Unterm Schutzschirm: Zur Tusche das Zinnober…

Dezember 7, 2016 § 2 Kommentare

Es ist eine so angenehme Empfindung, sich mit etwas zu beschäftigen, was man nur halb kann, daß niemand den Dilettanten schelte sollte, wenn er sich mit einer Kunst abgibt, die er nie lernen wird…“ Vielleicht nicht mehr als ein Hauch von Ironie mag in diesen Worten liegen, die Goethe seinem auktorialen Erzähler der Wahlverwandtschaften in den Mund legt, denn es heißt weiter: „… noch den Künstler tadeln dürfte, wenn er über die Grenze seiner Kunst hinaus in einem benachbarten Felde sich zu ergehen Lust hat.“ In einem benachbarten Felde, der Zeichenkunst nämlich, hatte Goethe beharrlich Lust sich zu ergehen, wie man weiß, und auch sein umfängliches naturwissenschaftliches Forschen und Publizieren war zumindest aus Sicht der seiner Zeit herrschenden Forscherkaste ein dilettierendes. So stelle ich mich gerne unter den Schutzschirm des Giganten und weigere mich entschieden, in diesem auch nur ein einziges noch so winzig hineingenähtes Löchlein zu erspähen. Freilich will es mit der „angenehme[n] Empfindung“ nicht immer so recht klappen, denn zu der Hälfte, die man vielleicht beherrscht, vermisst man doch schmerzlich die andere, die man nicht beherrscht, und von der Goethe, mit der ganzen Gelassenheit des genialen Künstlers, der er nunmal war, rundheraus behauptet, dass man sie nie lernen werde. Also doch ein faules Ei, sein Schutzschirm? Ein klappriger Knips, der keinen Sturm überlebt? Schaun wir mal. Hier geht’s erstmal weiter mit Köpfen, denen zugesetztes Oxydrot und Zinnober nicht gut taten…

 

 

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§ 2 Antworten auf Unterm Schutzschirm: Zur Tusche das Zinnober…

  • gkazakou sagt:

    du hast es gut, dich Dilettant zu nennen. Denn das ist der wahre Schutz vor Anfechtungen des künstlerischen Ich.Man darf sich was trauen, man darf auch versagen. Und wenn etwas gelingt, wie bei dir ja nicht grad selten, dann darf man sich ungehemmt von Profi-Allüren freuen. Mit dem Rot hast du übrigens recht: sieht ja eindrucksvoll aus (Effekthascherei gelungen), aber die sw Fassung ist eindeutig besser. Finde ich.

    • derdilettant sagt:

      So ist’s, ich hab’s gut! Es gibt schon Anfechtungen genug im Leben, da fange ich mit einem „künstlerischen Ich“ erst gar nicht an. Leider – oder: Gottseidank – lauert hinter jeder Ecke aber doch ein Anspruch, der immer neu antreibt. Ich nenne es nur nicht künstlerisch. Danke für das Feedback in Sachen Rot! Herzliche Grüße!

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