt aber dünnes Eis. Also wieder Malen. Im neuen Zuhause eine kleine und wirkungsvolle Malecke eingerichtet, gerade groß genug um dieses 140 cm breite Format beackern zu können. Oder ich gehe ans Klavier. Mozarts Sonaten. Weil bei ihm alle Leichtigkeit in Trauer gefasst ist, so tief wie untern Eis. Und weil klar ist, dass man sich nur fügen kann. So wie tausende Generationen vor uns auch.

Bio-Bananen auf Mörser

Dezember 5, 2019 § 2 Kommentare


 

(Kurz kommt die Malerei derzeit, zu kurz. Gerade mal ein Stillleben in zwei Wochen. Die painting life balance stimmt einfach nicht.)

Dem November abgetrotzt…

November 23, 2019 § 2 Kommentare

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(Im grauen November tut etwas Farbe gut. Eine weitere Kopfstudie, nach der Vorlage von neulich.)

Wo bin ich?

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