Vertreibung aus dem Paradies

Mai 24, 2018 § 10 Kommentare

 

Es war alles so leicht, die Jahre über…

… aber ehrlich gesagt hab ich mich immer schon ein klein wenig gewundert, wie das sein kann: maximale Wirkung bei minimalem Aufwand. Nämlich: was man so vor sich hin malt, gelegentlich angereichert um ein paar Zeilen, wirkt im Handumdrehen in die ganze Welt hinaus. Zwei drei Mausklicks, rudimentärstes Computerwissen in Verbindung mit ein bisschen Hardware reichen völlig aus, um die Reichweite vom Arbeitszimmer auf den Globus aufzudrehen. Für umsonst. Theoretisch natürlich, schon klar, aber eben doch möglich. Da erscheint es fast logisch, dass man als Kleinviehblogger nun aus dem Paradies vertrieben wird. Und das ganz ohne Sündenfall. Womöglich sogar für einen guten Zweck. Den Datenschutz. Klar könnte ich mich schlau machen über Internetdienste, Plugins, Sharing-Funktionen, Bots, Heatmaps, Bing-Ads, AsSenses u name it. Ich könnte mein Dilettantenstüberl um eine Rechtsabteilung erweitern oder einen pfiffigen Digital Native einstellen, der mir ein wenig zuarbeitet. Oder einfach weiter machen wie bisher und hoffen, dass schon nix passieren wird. Wenigstens den Datenschutz-Generator anwerfen und etwas davon auf meine Seite stellen. (Ist erledigt, Dank an Dr. Schwenke!) Würd ich dann allerdings gerne auch verstehen, was ich da versichere. Fühlt sich jetzt ein bisschen so an, als benötigte ich auf einmal für das Zu-Fuß-Gehen im öffentlichen Raum eine rechtswirksame Erklärung mittels derer ich nachweise, niemandem auf die Füße treten zu wollen. Oder ich dreh‘ den Spieß um und mach wirklich was mit den Daten, die plötzlich ach so kostbar meiner Willkür unterliegen. Ne, das kommt mir natürlich nicht in den Sinn. Mir nicht, aber anderen, größeren? WordPress ist für mich der Steigbügelhalter in die Große Weite Welt. Und ich für die? Ein nichts. Alleine. Aber zusammen mit dem anderen Kleinvieh? Wahrscheinlich lauter willige Deppen, die im Schweiße ihres Angesichts für umsonst attraktive Inhalte generieren und damit das Einfallstor einer Datenkrake aufhübschen. Und dann auch noch mit einem Bein im Abmahnschlamassel stehen, während sich WordPressens Rechtsabteilung über ein bisschen Beschäftigung freut? Das könnte einem schon die Laune verderben… wenn, ja wenn nicht die Lust am Bloggen so ungebrochen wäre, und mich allein die Vorstellung, die ganze Welt da draußen könnte auf mein nächstes Bild warten, in gelassene Euphorie versetzt. Und hier ist es, das nächste Bild – ganz ohne Anbindung ans Thema:

 

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