Hinterm Häuschen

Oktober 12, 2017 § 10 Kommentare

 

Zähes Grau liegt überm Vogelsberg. Blattwerk, Wiesen und Wald buhlen nicht um Aufmerksamkeit. Sie sind sich genug, stöhnen leise unter der feucht schweren Luft und modern einer ungewissen Zukunft entgegen. Nur die alte Eiche hinterm Häuschen redet ununterbrochen. Jede Windung ihrer weit ausgreifenden Äste ein Roman, jeder abgebrochene Stumpf ein Drama, jedes Zweiglein ein ausgelassener Anfang. Sie hat noch jeden zum Verstummen gebracht.

 

 

Und hinter der Eiche steht der Wald. Früh am Abend bereits komprimiert das Grau zu Schwarz. Einer leichtfertigen Annahme zufolge resultiert schwarz aus der Abwesenheit von Licht. So genau weiß das freilich niemand, denn hier erscheint es als höchste Steigerung von Grau. Als ein über sich hinauswachsendes Grau. Tief in der Nacht, im Häuschen, scheint dann der Mond durch die Träume…

 

 

 

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