Studie

Februar 17, 2019 § Hinterlasse einen Kommentar

 

 

 

Es ist mir ein besonderes Vergnügen, Pianistinnen auf die Hände zu schauen (Nebenbemerkung: Pianisten gleichermaßen. Erwähne ich normalerweise nicht, weil ich die Männer grundsätzlich einschließe. Hier aber nun doch, weil in der vermeindlichen Betonung des weiblichen Geschlechts ja die Kernaussage des Satzes stecken könnte. Könnte – wohlgemerkt. Tut sie aber nicht, denn für das, worum es mir geht, spielt das Geschlecht keine Rolle) Ist es ohnehin schön, Hände bei einer Verrichtung zu beobachten, so erst recht, wenn Musik dabei heraus kommt. Die Augen hören nämlich mit, und wo das pianistisch Zweckdienliche sich mit dem ästhetisch Anspruchsvollen verbindet, versteht man die Musik gleich noch einmal so gut. Glenn Gould wirkte hier vorbildlich, indem er, wann immer möglich, eine gerade „freie“ Hand für das Dirigat nutzte. Dirigat der Seele gewissermaßen, denn kein weiterer Musiker war anzuleiten, wohl aber jede Faser seiner Musikerseele. Obige Studie zeigt die Hände Swatoslaw Richters. Die linke wird in einer elegischen Geste aus den Tasten gezogen, den zuletzt gespielten Ton weitertragend und damit einer höheren Instanz überantwortend. Der Instanz nämlich, aus der alle Musik kommt, und in die hinein sie wieder geht.

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