Aus den Kasseler Bergen

Juni 2, 2017 § 8 Kommentare

Liebe Mitreisende und Mit…reisen…d…innen – so beginnt ein junger Mann seine kleine improvisierte Rede, mit der er sich bei den Fahrgästen eines ICEs für die wunderschöne gemeinsame Reise bedankt. Er bittet, alle lieben Verwandten recht herzlich von ihm zu grüßen, rät, den sonnigen Tag zu nutzen und schließt mit den Worten: ich steige jetzt aus. Ein flaues Gefühl kommt auf: machen wir Weitereisenden und -innen etwas falsch, indem wir sitzenbleiben? Handelt es sich um einen Todeszug mit tickender Bombe und wir rasen ahnungslos ins Verderben? Als versierter Bahnkunde kenne ich das Personalwechselritual der DB – noch nie aber kam es so – wie soll ich sagen – persönlich daher. Den jungen Mann am Mikro bekam ich nicht zu Angesicht, mochte ihn aber instinktiv in den Arm nehmen und drücken. Vielleicht war das die erste ICE-Ansage einer noch frischen beruflichen Laufbahn, die ihn statt in die Kabine eines Stadionansagers auf die Schienen, die die Welt bedeuten, gesetzt hatte.

Allen die wo hier mitlesen wünsch ich pfrohe pfingsttage!

 

 

 

 

 

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