Höhlenmalerei

Oktober 9, 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Zufallsstrukturen, wie man sie in der Natur überall findet – Wolken, Felsen, dichtes Laub, Dinge im Dämmerlicht – liefern reichlich Angebote an die menschliche Vorstellungskraft. Zwei dunkle Flecken – schon hat man die Augen eines Gesichts. Eine schräg abwärts gekrümmte Linie – jemand dreht den Körper weg in Agonie. Das beschäftigt den Menschen schon immer, den Künstler insbesondere. Dürer malte Gesichter in Felslandschaften, da Vinci beschrieb Zufallsstrukuren als Inspirationsquelle für den Schöpfungsakt, Alexander Cozen, englischer Maler des 18. Jahrhunderts,  demonstrierte die Herstellung von Landschaftsbildern aus Tintenklecksereien. Und Abklatsche aus flüssiger Eitemperafarbe auf Chinapapier, deren Materialisierung ich mit besonderer Begeisterung begleite (hier dieses  herrliche Modewort aus der Arbeitswelt, das, wenn ich mich nicht irre, dereinst von Alice Miller in die Psychologie eingeführt wurde und mittlerweile überwiegend die Abwesenheit der Bereitschaft zu Verantwortung kaschiert) und hier regelmäßig zeige, demonstrieren im Keim das Welttheater. Da muss nur hier etwas freigekratzt werden, dort eine Tönung intensiviert und das Ganz auf die Präsentationsebene gehievt werden. Das digitale Instrumentarium macht’s kinderleicht. Nondestruktive Operation am – beinahe hätte ich geschrieben: lebenden – Objekt.

 

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